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Schlechte Auftragslage

Kurzzeit-Kündigungen statt Kurzarbeit

Im Stahlwerk der „Breitenfeld Edelstahl AG“ in Mitterdorf ist seit 1. Jänner eine Schicht für einen Monat arbeitslos. Bessert sich die Lage nicht, ist danach die nächste Schicht dran.Von Franz Pototschnig

Breitenfeld hofft auf bessere Auftragslage
Breitenfeld hofft auf bessere Auftragslage © Franz Pototschnig
 

Kurz vor Weihnachten liefen die Verhandlungen der Geschäftsführung der „Breitenfeld Edelstahl AG“ mit dem Arbeitsmarktservice auf Hochtouren. Man suchte nach einer Lösung, um die derzeitige Flaute im Stahlwerk zu überbrücken.

Und man fand folgende Lösung: Anstelle der herkömmlichen Kurzarbeit wird vorerst eine der drei Schichten im Stahlwerk – maximal 30 Personen – für einen Monat gekündigt und „stempeln“ geschickt. Weil die Mitarbeiter eine Einstellzusage von Breitenfeld haben, werden sie in dieser Zeit vom AMS auch nicht anderweitig vermittelt.

Bessert sich die Auftragslage bis Ende Jänner nicht, kommt diese Schicht zurück und die nächste an die Reihe. Sollte sich aber die Auftragslage bis dahin bessern, ist die Sache für die Belegschaft ausgestanden.

Wie sich die Dinge in nächster Zeit entwickeln, darüber wagt auch Geschäftsführer Erich Schneider keine Prognosen: „Wir beliefern vom Stahlwerk zu 80 Prozent oberitalienische Schmieden, die kein eigenes Stahlwerk haben. Viele davon erzeugen Energiemaschinen, aber der Energiesektor spielt derzeit verrückt. Das kann sich aber sehr rasch wieder ändern, wir wissen es ganz einfach nicht.“

Kurzfristige Aufträge

Breitenfeld Edelstahl hat derzeit 289 Beschäftigte. Wie alle Betriebe der Stahlbranche kämpft das Unternehmen damit, dass Aufträge immer kurzfristiger hereinkommen und die Planung auf lange Sicht nicht mehr möglich ist. Dazu kommt bei Breitenfeld, dass die angeschlossene Schmiede diese Probleme überhaupt nicht kennt, sagt Schneider: „Dort kommen wir fast mit der Arbeit nicht nach.“

Der Nachteil für die vorübergehend Gekündigten: Sie bekommen weniger Geld als bei Kurzarbeit. Aber auch für Manfred Juricek, dem Leiter des AMS Mürzzuschlag, ist die schichtweise Kündigung ein gangbarer Weg: „Es ist mit dem Betriebsrat akkordiert, die Beschäftigten bleiben dabei im System. Und was soll man machen, wenn im Werk die Arbeit nicht vorhanden ist?“ Ähnliche Lösungen gebe es auch öfters in der Gastronomie.

Kommentare (1)

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Hohenwanger
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Man kann es nicht glauben

es werden immer bessere Lösungen gefunden.
Die kommen aber nicht von der Gewerkschaft, die noch bessere Lösungen haben müßte, hat diese aber nicht!

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