AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Musik-GeschichteEdler Trio: „A bisserl geht no alleweil“

1945-1960: Von Langenwang aus spielten sich die Musiker Franz Edler, Josef Haim und Hermann Sommer in die Volksmusik-Geschichte.

Das Edler Trio: Josef Haim (Armeeposaune), Hermann Sommer (Klarinette), Franz Edler (Harmonika)
Das Edler Trio: Josef Haim (Armeeposaune), Hermann Sommer (Klarinette), Franz Edler (Harmonika) © Privatbesitz Edler
 

Im Jahr des Kriegsendes formierte sich mit dem „Edler Trio“ eine Volksmusikgruppe, die bald überregional für Furore sorgen sollte. Sie spielte alles von der Polka bis zum Walzer, und das „so wia s’ uns halt im Ohr ist“, frei und auswendig.

Franz Edler Junior (1902-1975) lernte schon als Kind in Hönigsberg bei Langenwang Geige, Gitarre und Harmonika nach Gehör zu spielen und absolvierte eine Schlosserlehre im Schoeller und Bleckmann-Stahlwerk. Anfangs spielte er mit seinem Vater und Schulkollegen, 1945 gründete er mit Josef Haim (1906–1961) und Hermann Sommer (1910–1994) jenes Ensemble, das schon bald als „Edler Trio“ berühmt werden sollte.

Die Drei spielten auf rund 200 Hochzeiten, Bällen und Geburtstagen, beim Maibaumumschneiden, auf Almkirtagen und beim Faschingeingraben. Oft mischten das Jodlerduo Gisela Meissenbichler und Ignaz Gletthofer mit, zu den wegbereitenden Förderern zählten auch Rundfunkmoderator Peter Girn und Humorist Peter Panzenbeck. Denn über den Rundfunk war der Erfolg des Trios kaum noch aufzuhalten.

Gastspiel in England

Die Einladungen häuften sich, sie spielten in ganz Österreich. „Wegen der Rundfunksendungen haben wir sehr oft geprobt“, erinnerte sich Hermann Sommer später. „Wir haben uns vorher nie etwas gedacht beim Spielen, bis wir das erste Band gehört haben.“ Insgesamt nahm das Trio 17 Schellackplatten mit 34 Stücken auf. 1957 gab es sogar internationale Anerkennung: So holten sich die drei Mürztaler beim Musikfestival in Llangollen/Wales vor 13.000 Zuschauern hinter dem Original Oberkrainer Quintett Platz zwei. Es folgte eine Einladung der BBC zu Studioaufnahmen.

Die Belastungen wurden allerdings auch groß, allein das Aufspielen für Hochzeiten kostete ihnen meist ein komplettes Wochenende. Den Schritt zum Berufsmusiker wagte deshalb keiner der Drei, so mussten sie etwa eine Amerikatournee mit den Wiener Hoch- und Deutschmeistern aus beruflichen und familiären Gründen absagen. Auch während ihrer größten Erfolge spielte das Edler Trio oft auch kostenlos oder für ein Mittagessen – die Armut war immer noch groß.

Steirisches Volksliedwerk: "Durch geschickte Stimmenaufteilung, einheitliche Phrasierung und ausgeglichenes Zusammenspiel zwischen Klarinette und Harmonika entstand der unvergleichliche Klang des Trios."
Steirisches Volksliedwerk: "Durch geschickte Stimmenaufteilung, einheitliche Phrasierung und ausgeglichenes Zusammenspiel zwischen Klarinette und Harmonika entstand der unvergleichliche Klang des Trios." Foto © Privatbesitz Familie Edler

Als Franz Edlers Tochter Stefanie 1960 heiratete trat das Trio das letzte Mal gemeinsam auf. Kurz darauf starb Haim und Edler und Sommer musizierten nur noch gelegentlich, „dann lass ma‘s no a wenig rennan, a bissl geht‘s no alleweil“, pflegte Edler damals zu sagen.
Das Edler Trio, das die Stoakogler, Pretuler Buam oder das Wietinger Trio beeinflusste, ist nun wieder zu hören. Das Steirische Volksliedwerk präsentiert am 1. Februar eine CD mit 24 Aufnahmen des Trios im Volkshaus Langenwang (19 Uhr) im Rahmen der Serie „Steirische Tonspuren“. Zu beziehen ist die CD unter Tel.: (0316) 90 86 35.

KK Das neue Buch zur Serie "Damals in der Steiermark"
Das neue Buch zur Serie "Damals in der Steiermark" © KK

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.