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Leoben

Land dreht Windprojekt den Saft ab

Statt sieben neuer Windräder entsteht auf dem Kraubatheck ein neues Naturschutzgebiet. So sieht es ein brisanter Verordnungsentwurf vor, der der Argumentation der Projektgegner folgt.

© Wien Energie/Ian Ehm
 

Briefe, Gegengutachten und sogar eine Klagsdrohung gegen die Landesregierung – nichts hat geholfen. Am Kraubatheck (Bezirk Leoben) dürfte es tatsächlich so kommen, wie von den Planern des dortigen Windkraftprojekts befürchtet: Das Land will das betroffene Gebiet, so wie von ansässigen Grundbesitzern gefordert, unter Naturschutz stellen. Ein entsprechender Verordnungsentwurf ist fertig ausgearbeitet und sollte in den nächsten Wochen (eventuell noch in leicht abgeänderter Form) die Landesregierung passieren. Die Pläne für den Windpark mit sieben Rädern wären damit Geschichte.

Brisant ist der Fall deshalb, weil das Land den Höhenzug erst 2013 als „Eignungszone für Windkraftnutzung“ ausgewiesen hatte. Anrainer, vor allem drei Großgrundbesitzer, machten allerdings gegen den geplanten Windpark der Gesellschaft Ecowind mobil und ließen private Naturschutzgutachten erstellen. Diese waren offenbar so stichhaltig, dass das Land ein Prüfverfahren einleitete, ob tatsächlich ein schützenswerter Landschaftsteil vorliegt (wir berichteten).

Zahlen und Fakten

17 Windräder mit 38 Megawatt (MW) Gesamtleistung wurden 2014 in der Steiermark dazugebaut. Elf davon (25 MW) entstanden auf dem Steinriegel bei Ratten, drei (7 MW) am Gaberl und weitere drei (6 MW) auf der weststeirischen Freiländeralm.

1016 Windräder drehen sich in ganz Österreich. Sie liefern jährlich 4,5 Milliarden Kilowattstunden Strom, was dem Verbrauch von rund 1,3 Millionen Haushaltene ntspricht. Die meisten Räder stehen in Niederösterreich (506) und im Burgenland (404).

29 Windräder mit 85,6 Megawatt (MW) Gesamtleistung sollen heuer im Land neu in Betrieb gehen. 14 davon (42 MW) auf der Pretul, 13 (39 MW) auf der weststeirischen Handalm und zwei (4,6 MW) auf dem Moschkogel bei Mürzzuschlag.

 

Dieses Verfahren ist jetzt abgeschlossen. Das Fazit: „Aus fachlicher Sicht führt kein Weg daran vorbei, das Gebiet unter Naturschutz zu stellen“, heißt es aus dem Zuständigkeitsbereich von Umweltlandesrat Gerhard Kurzmann (FPÖ). Genau an jener Stelle, wo die Windräder geplant waren, befinde sich ein wichtiger Zugvogelkorridor, zudem sei das Gebiet ein unverzichtbares Habitat für Spechte und Raufußhühner. All das vertrage sich nicht mit einem Windpark. In die Planungen für diesen hatten die Betreiber nach eigenen Angaben bereits mehrere Hunderttausend Euro investiert.

Dass die Verordnung die Landesregierung nicht bereits im Dezember passiert hat, liegt an der Kritik der ortsansässigen Agrargemeinschaft, die im Falle eines Naturschutzgebiets um die freie Nutzung ihrer Almen und Wege fürchtet – und wohl auch um Pachteinnahmen, die der Windpark eingebracht hätte. Die örtliche Bauernkammer schaltete sich ein, Agrarlandesrat Hans Seitinger (ÖVP) ließ die Verordnung zurückstellen. Umfang und Ausmaß der Unterschutzstellung könnten sich damit noch ändern. Doch am grundsätzlichen fachlichen Ergebnis sei nicht zu rütteln, heißt es aus dem Büro von Umweltlandesrat Kurzmann.

