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Bezirk Leoben

Internet-Plattform "fragNebenan" startet durch

Gute Nachbarschaft zu forcieren und davon zu profitieren ist das Ziel der Internet-Plattform „fragNebenan“, die auch in Leoben ins Netz ging.Von Astrid Höbenreich

Das Gründungsteam: Valentin Schmiedleitner, Mathias Müller, Andreas Förster und Stefan Theißbacher (von links) © Helena Wimmer
 

Ab und zu kommt es vor, dass einem gerade am Sonntag der Zucker ausgegangen ist, dass man womöglich Lust auf einen Spaziergang hätte, aber nicht so gerne alleine geht oder man kurz Hilfe für eine kleine handwerkliche Tätigkeit bräuchte. Hat man gute Nachbarn, ist das alles kein Problem. Was aber, wenn man die Menschen, die in seiner Umgebung wohnen, nicht gut oder gar nicht kennt?
Diese Frage haben sich vor etwa drei Jahren auch vier junge Männer, die nach Wien gezogen sind, gestellt und nicht lange danach die Antwort in Form des Online-Nachbarschaftsnetzwerkes „fragNebenan“ serviert.

Kontakt aufnehmen

„Einige von uns sind in eher ländlichem Gebiet aufgewachsen und für uns war es selbstverständlich, die Nachbarn zu kennen. In Wien war das anders, deshalb haben wir nach einer Möglichkeit gesucht, Kontakt zu unseren Nachbarn aufzunehmen. So ist unsere Plattform entstanden und somit das Online-Netzwerk für gute Nachbarschaft“, erzählt Valentin Schmiedleitner, der neben Geschäftsführer Stefan Theißbacher, Programmierer Mathias Müller und Gestalter Andreas Förster einer der Gründer der Plattform ist und für Vernetzung und Kundenservice zuständig ist. Die vier, die im Alter von 32 bis 36 Jahren sind, kommen aus Oberösterreich, Kärnten, Wien und der Steiermark.

Nachdem das Netzwerk in Wien seit Mai 2014 auf mittlerweile 31.000 Nutzer angewachsen und ein voller Erfolg ist, ist die Steiermark „der erste weitere Schritt hinaus aus Wien“, so Schmiedleitner: „Wir versuchen neben Leoben auch in Graz und Kapfenberg, Nachbarschaften aufzubauen. Nach nur einem Tag hatten wir bereits 200 Anmeldungen.“ Anmelden kann man sich unter www.fragnebenan.at

Bewusst ausgewählt

„Leoben haben wir bewusst ausgewählt, weil wir sehen möchten, wie sich das Netzwerk im kleineren, urbanen Bereich entwickelt. Wir hoffen in der Steiermark natürlich auf ähnliche Erfolge wie in Wien.“ Der große Unterschied dieses sozialen Netzwerkes zu anderen, wie etwa Facebook, sei es, dass die Kontakte nicht virtuell bleiben, sondern sich Menschen im realen Leben finden und kennenlernen. „Wir wollen keine Online-Nachbarschaft erzeugen, im Gegenteil“, betont Schmiedleitner, der dem Thema Nachbarschaft einen großen Stellenwert einräumt. „Je mehr Menschen man um sich herum kennt, desto wohler fühlt man sich, es trägt sogar zur Gesundheit bei. Vor allem bei älteren Menschen, die alleine angekommen sind.“

20 Prozent der Nutzer seien über 60 Jahre alt und würden eine intakte, hilfreiche Nachbarschaft genießen. „Der Großteil der Nutzer ist zwischen 30 und 45 Jahre alt. Meldet sich jemand in unserem Netzwerk an, beträgt der Radius der mit ihm vernetzten Nachbarn rund 750 Meter, das sind rund fünf Gehminuten.“

Im Netzwerk können auch eigene Gruppen gebildet werden, wie etwa von Pensionisten, die gemeinsam walken möchten oder von jungen Müttern, die sich treffen. „Am 18. Mai findet in Leoben – der Ort steht noch nicht fest – ein Nachbarschaftstreffen neuer Mitglieder statt. Damit wollen wir das Offline-Erlebnis stärken“, erklärt Schmiedleitner.

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