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Leoben/MurtalEin Instrument zu lernen, prägt für das Leben

Heinz Moser (50) ist neuer Direktor der Musik- und Kunstschule Leoben. Seit 18 Jahren leitet er schon das Sinfonische Orchester Leoben.

Heinz Moser, Direktor der Musik- und Kunstschule Leoben © Johanna Birnbaum
 

Als Cellolehrer an der Musik- und Kunstschule Leoben und Dirigent des Sinfonischen Orchesters Leoben ist Heinz Moser vielen Musikliebhabern schon seit Jahren bekannt. Seit 1. September leitet der gebürtige Knittelfelder die Musik- und Kunstschule der Bezirkshauptstadt und folgte Hannes Moscher nach.

Sein Weg zum Berufsmusiker und Musiklehrer war aber nicht so klar vorgezeichnet, weil es den 50-Jährigen nach der Matura in Knittelfeld erst an die Montanuniversität Leoben verschlug. Drei Jahre lang war die Kunststofftechnik sein Studienziel, doch die Musik war ständiger Begleiter. Der Entschluss, Tönen, Klängen und Akkorden die berufliche Hauptrolle zu überlassen, reifte und Moser begann Schulmusik, Mathematik und Cello in Graz zu studieren. 1990 übernahm er bereits das Orchester der Montanuniversität. „Ich habe mir das Dirigieren autodidaktisch beigebracht, wollte es immer machen, und ich konnte es auch“, erklärt er kurz und bündig.

Orchestergründung

Bereits mit 21 Jahren hatte er in seiner Heimatstadt ein Jugendkammerorchester gegründet. „Wir waren so 20 Leute zwischen 15 und 20 Jahren. In Knittelfeld war niemand da, der so etwas gemacht hätte“, ist Moser überzeugt. Schon damals habe er gemerkt, dass ihm Menschenführung liege, und dass er es ganz gut könne.

Er selbst sei mit Musik aufgewachsen. „Mein Vater ist begeisterter Hobbyposaunist. Er ist ein Fan klassischer Musik und meinte, wir Buben sollten ein Streichinstrument lernen. Ich lernte Cello, weil ich das Instrument so gut fand, meine Brüder haben sich der Geige verschrieben“, erzählt Moser. Bereits mit 15, 16 Jahren habe er das Glück gehabt, mit guten Orchestern spielen zu dürfen, auch solistisch. „Ich war da auch schon bei Gastspielen in Japan“, sagt er so nebenbei, aber doch ein wenig stolz.

Seit 18 Jahren unterrichtet er nun an der Musik- und Kunstschule in Leoben. Den Entschluss, sich als Direktor zu bewerben, fasste er, weil er „etwas Neues machen wollte“. „Ich wurde bei dem Entschluss auch von außen bestärkt, auch von anderen Direktorenkollegen. Jetzt unterrichte ich zwölf Stunden in der Woche, der Rest der Zeit ist der Organisation und auch der Weiterentwicklung der Schule geschuldet“, erzählt der in St. Marein bei Knittelfeld lebende zweifache Familienvater.

Wichtiger Musikunterricht

Als Direktor sei es auch eine wichtige Aufgabe, für eine gute Auslastung zu sorgen. „Wir versuchen, durch verschiedene Aktivitäten auch die Eltern zu erreichen. Derzeit unterrichten 31 Lehrerinnen und Lehrer 750 Schülerinnen und Schüler. Wir wollen den Eltern vermitteln, wie wichtig Musikunterricht und das Erlernen eines Instrumentes ist, dazu gehört auch Gesang. Intelligenz, Sozialkompetenz, Teamarbeit und Konsequenz werden nachweislich durch Musikunterricht gefördert“, ist Moser überzeugt.

Ich finde es schade, dass es für manche Eltern eine Hürde ist, Kinder zum Unterricht zu bringen. Wobei wir ja überall hinfahren, wo wir unterrichten sollen“, so Moser. Derzeit gebe es dislozierten Unterricht in St. Michael, Niklasdorf und St. Stefan. Auch mit Volksschulen kooperiere man gut.

Im Moment bereitet er sich als Dirigent mit dem Sinfonischen Orchester Leoben auf das erste Abonnementkonzert dieser jungen Saison am kommenden Dienstag, dem 16. Oktober, um 19.30 Uhr im Congress Leoben vor. Werke von Johannes Brahms und Antonín Dvorák stehen auf dem Programm. Solistin ist die in Leoben bereits bekannte Geigerin Martina Miedl, die in Gaal bei Knittelfeld aufgewachsen ist, und in Hannover Geige studiert.

Martina Miedl spielt am Dienstag, dem 16. Oktober, mit dem Sinfonischen Orchester Leoben und Dirigent Heinz Moser im Congress Leoben Foto © KK

„Ich finde es schön, mit jungen Künstlern zu arbeiten. Die Leobener Orchesterarbeit ist auch spannend für mich, weil es großteils ein Amateurorchester ist. „Derzeit spielen 52 Musikerinnen und Musiker mit. Wir erarbeiten immer sehr schöne Konzerte, und es macht mich glücklich, eigene Gefühle und Interpretationen mitzuteilen und umgesetzt zu bekommen“, meint er. Moser ist in diesem Zusammenhang der festen Überzeugung, dass nicht jeder Dirigent den richtigen Draht zu seinen Musikern legen könne. „Ich glaube, bei uns gelingt das sehr gut“, sagt er abschließend.

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