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Sommergespräch aus LeobenSigrid Hroch: "Von Astern, drei Tischen und Lissabon"

Sigrid Hroch ist Programmchefin von Radio Steiermark und hat ihre Wurzeln in Trofaiach. Sie spricht über ihr Aufgabengebiet und wie sie beim ORF gelandet ist.

Sigrid Hroch, ORF Radio Steiermark Programmchefin
Sigrid Hroch wurde in Leoben geboren, ist in Trofaiach aufgewachsen und leitet nun die Geschicke von Radio Steiermark © Andrea Walenta
 

Frau Hroch, Sie sind seit zehn Jahren Programmchefin von Radio Steiermark. Was haben Sie als solche zu tun?
SIGRID HROCH: Da geht es zuerst um die Frage, was in eine Sendung hinein soll, wie man Beiträge gut verkaufen kann, was wollen wir den Leuten sagen und bieten, wie grenzen wir uns von anderen Radiostationen ab. Wichtig ist es, mit dem Team neue Inhalte zu suchen, Gewinnspiele vorzubereiten, Themen aufzuarbeiten. Wir reagieren auf Hörerwünsche und Beschwerden. Die Senderfarbe muss herausgearbeitet werden. Wie klingt die Musik, wie die Moderatoren, was macht Radio Steiermark aus. Ich habe auch engen Kontakt mit anderen Landeschefs. Wir pflegen regen Austausch und setzen gemeinsame Aktionen. Koordination ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit. Es gilt auch große Ereignisse vorzubereiten. Die Endabstimmung mit Kultur und Sport gehört ebenso dazu wie die Einteilung der Leute und wer was moderiert.

Welche Ausbildung braucht man für Ihren Beruf?
Keine spezielle. Voraussetzung ist langjährige Erfahrung und das Durchlaufen aller Sparten: wie etwa Moderation oder Chef vom Dienst.

Worin liegt für Sie die Faszination Ihres Jobs?
Im Prinzip in der Möglichkeit, den Menschen Freude zu machen. Als Medium Begleiter zu sein, Wissen zu vermitteln, Dinge ins richtige Licht zu rücken. Den Leuten zu vermitteln, dass nicht alles nur Schwarz-Weiß ist, sondern dass es auch Grautöne gibt. Wir können so viele Seiten aufzeigen. Jetzt hatten wir die Sendung „Wir machen Ihren Job“, das heißt, wir haben uns in verschiedenen Jobs versucht. Es ist wichtiger als jedes Gewinnspiel, die Leute dort abzuholen, wo sie arbeiten und leben. Und es ist schön, wenn die Leute anrufen und sagen, mir gefällt eure Musik, ich freue mich auf die Moderatoren.

Nach welchen Kriterien wird die Musik ausgewählt?
Wir gehen nach Zielgruppen vor. Unsere Hauptzielgruppe liegt bei 35+. Das sind jetzt schon Hörer, die mit Ö3 aufgewachsen sind. Es geht da auch um einen Wiedererkennungswert der Titel aus den 80er und 90er-Jahren. Austropop spielt eine große Rolle und steirische Interpreten haben einen wesentlichen Stellenwert, auch junge Interpreten. Der Computer, unser Radiomax, wird mit Titeln aus verschiedenen Kategorien gefüttert. Pop, Schlager, Oldies, Playlist-Titeln. Diese werden laufend ausgetauscht. Die schon gespielten Titel kommen heraus, neue kommen rein. Dafür ist viel Hintergrundarbeit notwendig. Im Bereich der Volksmusik am Abend hat die Steiermark den Löwenanteil. Wir bekennen uns auch dazu, weil wir in diesem Bereich viele gute Mitarbeiter haben.

Könnten Sie sich vorstellen, etwas Anderes zu machen?
Kochen. Ich könnte mir eine Art Wohnzimmerrestaurant mit drei Tischen oder nur einem großen Tisch vorstellen. Meine Großmutter hat gut gekocht, und meine Mutter kocht auch sehr gut. Früher habe ich mich dafür gar nicht interessiert, aber durch das Kochbuchsammeln wurde mein Interesse geweckt. Ich arbeite gerne Menüs aus, schaue was passt gut zusammen, und ich lade sehr gerne Freunde zum Essen ein.

Wäre das wirklich eine Option?
Was ich nur sehr ungern aufgeben würde, wäre das Moderieren. Das macht richtig Spaß.
Ich glaube nicht, dass es etwas gibt, das mich mehr reizen könnte, als meine Arbeit, weil es immer etwas Neues gibt. Die Technik entwickelt sich weiter, Es ist einfach spannend und die Routine wird immer durchbrochen. Ursprünglich wollte ich Bühnenbildnerin werden, aber studiert habe ich Dolmetsch für Französisch und Spanisch. Und dann ist mir schnell der ORF dazwischen gekommen. Über einen Aufruf für eine Lehrredaktion. Ich habe gleich gewusst, das ist etwas für mich. Ich wurde relativ rasch angestellt und habe bimedial, also für Radio und Fernsehen, gearbeitet. Ich habe alles durchgemacht vom Reporter über die Moderation zum Chef vom Dienst bis zur Programmchefin.

Was bedeutet für Sie Sommer?
Sonne! Entspannen, einmal nicht auf die Uhr schauen zu müssen, laue Abende verbringen und in den Tag hineinleben zu können.

Haben sie noch Kontakte nach Leoben, wo Sie ins Gymnasium gegangen sind?
Wenige, aber meine Mutter wohnt in Trofaiach, und meine beiden Söhne haben viel Zeit bei ihrer Oma in Trofaiach verbracht. Wenn ich bei ihr im Garten sitze, erinnere ich mich an Grillabende mit der Familie, und wenn die Astern und der Phlox blühen, sind das Gerüche, die mich an Trofaiach erinnern. Schöne Erinnerungen habe ich an das Freibad und das Mell-Plateau. Und meine Buben fahren gerne auf den Präbichl zum Skifahren.

Was machen Sie in der Freizeit?
Ich laufe seit einigen Jahren regelmäßig. Ich habe auch schon drei Halbmarathons hinter mir. Das ist ein wichtiger Ausgleichfür mich. Laufen hat mir schon in vielen Situationen geholfen. Auch Lesen gehört zu meiner Freizeit, aber ich komme zu wenig dazu. Außerdem habe ich einen großen Garten, da zupfe ich da und dort gerne herum. Ich reise gerne, vor allem nach Spanien und Italien. Und ich liebe Städtereisen. Die nächste führt mich nach Lissabon. Und im Winter ist der Kreischberg ein Fixpunkt.

Zur Person

Sigrid Hroch wurde 1966 in Leoben geboren und ist in Trofaiach aufgewachsen.
Sie besuchte das alte Gymnasium und studierte nach der Matura Rechtswissenschaften und Dolmetsch für Französisch und Spanisch.
1987 kam sie in die Lehrredaktion des ORF Steiermark und war dann in vielen Bereichen für Radio und Fernsehen tätig.
Seit 2008 ist sie Programmchefin von Radio Steiermark.

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