Wald am SchoberpassMuskelkraft und Elan gegen das Zuwachsen von Almen

Sieben Tage lang befreien Freiwillige des Alpenvereins eine Alm in Wald am Schoberpass von Latschen und Germer – harte Arbeit.

Freiwillige aus Österreich und Deutschland schwenden auf der Alm © ÖAV
 

Auf 1560 Metern Seehöhe wird im Gemeindegebiet von Wald am Schoberpass seit Sonntag sehr hart gearbeitet, genauer gesagt „geschwendet“. Ziel dabei ist es, Almweideflächen von Bäumen, Sträuchern und anderen Gewächsen zu befreien, um Weideflächen zu erhalten.

Elf Frauen und Männer sind einem Aufruf des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) gefolgt, freiwillig die Arbeit auf der Aigelsbrunneralm anzugehen. „Wir setzen hier eines unserer 20 Bergwaldprojekte um, die in ganz Österreich stattfinden. Meistens schreiben wir das im Februar aus, und im März sind wir schon immer ausgebucht“, erzählt Projektleiterin Verena Plankl-Rieder vom ÖAV.

Sie begleitet schon seit vielen Jahre solche Projekte, die 2002 erstmals gestartet wurden. Mit großem Erfolg, denn die Mundpropaganda unter den Freiwilligen bringt immer mehr Interessierte in die Natur. „Almflächen wachsen immer mehr zu. Dort Kulturlandschaft zu erhalten, ist schwere körperliche Arbeit, aber wir hören von unseren Freiwilligen, die oftmals beruflich viele Stunden am Computer sitzen, wie ihnen diese Arbeit gefällt“, fährt Plankl-Rieder fort. Walter Eberhard (ÖAV-Sektion Leoben) bekräftigt das.

Kulturlandschaft

Das Schwenden der Almenflächen sei eine große Hilfe, denn so könnte Kulturlandschaft erhalten bleiben. Davon weiß auch Alois Persch, einer der drei Grundbesitzer der Agrargemeinschaft Aigelsbrunneralm ein Lied zu singen. Das Gesamtgebiet der Alm umfasse 230 Hektar, etwa drei davon werden jetzt bearbeitet. „Wir brauchen die Flächen, ich treibe 46 Stück Vieh, auch fremdes, im Sommer hinauf, die von einem Senner betreut werden“, erzählt er in Wald am Schoberpass.

Almgenuss nach der harten Arbeit auf der Aigelsbrunneralm Foto © ÖAV

Anfänglich habe es auch große Skepsis bei einigen Jagdherren gegeben, die nicht wollten, dass auf den Almen geschwendet werde. „Doch das hat sich geändert, weil die meisten von ihnen eingesehen haben, dass auch das Wild Äsflächen braucht“, sagt Persch.

Für Bürgermeister Hans Schrabacher sind die Almen in seiner Gemeinde sehr wichtig, wie er betont. „Sechs werden bewirtschaftet, das ist wirklich eine große Zahl, wenn man sich in anderen Gemeinden umhört. Das wird von den vielen Wanderern, die jedes Jahr mehr werden, sehr geschätzt“, sagt er überzeugt.

Walter Eberhard, Hans Schrabacher und Alois Persch, Antje Körbler (ÖAV)und Verena Plankl-Rieder (v. l.) Foto © Johanna Birnbaum

Die Alpenverein-Sektion Mödling sei seit einigen Jahren ein verlässlicher Partner in Wald am Schoberpass und habe schon Vieles bewirkt, wie zum Beispiel den Wegebau auf die Aigelsbrunneralm. „Das schätzen wir sehr“, so Persch.

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