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Mittelalterliche Kanone

Werkstück der anderen Art

In der Kapfenberger Polytechnischen Schule werden mittelalterliche Kanonen gebaut. Vom Plan bis zum Werkstück ist alles Handarbeit. Von Martina Pachernegg

Christoph Hoffmann aus Tragöß feilt an seinem Werkstück
Christoph Hoffmann aus Tragöß feilt an seinem Werkstück © Martina Pachernegg
 

Wenn die Schüler an der Kanone arbeiten, weiß ich, ob sie für die Welt draußen bereit sind“, schmunzelt Manfred Ofner von der Polytechnischen Schule Kapfenberg.
Die Rede ist von einem kleinen Modell einer mittelalterlichen Kanone. Im Fachbereich Metall stellen die Schüler das Werkstück von Hand her. „Das beginnt mit dem Zeichnen des Plans und wird Schritt für Schritt weitergeführt, bis die Schüler die fertige Kanone in der Hand halten“, erklärt Ofner, der die Idee für diese Arbeit bei einer Lehrerfortbildung bekommen hat.

Die Kanone fertigten die Schüler von Hand an
Die Kanone fertigten die Schüler von Hand an Foto © Martina Pachernegg

In diesem Schuljahr arbeiten 25 Schüler an den mittelalterlichen Schussapparaten. Einer von ihnen ist der 14 Jahre alte Christoph Hoffmann aus Tragöß. Er hat ein Seitenteil der Kanone fachmännisch im Schraubstock eingeklemmt, schnappt sich eine Feile und legt los. „In dem einen Werkstück sind alle Tätigkeiten, die die Schüler können müssen, vereint. Es wird gefeilt, gesägt, gebohrt, Fasern werden genommen und Rundungen geschnitten“, schildert Ofner den Arbeitsprozess. Nebenbei erwähnt er, dass die Schülerinnen und Schüler bis auf zwei Zehntelmillimeter exakt arbeiten müssen. „Am Ende wird nachgemessen und die Schüler bekommen eine Note dafür“, sagt Ofner. Er legt großen Wert darauf, dass er seinen Schützlingen das genaue Arbeiten vermitteln kann. „Wenn sie später in Betrieben tätig sind, wird genaues Arbeiten vorausgesetzt. Kleine Ungenauigkeiten können dann zu großen Problemen führen“, so Ofner.

Dreißig Arbeitsstunden

Hoffmann freut sich aber jetzt schon auf seine fertige Kanone. „Die wird zu Hause einen Ehrenplatz bekommen“, sagt der Schüler und feilt munter weiter. Einige Arbeitsstunden wird er mit Sicherheit noch in die Fertigstellung seines Minigeschützes investieren müssen. „Rund 30 Arbeitsstunden sind notwendig, um die Kanone fertigzustellen“, sagt Ofner. Doch seine Schüler stört das nicht. „Ich mache die Arbeit gerne. Das ist schon in Ordnung“, lacht Hoffmann.

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