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2000 Menschen eingeschneitErkundungsflüge abgebrochen, Versorgungsflug gelang

Prekäre Situation in der Obersteiermark ++ Sperre der L127 nach Radmer ++ In Radmer 500 Personen von der Außenwelt abgeschnitten ++ Präbichl bleibt auch Montag noch gesperrt ++ Lawinengefahr weiter auf Stufe 4 ++ Häuser evakuiert ++ Versorgungsflüge durch das Bundesheer durchgeführt ++ Sperre der B 320 bleibt aufrecht ++

Ein Versorgungsflug konnte erfolgreich durchgeführt werden © Bundesheer/ Peter LECHNER
 
  • Es gab auch am Sonntag keine Entwarnung der ernsten Lage in der Obersteiermark. Straßen bleiben weiterhin gesperrt. Um 11 Uhr trat in Radmer (Bezirk Leoben) die Lawinenkommission zusammen, und entschied, dass die L127 ins Radmertal wegen akuter Lawinengefahr bis auf Widerruf gesperrt wird.
  • In Radmer sind 500 Personen von der Außenwelt abgeschnitten. Die ärztliche Versorgung ist gewährleistet. In dringenden Fällen wird, nach Absprache mit dem Roten Kreuz, ein Transport mit geeigneten Fahrzeugen zur Radmerer Brücke durchgeführt.
  • Bundesheerhubschrauber mussten Erkundungsflüge abbrechen
  • Erster Versorgungsflug in das Sölktal gelang
  • Der Präbichl bleibt auch Montag noch gesperrt
  • In Eisenerz begann die Freiwillige Feuerwehr das Dach des JUFA-Hotels in der Eisenerzer Ramsau abzuschaufeln.
  • Hoffnung auf ein Wetterfenster: BMI-Hubschrauber aus Klagenfurt unterstützte die Steiermark
  • Die Lawinenwarnstufe bleibt mit Stufe 4 der fünfteiligen Gefahrenskala weiterhin groß und die Einsatzkräfte und Behörden sind stark gefordert: Dabei galt es auch Einsätze zu absolvieren, die nicht notwendig wären. Es ist kaum zu glauben, dass sich jemand bei diesen Bedingungen überhaupt ins Gelände traut: Bergrettung und Alpinpolizei mussten am Samstag aufsteigen, weil sich drei Männer bei der Abfahrt von der Hochwurzen ins Preuneggtal verirrt hatten. Die Lawinengefahr spitzt sich immer weiter zu. Apell der Bergrettung an Wintersportler: "Die gesicherten Pisten keinesfalls verlassen!"
  • Seit 20 Uhr ist auch die Zufahrt zum Skiresort Loser in Altaussee gesperrt

Einsatzbesprechung in der Landeswarnzentrale

Am Sonntagvormittag flog ein Hubschrauber des BMI in das Murtal, um in der Nähe zu sein, sobald sich ein Wetterfenster öffnet. Wir haben kein klares Lagebild, die Lage bleibt absolut dramatisch", sagte Michael Schickhofer (SPÖ) mittags bei einer Besprechung in der Landeswarnzentrale in Graz. Katastrophenschutzreferent Schickhofer: "Wir wissen nicht, was sich am Grimming abspielt." Sicherheitssperren wurden zur Vorsorge verordnet. Alles hoffte schon am Vormittag auf ein Wetterfenster, damit erste Erkundungsflüge durchgeführt werden können.

 

Katastrophenschutzreferent Michael Schickhofer und der Leiter der FA Katastrophenschutz und Landesverteidigung Harald Eitner Foto © Katrin Schwarz

Diese Erkundungsflüge wurden schon seit Tagen erwartet, denn erst dadurch kann man sich ein genaues Bild von der Situation verschaffen. Ein Hubschrauber des BMI wurde gegen Mittag ins Murtal überstellt. Am Vormittag sah es so aus, als ob zumindest im Pölstal eine Befliegung möglich sein werde. "Bis zu zwei Hubschrauber sind startklar. Sobald die Wetterlage am Nachmittag es zulässt, werden Versorgungsflüge durchgeführt", so Oberst Gerhard Schweiger vom Militärkommando Steiermark.

 

Bundesheer und Feuerwehr: Start des Versorgungsfluges in der Sölk

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"Unser Hotspot ist weiter das Gebiet um den Grimming", erklärte Josef Dick, Bezirkshauptmann des Bezirk Liezen. Durch die Hubschrauberflüge - auch Mitglieder der Lawinenwarnkommission waren an Bord - sollte auch die Situation an der B 320 beurteilt werden. "Es wird versucht ins Sölktal durchzukommen bzw. im Bereich des Grimmings Lawinensprengungen durchzuführen", so Oberst Schweiger. Hubschrauber befanden sich in der Luft "es wird zumindest versucht", erklärt Schweiger.

