KapfenbergFriseur verzweifelt an Lehrlingssuche: "Wir verlieren alle an die Industrie"

Seit Mai 2015 ist der Kapfenberger Frisör Gerald Dunst selbstständig. Erstmals findet er nun überhaupt keine Lehrlinge mehr, zu groß ist die Konkurrenz. Das gefährdet die Existenz seines Betriebes.

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Gerald Dunst mit einem Teil seines Teams, das er gerne vergrößern würde
Gerald Dunst mit einem Teil seines Teams, das er gerne vergrößern würde © Marco Mitterböck
 

Jeden Monat meldet das AMS die aktuellen Zahlen für den Bezirk, dabei wird eines offenkundig: Die Zahl der offenen Jobs steigt ebenso deutlich an wie jene der offenen Lehrstellen. Was sich hinter diesen Zahlen verbirgt, weiß Gerald Dunst aus Kapfenberg ganz genau. Die Kurzfassung: Es geht um Existenzen. Seit Jahrzehnten in der heimischen Friseur-Szene beheimatet, hat sich Dunst im Mai 2015 nach 15 Jahren als Salonleiter mit seinem Salon "Hauptsache" selbstständig gemacht. Die derzeitige Situation ist aber auch für Dunst, der sieben Mitarbeiterinnen beschäftigt, absolutes Neuland: "Es ist wirklich das erste Mal, dass ich keine ernstzunehmenden Bewerbungen bekomme." Dabei könnte Dunst sofort ein bis zwei Lehrstellen vergeben. Doch der Ordner auf seinem Tisch bleibt leer - trotz guter Zusammenarbeit mit den diversen Institutionen, wie Dunst betont.

Kommentare (1)
Dachsi
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Lesenswert?

Leben in Zeiten der alten Industrien

Das ist mE. der Preis für die (über)hochbezahlten Jobs in den staatlich geförderten und (Kurzarbeit)subventionierten Werken des Mürztals. Und wenn es wieder einmal einem schlecht geht, kommt regelmäßig das große Jammern.

Wie zukunftsträchtig diese Politik ist, zeigt sich ja schon an den Einwohnerrückgängen. Ich bin gespannt, wo das Mürztal in 25 Jahren steht... die kleinen Unternehmen haben bis dahin eine Nische gefunden, oder sind „ausgestorben“