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Steirerin des Tages

Weltmeisterliches Gedächtnis

Seit Jahrzehnten widmet sich Luise Maria Sommer (61) sowohl schulisch als auch privat dem Gedächtnissport, nun holte sie in Singapur den Weltmeistertitel.

Luise Sommer darf den WM-Pokal in ihrer Kategorie „60+“ entgegennehmen
Luise Sommer darf den WM-Pokal in ihrer Kategorie „60+“ entgegennehmen © KK
 

Welche Werke stammen von Wagner, welche jedoch von Verdi? Wie sieht die Rangliste der kleinsten Länder aus? Um derartige Fragen zu beantworten, greifen immer mehr Menschen heutzutage prompt zu ihrem Smartphone. „Darunter leidet nicht nur die Diskussionskultur, sondern auch das Gedächtnis“, sagt Luise Maria Sommer. Die 61-jährige Englisch-Lehrerin hat sich an der HAK Mürzzuschlag nicht nur dem Freifach Gedächtnissport verschrieben, sondern übt diese Disziplin seit dem Besuch eines Vortrags 1993 auch selbst aus. Vor wenigen Tagen krönte sie sich bei den „World Memory Championships“ in Singapur in der Seniorenkategorie „60+“ zur Weltmeisterin, lauschte der österreichischen Bundeshymne, die für sie gespielt wurde, und kehrte mit einem Pokal zurück. Wer bei dem Titel der Veranstaltung aber an das Spiel Memory denkt, irrt.

Zehn Disziplinen in drei Tagen

Schließlich waren es innerhalb von drei Tagen gleich zehn Disziplinen, die Sommer in Singapur zu bewältigen hatte – angefangen über Namen und Gesichter über den Zahlen- und Kartenmarathon bis hin zum Merken von Wörtern. Im Zuge des Wettbewerbs ging es etwa darum, sich so schnell wie möglich die exakte Reihenfolge eines Päckchens mit 52 Spielkarten einzuprägen oder sich innerhalb einer Stunde eine 1000-stellige Zahl zu merken. Dass Sommer diese Marke trotz des Anhebens von 700 auf 1000 packte und in drei Kategorien ihre Werte vom letzten Antreten 2004 in Manchester „bei Weitem“ übertraf, freut sie besonders. Schließlich galten ihre zwölf Jahre alten Ergebnisse zum einen als Richtwerte, zum anderen aber auch als Ansporn, sich selbst zu besiegen.

Weil dieser Plan auf höchster Ebene aufging, gelangt Sommer zu einer wesentlichen Erkenntnis: „Der Körper stellt im Alter Limits auf, der Geist nicht. Wir müssen aufhören, uns einzureden, dass das Gedächtnis im Alter schlechter wird.“ Aus diesem Grund wird die seit 2003 im „Guinness Buch der Rekorde“ vertretene Buchautorin weiterhin für den Gedächtnissport und dessen Integration in den Tagesablauf eintreten. Immerhin, so Sommer, könne man von Namen, Gesichtern und Telefonnummern alltäglich profitieren: „Wenn ich mir einen Namen merke, bringt das meinem Gedächtnis und meinen Gesprächen im Alltag viel.“

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