Flüge abgebrochen

Gegen 14 Uhr war dann klar, dass ein erster Erkundungsflug abgebrochen werden musste, eine Alouette war gestartet. Es zeigte sich aber, dass Rinnen und Hänge voller Schnee sind. Das Gutachten der Lawinenwarnkommission ergab, dass die Sperre der B 320 aufrecht bleibt. Der Flug musste aber abgebrochen werden, weil die Sicht zu schlecht war. Ein Versorgungsflug mit einer zweiten Alouette in Richtung Stein an der Enns gelang besser, die Sicht im Tal dürfte besser sein, erklärte der Katastrophenschutzreferent des Bezirk Liezen Christian Gebeshuber. Auch der Hubschrauber des BMI, der St. Johann am Tauern im Bezirk Murtal anfliegen sollte, musste wieder abdrehen.

Bundesheer und Feuerwehr: Start des Versorgungsfluges in der Sölk

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Schnee in der Obersteiermark: Versorgungsflug des Bundesheeres gelang

Wegen des anhaltend schlechten Wetters in der Obersteiermark mussten Bundesheer und Polizei ihre Erkundungs- bzw. Versorgungsflüge mit Hubschraubern am Sonntagnachmittag einstellen.

Bundesheer/Peter Lechner

Ein Flug einer Alouette III aus Aigen im Ennstal mit Versorgungsgütern ins abgeschnittene Sölktal gelang.

Bundesheer/Peter Lechner

Ein Einsatz zur Absprengung einer Lawine am Grimming, um die B320 freizubekommen, musste abgebrochen werden.

Bundesheer/Peter Lechner

Weitere Bilder!

Bundesheer/Peter Lechner
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Mehrere Hundert Einsatzkräfte sind im Einsatz.

Die Wetterprognosen

Die Entspannung dürfte bis Montag in der Früh andauern. Kopfzerbrechen bereitet dem Meteorologen aber die Nacht von Montag auf Dienstag. Bis Freitag sind dann wieder bis zu 50 Zentimeter möglich. „Mit der Situation, die wir jetzt haben, ist jeder Zentimeter zu viel“, so Albert Sudy von der Zamg. Die Lawinengefahr bleibt mit Stufe 4 der fünfteiligen Gefahrenskala weiterhin groß.

 


 

Einige Urlauber ignorierten in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Sperre und verließen Hohentauern in Richtung St. Johann - mitten durch die Lawinen-Gefahrenzone. Um das zu verhindern, wurden am Sonntag Schutzwälle aus Schnee mitten auf der Fahrbahn errichtet.

 

Situation in Leoben


Und auch in Leoben sind einige Ortschaften nicht erreichbar. Die Lawinenkommission in Radmer entschied Sonntagvormittag, dass die L127 m Nachmittag gesperrt wird. Die Bewohnerinnen und Bewohner wurden informiert, wie Bürgermeister Ludwig Gottsbacher erklärt. Im Ort ist auch die ärztliche Versorgung gewährleistet, weil der Arzt Josef Lamprecht im Ort ist, auch die Versorgung mit Lebensmitteln ist durch ein örtliches Geschäft gesichert. Montag Vormittag tritt die Lawinenkommission zur nächsten Besprechung zusammen.

In Eisenerz ist die Freiwillige Feuerwehr Eisenerz mit Unterstützung der Kollegen aus Landl um 14 Uhr in die Eisenerzer Ramsau ausgerückt, um das Dach des JUFA-Hotels von den Schneemassen zu befreien, immerhin liegen dort mehr als zwei Meter Neuschnee.

Eisenerz und Hieflau sind aus Richtung Leoben seit Freitag nicht erreichbar. Wobei es die Bewohner gefasst nehmen. „Früher war das ganz normal, dass wir ein Mal im Jahr eingesperrt waren“, erzählt Aurelia Koppler aus Eisenerz. Angst habe sie keine, denn die medizinische Versorgung sei durch das Gesundheitszentrum, das seit Samstagmittag geöffnet ist, gewährleistet. „Und zum Essen habe ich auch genug zu Hause.“ Ralph Plassnegger macht es wie viele Betroffene, er schaufelt meterhohen Schnee weg.

Schneeschaufeln als Wochenendbeschäftigung in Eisenerz Foto © LR Ralph Plassnegger

>> Mehr dazu hier: Entwarnung in Eisenerz: Gesundheitszentrum 24 Stunden in Bereitschaft

 



Kommentare (3)

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Schokuch
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2
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Stand der Technik ist,

dass man für solche Situationen Lawinenradare bei den kritischen Stellen installiert. Dann wäre man auch nicht mehr "blind" und müsste auf Schönwetter für Hubschrauberflüge warten. In Kombination mit künstlicher Lawinenauslösung würde es sowieso nicht zu so langen Straßensperren kommen müssen. Die Herren Schickhofer und Eitner und die zugehörigen Stellen (Katastrophenschutz und Lawinen- und Wildbachverbauung) kennen diese erprobte Technologie, nur für die Umsetzung sind ihnen die Winter nicht schneereich genug. Die selbe Radartechnologie kann auch als Muren und Steinschlagsradar eingesetzt werden. Es wäre also eine Doppelnutzung gegeben.

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Reipsi
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Versorgungsflüge nach

4 Tage und da heißt es immer man soll für mindestens für 10 Tage vorgesorgt haben , Privathaushalte .

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Sepp57
40
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Ich werde jetzt auch

bald einen außerplanmäßigen "Erkundungsflug" in die Schneegebiete machen. Diese Schneekonditionen kann man sich doch nicht entgehen lassen . .

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