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Niklasdorf, LeobenKatarina Sweda: Die Künstlerin und ihre Liebe zum Dreidimensionalen

Katarina Sweda wandelt zwischen Gemälden und Skulpturen. Die Spezialität der Künstlerin aus Niklasdorf sind aber Barbara-Statuen.

Katarina Sweda, Künstlerin Niklasdorf
Katarina Sweda in ihrem Atelier: Die Arbeit an dem Gemälde hat sie beendet, gezeigt wird es ab kommenden Freitag in Bruck © Martina Marx
 

Ich denke, es ist fertig“, sagt Katarina Sweda. Ein paar Schritte tritt sie zurück und begutachtet ihre Arbeit. „Es“ ist ein Gemälde. Es zeigt eine junge Frau, gekleidet in einem roten Kleid. Während der letzten Wochen hat die slowakischstämmige Künstlerin daran gearbeitet. Malutensilien wie Pinsel und Stifte, ein Laptop und zahlreiche ihrer unterschiedlichen Werke haben in Swedas Atelier in Niklasdorf ihren Platz. Eine charmante, geordnete Unordnung. „Es ist ein bisschen zu klein“, sagt Sweda und lässt ihren Blick schweifen. „Große Skulpturen brauchen Platz, man muss sie aus einer Entfernung betrachten können bei der Arbeit.“ Skulpturen sind Swedas Leidenschaft. „Eine Zeichnung ist für mich immer eine Idee“, erklärt sie. „Entsteht eine Skulptur, wird diese Idee real“, sagt Sweda über ihre Liebe zur Dreidimensionalität.

Diese Liebe manifestiert sich mittlerweile auch fest im Leobener Stadtbild. Im Dezember letzten Jahres wurde eine Statue der Heiligen Barbara vor der Montanuniversität enthüllt. Die Patronin der Bergmänner hat Sweda aus Aluminium gefertigt.

Zur Person

Katarina Sweda lebt und arbeitet in Niklasdorf. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

1989, kurz vor dem Fall des Eisernen Vorhangs, ist die Slowakin mit ihrem Mann nach Österreich geflüchtet.

Es war nicht die erste Barbara und wird auch nicht die letzte bleiben, die sie gefertigt hat. Ende der 90er-Jahre kam ihr auf einem Spaziergang die Idee, Barbara-Statuen aus Ton und mit künstlerischem Anspruch zu gestalten. Denn damals, so wurde ihr von einem befreundeten Tunnelbauer erzählt, setzte man in Nischen der Tunnel lediglich auf Repliken aus Holz. Und so wurde aus einem Gespräch und einem Spaziergang ein künstlerisch wertvoller Erfolg. Denn mittlerweile hat Sweda mehr als hundert Barbara-Statuen gestaltet, viele davon haben diverse Tunnelbau-Unternehmen erstanden.

Großstadtmensch und Naturmensch in Einem

„Die Darstellung von Frauen hat mich immer fasziniert“, sagt Sweda. Bei Barbara im speziellen sei es vor allem ihr Selbstbewußtsein, ihr Mut, ihre Kraft. Eigenschaften, die auch auf Sweda zutreffen. 1989, einige Monate bevor der Eiserne Vorhang fiel, kam die damals 26-Jährige mit ihrem Mann nach Österreich. Erst wollten sie weiter nach Kanada zu Verwandten, mussten aber feststellen, dass das nicht möglich war. Nach einiger Zeit in Wien verschlug es sie nach Eisenerz. „Ich bin in einer Großstadt aufgewachsen, es hat ein bisschen gebraucht, mich hier einzufinden.“ Bald schätzte sie die sie umgebende Natur. Und heute sagt Sweda über sich: „Ich bin ein Großstadtmensch und ein Naturmensch.“ Und so findet sie Inspiration für ihre Werke im globalen Zeitgeschehen ebenso wie bei ihren Spaziergängen durch die Wälder rund um Leoben.

Dieser Wandel zwischen den Welten spiegelt sich auch in Swedas Ausbildung wieder. In Prag hat sie Hochbau studiert, aber auch Malerei. Aber erst hier in der Steiermark machte sie die Kunst zu ihrem Beruf. „Ich experimentiere gern, mich faszinieren die unterschiedlichen Materialien und die verschiedenen Möglichkeiten, mich auszudrücken“, sagt die zweifache Mutter über ihr Kunstverständnis. Sweda richtet den Blick wieder auf das Gemälde mit der jungen Frau, die ganz in rot gekleidet ist. Ein, zwei kleine Schritte entfernt sie sich von ihrem Werk. „Ja“, sagt sie bestimmt: „Es ist fertig.“

Ausstellung

Am 21. September (19 Uhr) wird anlässlich von 25 Jahren Brucker Künstlerbund eine Vernissage eröffnet. Auch Sweda ist im Brucker Stadtsaal mit ihren Arbeiten vertreten

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