Dennoch geht der Ausbau der Windkraft in der Steiermark voran. 2014 sind 17 Windräder mit einer Gesamtleistung von 38 Megawatt dazugekommen, für heuer erwartet der Branchenverband IG Windkraft weitere 85 Megawatt aus 29 neuen Anlagen. Insgesamt drehen sich im Land bislang 65 Windräder. Österreichweit sind es durch den Ausbau in Niederösterreich und im Burgenland bereits mehr als 1000 Räder.

GÜNTER PILCH

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DSV
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Mich hat es ja gewundert, dass der "Wachtelkönig" dort oben nicht gesichtet wurde. Er verhindert bis jetzt im Ennstal den Autobahnbau. Oder waren vielleicht "Ziesel" und "Feldhamster" dort oben gesichtet? Ich glaube, wir müssen die Grünen fragen, was da eigentlich los ist.

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koeckhuber
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Rettet uns vor der Geldgier kurzsichtiger Grundbesitzer

Man kann den steirischen Landes-politikern nur gratulieren, wenn sie das Kraubatheck vor der Zerstörung gerettet haben. Die unsaubere Gemengelage von interessengesteuerter Lokalpolitik und skrupellosen Grundbesitzern, die sogar ihre eigebe Grossmutter versilbern würden, hätte ein unwiederbringliches Naturerbe ohne jede Not oder Nutzen für die Allgemeinheit für immer vernichtet.

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Freunderlwirtschaft wird mal wieder groß geschrieben.

Anscheinend ist es den Herrn in der Landesregierung lieber, dass der Strom von AKWs kommt statt sauberen Strom durch Windkraftwerke.

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gruschi
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Nachhaltig Gegen Sauberen Strom

Aber für "Billig Strom" aus der Steckdose von Lieferant AKW. So mancher in den Regierungen schauen auch nicht fesch aus. Sie werden auch nicht verbannt oder getauscht.

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bt33
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da hat halt der richtige herr doktor seine...

...jagdhütte in der nähe...

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Specht und Raufußhuhn ...

.. den natürlichen Lebensraum streitig zu machen ist falsch. Die finanzielle Gier der Umweltzerstörer kennt keine Grenzen. Hier hat die Landesregierung anscheinend mal richtig gehandelt, aus welchen Gründen ist zweitrangig.

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Dirk12
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Der Specht und Raufußhuhn stehen ja auf den windumtosten Höhenzug Kraubatheck!

Aber wie schon angesprochen: Ein privates Gutachten blah blah...

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politik und cash

denen ghört alle tag von 18-06h der Strom abdreht . keine Windkraft , keine Wasserkraft , kein Atomstrom , also ab 18h kerzenenergie .

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Wozu, Windkraft?

Ich brauche keine Wasserkraftwerke und schon gar keine Atomkraftwerke usw. Bei mir kommt der Strom aus der Steckdose! Und gerade hier braucht sich keiner aufspielen als Umweltapostel und Stromsparer. Das widerspricht sich nämlich, als Zeitungsleser am Computer.

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aabdc6c8dfd81213e0497f52fe379c6a
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gutachten die von privaten bestellt werden,

denen ist das Ergebnis vorgegeben.
wer zahlt schafft an!!

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ansager
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zahlen und fakten

"1016 Windräder mit 38 Megawatt (MW) Gesamtleistung wurden 2014 in der Steiermark dazugebaut".
.
kleiner fehler, weil 1000 sind es in ganz österreich

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fob7
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eine Hanswurstiade sondergleichen.

und die schwäche der landesführung zuzuschreiben. zugvogelkorridor, Spechte und raufußhühner. ich lach mich krumm.

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Miraculix11
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Irgend ein Tier...

wohnt immer wo in der Natur und wenn es auch nur ein seltener Wurm ist. Wer suchet der findet.

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