Steirer des TagesMürztaler Surrealist gestaltete Kirche neu

Helmut Kand gab Innenraum des Gotteshauses in Seewiesen neues Aussehen. Der Weitgereiste arbeitet gerne daheim – aber nicht nur.

Der Surrealist Helmut Kand
Der Surrealist Helmut Kand © Franz Pototschnig
 

Seit Mai arbeitet Helmut Kand an der Innengestaltung der Leonhardkirche in Seewiesen am Fuße des Seebergs, auch das „Steirische Heiligenblut“ genannt. In der 800 Jahre alten Kirche werden Altar, Ambo, Sessio, Taufbecken und Kerzenständer in Glas und Edelstahl, aber auch mit viel Farbe gestaltet, wie es sich für einen poetischen Surrealisten gehört. „Ich setze klare Akzente, gehe aber behutsam vor und sehe keine Konflikte mit dem Vorhandenen“ – so beschreibt Kand seine Vorgangsweise. Erstmals zu sehen kriegt man das neue Werk morgen, Sonntag, bei der feierlichen Einweihung durch Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl.

Zur Person

Geboren am 13. Dezember 1946 in Bruck an der Mur.
Matura 1966, danach „Pilgerreise“ zu Salvador Dalí und Studium an der Akademie in Wien.
50 Sommer auf der Insel Ios.
Ausstellungen in Europa, USA, Kanada, Südamerika, Asien.

Ausstellungen im Ausland

Der gebürtige Kapfenberger Kand (71) ist in Museen in aller Welt vertreten. Seine freudig-farbigen Bilder sind „seismografische Berichte aus meinem Innenleben“, wie er von sich sagt. Er lebt im Sommer auf der griechischen Insel Ios, im Winter in Wien und Bruck an der Mur, war zuletzt sehr viel auf Bali und stellte von Ontario bis Jakarta aus.
In den letzten Jahren zieht es ihn wieder mehr in die Heimat, die Kirche in Seewiesen ist ein sehr reizvolles Projekt für ihn, er hat aber immer mehrere Eisen im Feuer. Heuer stellte er schon im bayerischen Ottobeuren an die 100 Bali-Bilder und -Skulpturen aus. Er hat auch bereits die Arbeit an einem „Bilderbuch“ begonnen. „Fundstücke aus Jahrzehnten“ lautet der Arbeitstitel, kurze Zitate aus Briefen oder SMS an Freundinnen und Galeristen werden durch dazu passende Bilder unterlegt.

Dieses Stöbern in den eigenen Werken zeigt dem 71-jährigen Maler, wie vielfältig sein Werk ist, über das er auch selber keinen rechten Überblick mehr hat: „Ich bin ja kein Buchhalter“, sagt er, „aber seit zwölf Jahren arbeiten Sekretärinnen an einem Werkverzeichnis, ein Ende ist nicht in Sicht“.

Blick nach vorne

Das heißt aber keineswegs, dass der agile und lebensfrohe Maler nur noch rückwärtsgewandt sein eigenes Werk betrachtet. Im Gegenteil, er hat eine Menge vor: „Ich wollte im Vorjahr am Grünen See einen Alpin-Zyklus malen, aber dann kam mir Bali dazwischen, wo ich Bilder und Skulpturen schuf. Kurz darauf war ich in Griechenland schon wieder in einer ganz anderen Welt.“ Diese Flexibilität und Offenheit will er sich auch in Zukunft bewahren: „Ich bin noch immer hungrig und neugierig.“

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