Wissenschaft

Fab Lab Leoben: Hereinspaziert in die High-Tech-Welt

Kreativer Funkenflug ist im Fab Lab Leoben das Ziel: In der High-Tech-Werkstatt tun sich Spezialisten aus verschiedenen Sparten zusammen, um Forschung und Entwicklung zu befeuern.Von Andreas Schöberl-Negishi

Robert Köppl und Thomas Rockenbauer (von links) gehören zum harten Kern des Vereins Fab Lab Leoben © Andreas Schöberl-Negishi
 

Arbeiten auf Augenhöhe gehört zu den Grundprinzipien eines Fabrication Laboratory, kurz Fab Lab genannt. Jeder kreative Kopf ist in dieser Ideenschmiede gleichberechtigt – vom technisch interessierten Schüler bis zum Nobelpreisträger. „Jeder hat seine Stärken. Einer ist in Mechanik Spitze, hat eine Maschine entwickelt, die er aber nicht steuern kann, weil er sich in Elektronik nicht auskennt“, gibt Robert Köppl ein Beispiel.

ECKDATEN ZUM FABLAB LEOBEN

Das Fab Lab Leoben ist in der Langgasse 11 in Leoben.

Geöffnet ist es am Dienstag von 17 bis 19 Uhr, am Freitag von 16 bis 19 Uhr, am Samstag von 13 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung.

Organisiert ist das Fab Lab Leoben als Verein.
Bruno Buchmayr, Professor an der Montanuniversität Leoben, ist Obmann des Vereins.

Zehn Personen bilden den „harten Kern“ des Fab Lab Leoben. Dazu gehören Robert Köppl und Thomas Rockenbauer.

Dieser harte Kern ist für die Organisation des Fab Lab verantwortlich.

Außerdem leiten sie die übrigen Mitglieder und Besucher an, die komplexen Gerätschaften richtig zu benützen und letztlich auch selbstständig bedienen zu können.

Schüler, Studenten und Pensionisten zahlen zehn Euro Mitgliedsbeitrag im Monat.

Für Berufstätige beträgt der Mitgliedsbeitrag 20 Euro monatlich.

Derzeit hat der Verein knapp 40 Mitglieder.

Gedacht ist das Fab Lab als offene wissenschaftliche Werkstätte, die auf Anfrage und unter Anleitung benützt werden darf.

www.fablab-leoben.at

Und genau da setze man an: „Das Fab Lab dient dazu, Spezialisten aus verschiedenen Sparten zusammenzubringen, und dann Ideen gemeinsam frei auszuleben.“ Die High-Tech-Werkstatt ist offen für alle: „Privatleute können moderne Geräte wie 3-D-Drucker, PCs, CAD-Software, Lasercutter, CNC-Maschinen und ein Elektroniklabor nützen“, so Bruno Buchmayr, der das Fab Lab leitet. Die Benützung der Werkstätte ist nicht nur für Mitglieder des Vereins, sondern für alle Interessierten möglich – gegen einen Unkostenbeitrag.

Kein stilles Kämmerlein

„Wir wollen an alle Leute appellieren, die sich allein im stillen Kämmerlein ganz intensiv mit einer Materie beschäftigen, Ideen einzubringen, die man bei uns zusammen weiter entwickeln kann. Manchmal sogar zu marktfähigen Produkten“, so Köppl. Im Fab Lab könne man Wissen abrufen und anbieten. Dementsprechend veranstalte man Workshops zu bestimmten Themen.

Jedenfalls gelte immer der kooperative Ansatz. „Es kommt vor, dass Unternehmen zur Lösung eines Detailproblems jemanden suchen, der sich in der Materie auskennt und bei uns anfragt, ob wir so jemanden bei uns haben“, meint Köppl. So habe sich manchmal der eine oder andere neue Job ergeben.

Freude an der Sache

Ganz entscheidend sei bei der Arbeit im Fab Lab eines: die Freude an der Sache. „Es ist jedenfalls in erster Linie als Hobby zu sehen. Vielleicht ist bei dem einen oder anderen auch ein bisschen Sendungsbewusstsein dabei, die Welt mit einer Erfindung besser zu machen“, so Köppl schmunzelnd. Finanzierung und Organisation würden in erster Linie die Mitglieder schultern. „Wir werden aber auch von der Stadt und Sponsoren unterstützt.“

Drucke dein Produkt

„Print Your Product“ heißt der 3-D-Druck-Wettbewerb, den das Fab Lab Leoben derzeit gemeinsam mit der Montanuniversität Leoben und dem Zentrum für angewandte Technologie (ZAT) am Start hat. „Es geht darum, innovative Ideen zu finden, sei es technischer oder künstlerischer Natur“, so Köppl. Der Part des Fab Lab? „Wir helfen den Teilnehmern mit unserer Ausrüstung in der Umsetzung und im Vorfeld beim Abklären der Frage, ob die Ideen umsetzbar sind.“ 60 Teilnehmer gibt es bei dem Bewerb.

Nähere Infos:

www.fablab-leoben.at

 

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