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Sensation

"Neuen" Fisch in der Mur entdeckt

Zoologen stellten anhand eines DNA-Tests eine neue, bislang unbekannte Gründlingsart in der Mur fest: den Smaragdgressling. Von Robert Preis

Der Smaragdgressling
Der Smaragdgressling © www.pisces.at
 

Eine neue Art wurde entdeckt – solche Nachrichten lieben Experten jeder Fasson. Derzeit sind es die Zoologen, die Freudentänze vollführen. Denn jüngste DNA-Tests an der Grazer Karl-Franzens-Universität haben ergeben: In der oberen Mur, in einem 45 Kilometer langen Streifen zwischen dem Ort Fisching und Bruck an der Mur, lebt ein bisher unentdeckter Fisch. Man gab ihm den Namen Smaragdgressling.


Der Grazer Zoologe Stephan Koblmüller erklärt euphorisch: „Anfangs dachten wir, es handle sich lediglich um einen Hybriden, doch die Wahrheit ist, dieser Fisch lebt schon ewig in der Mur, von nächsten Verwandten seit Millionen von Jahren völlig isoliert. Er ist also eine vollkommen eigenständige Art.“


Es war im Jahr 2007, als Experten der Universität für Bodenkultur in Wien (Boku) im Rahmen einer Restwasserstudie neun Exemplare aus der Mur kurz vor Bruck an der Mur in einer Schotterbank fanden. Damals ging man von Hybriden zwischen Donaugründling und Steingressling aus. Im Vorjahr wurden wieder neun Exemplare aus der Mur gefischt. Heuer dann die Ergebnisse der DNA-Untersuchung.

Die neue Art

Smaragdgresslinge sind 50 bis 135 Millimeter groß. Sie leben in einer Wassertiefe von 0,1 bis 0,4 Metern. Große Exemplare weisen einen smaragdgrünen Schleier auf.

„Wir dachten bis dahin“, so Koblmüller, „die Fauna Mitteleuropas sei gut erforscht. Aber das überraschte uns alle. Wir sind der Meinung, dass wir etwas wirklich Spezielles gefunden haben.“ Denn Koblmüller und sein Team haben neun Fische im Rahmen der Abol- (Austrian Barcode of Life) Initiative genetisch untersucht und mit anderen Gründlings-Arten verglichen. Das Fazit in einer wissenschaftlichen Publikation: „Der hohe ökologische Wert der Mur wird somit deutlich unterstrichen.“


Auch Franz Keppel, besser bekannt als „Huchenfranz“, ist begeistert. Der Grazer Fisch-Experte hegt nun aber ebenso große Hoffnungen, was den Raum Graz betrifft: „Für mich ist es einfach schwer zu glauben, dass es diese neue Fischart nur bis Bruck geben soll. Ich bin überzeugt, dass der Smaragdgressling auch in der Grazer Stadtmur schwimmt. Man muss ihn nur entdecken.“


Die letzte grobe Bestandsaufnahme im Großraum Graz fand zwar 2012 statt, „aber der Gressling wurde ja erst heuer entdeckt, da müsste man noch einmal suchen“.
Eine Frage bleibt in diesem Zusammenhang offen: Könnte der Gressling das Puntigamer Kraftwerk verhindern? „Huchenfranz“ Keppel: „Der Huchen hat nicht gereicht, weil es in Graz bislang kein ausgeschriebenes Naturschutzgebiet gab. Das könnte sich 2016 ja ändern, wenn die nördliche Stadtmur zum Schutzgebiet wird (die Kleine Zeitung berichtete). Wenn jetzt noch eine neue Fischart dazukommt . . .“


Stephan Koblmüller ist zwar skeptisch („Das Habitat ist in der Landeshauptstadt nicht vorhanden“), aber wer weiß, was die Mur noch alles an Geheimnissen birgt.

Kommentare (3)

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burgring0
2
11
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Ist das am Ende...

...der schwimmende Wachtelkönig ???

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sigaso
1
1
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Re: Ist das am Ende...

Ich denke nicht das im Bett der Mur ein Autobahnbau angedacht ist/ war/ wird

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rc1200
3
8
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Smaragd

Na ja, wegen des Namen wird er wohl bald wieder "abtauchen"

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