St. Barbara/VeitschAuf den Spuren von Winnetou und Robin Hood

Disziplin, Konzentration, Ruhe und dann üben, üben, üben: Bogenschießen will gelernt sein – etwa bei den Naturfreunden in der Veitsch.

Naturfreunde-Obmann Huber mit Referatsleiter Manfred Ziehenberger und Obmann-Stellvertreter Karlheinz Primec (v. l.)
Naturfreunde-Obmann Huber mit Referatsleiter Manfred Ziehenberger und Obmann-Stellvertreter Karlheinz Primec (v. l.) © Ulf Tomaschek
 

Manfred „Mani“ Ziehenberger stellt sich im 90-Grad-Winkel zur Zielscheibe hin, nimmt einen Pfeil aus dem Köcher, legt ihn an, die Hand, die den Bogen hält, wird ein ganz klein wenig angewinkelt. Dann zieht er die Bogensehne zügig zurück bis über den Mundwinkel und lässt los. „Stand – Hand – ankern – loslassen“ erklärt er diese Abfolge.

Ziehenberger ist der Leiter des Referats Bogenschießen der Naturfreunde Veitsch, Gemeinde St. Barbara. Vor fünf Jahren hat der Verein unter Obmann Franz Huber und seinem Stellvertreter Karlheinz Primec, selbst aktiver Bogenschütze, dieses Referat gegründet. „Die Idee, Bogenschießen anzubieten, hatten wir schon länger, aber die Suche nach einem geeigneten Platz gestaltete sich schwierig“, erinnert sich Obmann Huber. Mithilfe des Bürgermeisters konnte dann aber die große Wiese beim Jufa-Hotel adaptiert werden.

Auch wenn Pfeil und Bogen unwillkürlich an Indianer oder Robin Hood erinnern: „Mit Indianerspielen hat der Bogensport absolut nichts zu tun“, warnen Huber und Ziehenberger. Denn neben den Tugenden Disziplin, Konzentrationsfähigkeit und innere Ruhe – „man muss abschalten können“, weiß Primec – kommt noch etwas dazu: Üben, üben, üben!

Ulf Tomaschek „Stand – Hand – ankern – loslassen“ erklärt Manfred Ziehenberger
„Stand – Hand – ankern – loslassen“ erklärt Manfred Ziehenberger © Ulf Tomaschek

Im Selbstversuch des Redakteurs gehe ich Ziehenbergers Formel „Stand – Hand – ankern – loslassen“ noch einmal durch. Aber so einfach ist die Sache dann doch nicht. Der erste Pfeil landet in der Wiese, der zweite immerhin im Reh vor der Tafel – Blattschuss sozusagen. Aber mit jedem neuen Versuch steigt das Selbstbewusstsein, kommt der Pfeil dem Zielkreis näher. Und dann ist es soweit: Der Pfeil landet tatsächlich – nein, nicht im Schwarzen – im Gelben.

Die Bogensportarena der veitscher Naturfreunde steht nicht nur Mitgliedern offen. Jeden Mittwoch um 17 Uhr kann man schnuppern, aber bitte vorher Manfred Ziehenberger kontaktieren. Entweder unter Tel. 0650-303 85 63 oder per E-Mail unter der Adresse Mani@naturfreunde-veitsch.at.

Man kann die Bogensportarena auch buchen, Leihausrüstung ist vorhanden wie ein Instruktor. Und wer im Winter, Indianerspielen hin oder her, ein bisschen auf den Spuren von Winnetou oder Robin Hood wandeln will, hat dazu auch in der Halle Gelegenheit.

Bogenschießen ist übrigens „geschlechtsneutral“ – mit einem kleinen Vorteil für die Damenwelt, wie Obmann Huber schmunzelnd sagt: „Die Burschen glauben immer, sie können das eh schon. Aber dann schießen sie meist schlechter als die Mädchen.“

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