AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Bezirk Leoben

Milchbauern: Protest gegen den EU-Kurs

Die IG Milch stellt bei einer Infoveranstaltung in St. Michael mögliche Alternativen zur Milchwirtschaft in der EU vor – das „Milchmanifest“. Von Andreas Schöberl-Negishi

Bernd Kaufmann, Trofaiach, von der IG Milch
Bernd Kaufmann, Trofaiach, von der IG Milch © Schöberl
 

Nun macht sie auch in der Region Leoben mobil, die IG Milch – der Verein österreichischer Grünland- und Rinderbauern. Den Protest gegen die Situation am europäischen Milchmarkt hinterlegten die Vertreter der IG Milch bereits auch in der Bundeshauptstadt Wien.
Nun lädt die IG Milch am kommenden Dienstag, dem 3. Mai, um 19.30 Uhr zu einer Informationsveranstaltung ins Gasthaus Eberhard in St. Michael. „Wachstum und Intensivierung in der Milchproduktion führen geradewegs in die Sackgasse“ ist das Motto des Abends. Ewald Grünzweil, Obmann der IG Milch, wird dabei über eine mögliche Neuausrichtung der Milchwirtschaft referieren. „Exportwahn und Turbokühe sind nicht die Lösung“, meint Grünzweil. Er wird in St. Michael das sogenannte Milchmanifest vorstellen: In diesem hat die IG Milch zehn Ansätze festgehalten, die aus ihrer Sicht zu einer nachhaltigen Lösung der Milchkrise führen können. Thomas Schmidthaler wird in seinem Vortrag das betriebliche Größenwachstum in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen stellen. Sein Credo: „Wir müssen weg vom Ich oder Du, hin zu einem Ich und Du. Wir müssen einen solidarischen Weg gehen.“


Scheinlösungen


Auch Bernd Kaufmann, Vertreter der IG Milch aus Trofaiach, spart nicht mit Kritik: „Die Situation am Milchmarkt ist teilweise katastrophal. Die ersten Molkereien in Deutschland zahlen bereits 15 Cent pro Liter an die Bauern und Österreich ist mit abhängig von den EU-Marktpreisen“. Politiker und Funktionäre von Molkereien würden oft nur Scheinlösungen vorstellen: „Die Probleme betreffen nicht nur den Erzeugerpreis, sondern auch die allgemeinen Wirtschaftsformen im Bereich der Tierhaltung“, so Kaufmann. Und weiter: „In Deutschland warnt die Tierärzte-Akademie in Göttingen vor der modernen Milchviehhaltung, die nicht mehr tragbar ist.“ Konkret seien das etwa die Leistungssteigerung mit Kraftfutter oder das geplante Verbot der „Anhängehaltung“ bei Rindvieh. Die Maßnahmen würden auch weitreichende Folgen für Österreich haben. „Deshalb haben wir ein Gesamtkonzept mit NGOs erstellt – das Milchmanifest. Es geht uns nicht nur um den Milchpreis“, sagt Kaufmann.

Kommentare (1)

Kommentieren
aabdc6c8dfd81213e0497f52fe379c6a
1
0
Lesenswert?

Der Markt bestimmt den Preis.

Warum sollen unsere Bauern mehr für ihre Milch bekommen?

Antworten