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Leoben

Zwölfjähriger überspringt zwei Mathe-Klassen

Der zwölfjährige Daniel Wagner ist ein Ausnahmetalent. In Mathematik hat der Leobener zwei Schulstufen übersprungen. Und sein Hunger nach mehr Wissen ist noch nicht gestillt.

Beim Rechnen an der Tafel lebt er auf: Daniel Wagner liebt Mathematik. Besonders Algebra liegt ihm am Herzen
Beim Rechnen an der Tafel lebt er auf: Daniel Wagner liebt Mathematik. Besonders Algebra liegt ihm am Herzen © Maria Schaunitzer
 


Für viele ein Horror, für ihn ein Traum: Wenn der zwölfjährige Daniel Wagner von Mathematik erzählt, leuchten seine Augen. „Ich bin ein richtiger Fan. Ich löse gerne Probleme, und in der Mathematik gibt es genug Probleme zu lösen“, schwärmt Daniel, der momentan die zweite AHS-Stufe in der ABC-Schule in Leoben besucht. Seine Faszination für Algebra und Co. kann er nun auch ausleben. „Nachdem wir hier in unserer Schule nicht genügend ‘Nahrung’ für Daniels Mathematikhunger liefern konnten, gingen wir eine Kooperation mit dem Alten Gymnasium und Direktor Fritz Fischelschweiger ein. Daniel radelt viermal in der Woche ins Alte Gymnasium, um dort dem Unterricht der 4. Klasse beizuwohnen. Und auch da gehört er zu den Besten“, erzählt Petra Plonner, pädagogische Leiterin der ABC-Schule.

Die Schule sollte ein Ort sein, wo Begabungen entdeckt und gefördert werden und nicht nur Schwächen ausgeglichen.  

Petra Plonner


Aber auch abseits von Zahlen und Formeln sticht der Zwölfjährige hervor. Erst vor zwei Jahren ist Daniel mit seiner Familie zurück in die Region gezogen. Aufgewachsen sind er und seine zwei Brüder in Liverpool. Deutsch wurde in dieser Zeit kaum gesprochen. Als die Familie zurück nach Österreich kam, mussten die Kinder die Sprache mehr oder weniger neu erlernen. „Das war auch für unsere Schüler auch eine echte Bereicherung. Wir haben versucht, viel Englisch zu sprechen und viel zu erklären, und so hat Daniel schnell gelernt“, erzählt Plonner. Binnen kurzer Zeit hat er die Sprache erlernt, heute spricht er schon in breitem steirischen Dialekt. „Ich bin eine echte Leseratte. Das hat mir sicher auch geholfen“, ergänzt Daniel. Gemeinsam mit seinem älteren Bruder arbeitet er als „Hobby“, wie er selbst sagt, an einem Fantasieroman. Einfach so zum Spaß.

Ich bin ein echter Fan. Ich löse gerne Probleme und in der Mathematik gibt es genug Probleme zu lösen. 

Daniel Wagner


Talent erkannt


Schon früh wurde das Talent von Daniel für die Mathematik entdeckt. Als Zweijähriger soll er seinen Vater gefragt haben: „Jetzt weiß ich, wie viel 3 plus 2 ist. Aber wie viel ist eigentlich 3 minus 2.“ Der Vater, selbst Mathematik- Lehrer, erkannte das Talent seines Sohnes und fördert es seither enorm. Auch in Liverpool hat der Schüler bereits einige Klassen überspringen können. In Österreich musste er jedoch neben der Sprache auch sonst noch einiges Lernen. „Die Denkweise in der Mathematik ist hier anders als in Großbritannien. In Österreich ist es wichtig, wie man zu einem Ergebnis kommt. In den englischen Schulen ist der Weg dahin egal, Hauptsache das Ergebnis stimmt. Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen“, erzählt Daniel.


Wenn er groß ist, möchte der Zwölfjährige einmal Mathematik-Professor an der Uni werden. “Das war schon immer mein Wunsch“, so Daniel. Auf die Hochschule möchte er sowieso möglichst rasch. „Es gibt die Möglichkeit die Matura in einem Fach vorzuziehen. Dann könnte Daniel einen Tag in der Woche bereits in Graz studieren“, erklärt Plonner, die das Studium ihrem Schützling auch sozial zutrauen würde. „Wir führen mit allen Schülern viele Gespräche über Begabungen und Talente. Damit niemand zum Außenseiter wird“, erzählt Plonner. „Die Schule sollte ein Ort sein, wo Begabungen entdeckt und gefördert werden und nicht nur Schwächen ausgeglichen. Daniel ist dafür ein schönes Beispiel“, ist die Pädagogin überzeugt. Der Schüler selbst ist sich seiner Begabung durchaus bewusst. „Ich glaube, das ist eine Gabe von Gott. Aber, wenn mein Papa diese nicht entdeckt hätte, wäre ich sicher noch nicht so weit“, ist sich Daniel sicher.


Auch Arbeit steckt dahinter


Aber abseits des Talents steckt auch Arbeit dahinter. Neben der Schule übt und lernt Daniel noch zusätzlich mit einem speziellen Computerprogramm. Außerdem hat er sein eigenes Forschungsprojekt, wo er eigene Formeln entwickelt, am Laufen. Auch am „Känguru der Mathematik“-Wettbewerb hat er bereits teilgenommen. Für die kommenden Bewerbe will er noch mehr üben, um noch besser abzuschneiden.

MARIA SCHAUNITZER

Kommentare (6)

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newone
0
1
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Großartig!

Man muss auch die Schule loben, die hier eine tolle Lösung gefunden hat!

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denktnach
0
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Super, aber

hoffentlich bleibt noch genug Zeit zum Spielen und Herumalbern mit anderen Kindern! Denn man sollte nicht vergessen: Die Kindheit ist kurz und kommt nicht wieder!

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Genesis
2
17
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Bravo !

Super, der Bursche gehört unbedingt auch weiterhin intensiviert gefördert. Gerade bei uns in Österreich, wo das Mittelmaß das Maß aller Dinge ist und von der Politik in den Vordergrund gedrängt wird ist diese Meldung einmal eine angenehme Ausnahme ! Hoffentlich gibt es für ihn die passenden Einrichtungen, damit er nicht wieder mit seiner Familie nach Liverpool fortzieht.

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18
2
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... der Bursche?

Mag er begabt, tüchtig oder auch nur eifrig sein - ein Bursche ist der Knabe aber noch nicht.

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Ichweissetwas
2
14
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Bravo, junger Mann!

Bleibe am Ball, dann machst Du Karriere und die Welt steht Dir offen!

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kayujati88
1
14
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super

gratuliere.........

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