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KulturschatzJohannes der Täufer breitet den Mantel aus

Asyl und Schutz durch Johannes den Täufer ist ungewöhnlich, wenn nicht gar einzigartig.

Johannes der Täufer breitet nur in Mürzhofen den Mantel aus
Johannes der Täufer breitet nur in Mürzhofen den Mantel aus © Heike Dobrovolny
 

Der Kirchenbau mit seinem wehrhaften Westturm und eisenbeschlagenen Türen ist ursprünglich romanisch und wurde bereits 1232 urkundlich erwähnt. Der Bau wurde gotisch erweitert, was man an dem Gewölbe, den Fenstern und an vielen Details wie am frühgotischen Taufstein mit Kleeblattfries oder dem gotischen Sakramentshäuschen erkennen kann. Eine Geschichte für sich ist das Altarbild von Josef von Mölckh.

Man könnte bei all den Kunstschätzen den Seitenaltar übersehen, der Johannes dem Täufer gewidmet ist, dem Schutzpatron der Kirche in Mürzhofen. Der Altar wird in das zweite Viertel des 18. Jahrhunderts datiert. Das Altarbild zeigt Johannes den Täufer und Jesus im Kindesalter. Gekrönt wird der Altar vom abgehackten Kopf des Täufers auf einer Schüssel.

Ungewöhnliches Motiv

Doch das ungewöhnlichste Bild findet sich im Obergeschoß des Altares. Es zeigt Johannes den Täufer, wie er einen Schutzmantel über Gläubige ausbreitet. Dieses Motiv kennt man von der sogenannten Schutzmantelmadonna, ein weitverbreitetes und beliebtes Motiv. Der Mantel gibt Schutz und Asylrecht, so wird diese Symbolik aus dem juristischen Bereich abgeleitet. Während Schutzmanteldarstellungen mit Christus und den Heiligen Rupert und Barbara bekannt sind, schützt in Mürzhofen Johannes der Täufer die Schutzsuchenden. Eine sehr ungewöhnliche, wenn nicht gar einzigartige Darstellung.

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