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Kleine Wahl-StudioSo retten wir die Ortskerne: Maßnahmen gegen Flächenfraß und Versiegelung

Dritter Teil unserer Serie zur Landtagswahl. Die Abwanderung aus den ländlichen Regionen, das Haus im Grünen, die Einkaufszentren vor den Toren der Stadt haben das Leben aus vielen Ortskernen vertrieben. Aber wie sind diese noch zu retten?

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Werner Murgg, Gerald Deutschmann, Erwin Dirnberger, Bernd Hecke
Werner Murgg, Gerald Deutschmann, Erwin Dirnberger, Bernd Hecke © Ballguide/Pajman
 

Dienstag, 13.30 Uhr, Bergmannplatz, Eisenerz. Der Brunnen steht gottverlassen vor dem Museum im alten Rathaus. Man trifft hier keine Menschenseele. Die einst so stolze Stadt am Fuße des Erzbergs ist das prominenteste Beispiel für prekäre Abwanderung, auch bekannt für das Projekt des Rückbaus der Stadt. In den 1950ern lebten hier fast 13.000 Menschen, in den 1980er 10.000, heute sind es keine 4000 mehr.

Kommentare (10)

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melahide
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5
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Lustig

finde ich jetzt, dass alle Parteien einen Konsens haben - über die Wichtigkeit der Ortskernbelebung. Aha. Genauso haben wir das schon beim Klimaschutz gesehen. Waren auch alle dafür. Man wird von Umweltschützern mit 140 auf der Autobahn überholt, kennen wir!

Wenn jeder sagt dass es wichtig ist: warum tut man nichts? Warum tat man nichts? Warum ließ man es so weit kommen, dass überhaupt etwas getan werden muss??

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melahide
1
18
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Die Frage ist

eher, ob Menschen den Ortskern noch haben möchte oder nicht. Scheinbar nicht, sonst würde man im Ort einkaufen. Es ist für viele eben bequem mit dem Auto vor die Türe der Geschäfte zu fahren. Man hat ja für nix mehr Zeit ...
Nur müssen jetzt jene, die gerne einen Nahversorger nützen wollen, auch hinaus fahren weil es im Ortskern nix gibt. Draußen warten ja schon die Ketten, wo man den Besitzer nicht kennt. Nicht so wie früher, wo der Greissler, der Bäcker, der Elektrohändler noch im Ort gewohnt hat ...

Ihr wolltet das so!

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altbayer
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Graz -

Wieso soll ich in der Grazer City einkaufen?
Die meisten "Ketten" in der Stadt haben auch am Stadtrand ihre Geschäfte - ich habe noch 3 Fachgeschäfte in der Stadt, wo ich einkaufe (ein Elektrogeschäft am Griesplatz und ein Fotogeschäft am Südtirolerplatz und ein Schreibwarengeschäft Nähe Jakominiplatz), weil ich dort den "Fachhandel mit kompetenter Beratung" finde. Ich fahre mit dem Auto in die Stadt, weil ich bewusst etwas im Fachgeschäft kaufen will - ein Lastenfahrrad kaufe ich mir sicher nicht, der Bus fährt mit "der Kirche ums Kreuz".
Ins größte Grazer Innenstadtgeschäft gehe ich auch nicht mehr - mich interessieren Stockwerke mit teurer Designerkleidung nicht - aber ohne diese Tiefgarage wäre die Grazer Innenstadt auch Tod.

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FlorianMaya
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Raumordnung auf steirische Art und Weise

Das passt jetzt natürlich super als Wahlkampfthema. Die, die jetzt aufschreien haben schon bei der Novelle des Gesetzes 2010 die Auffüllungsgebietsregel aufgeweicht und lassen jetzt Bauten im Freiland mit 240 m2 zu. Keiner traut sich diese sicherlich nicht nachhaltigen Beschlüsse noch rasch abzuändern.

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Nixalsverdruss
1
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Wie einfach ist es, 50 km zum Einkaufen zu fahren?

Rein ins Auto und ab nach Graz, in die Bezirksstädte, etc.
Wir haben hier mehrere Probleme:
a) der fehlende Öffentliche Verkehr (Busse alle 10 Minuten) = wohnen im Grünen und einkaufen in der Stadt
b) Wie einfach ist es geworden, dass es für Einkaufszentren kaum Spielregeln gibt (siehe Seiersberg)?
c) Warum gibt es keine Bäcker, Fleischer, etc. mehr in den Orten? Warum muss alles bei den Diskontern gekauft werden?
Der kleine Kaufmannsladen und das Cafe könnten doch zusammen der Nahversorger in vielen Gemeinden sein.
d) "Cocooning" - nicht mehr am Öffentlichen Leben teilnehmen, nicht mehr zum Wirt oder ins Kaufhaus gehen, wenn schon einkaufen, dann liefern lassen!
Auch die großen Versandhandel tragen dazu bei.

Es liegt eben doch an den Menschen und deren gesellschaftlichem Verhalten - auch bei negativen Entwicklungen steht doch der Mensch wieder im Mittelpunkt.

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freeman666
9
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Negativer Geldfluss

Letztendlich auch ein Finanzproblem um mehr Infrastruktur zu ermöglichen. Die wienorientierte sozialistische Erblast bedeutet, dass das größte Stück der Steuereinnahmen Wien mit 740 Euro je Einwohner erhält, die anderen Bundesländer durchschnittlich nur 530 Euro / Einwohner.
Neben dieser gewaltigen Besserstellung im Finanzausgleich kommt noch dazu, dass von 69 Bundesstellen und Bundesagenturen 66 ihren Sitz in Wien haben. Der Mensch in den Bundesländern ist eben ein Mensch zweiter Klasse. Die Spirale dreht sich immer schneller und die Städte und Dörfer zahlen die Abwanderung nach Wien.

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bluebellwoods
3
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Hausgemacht

Man sollte bedenken, dass das Aussterben der Ortskerne häufig von den jeweiligen Städten hausgemacht ist. Sind sie noch vor Jahren selbst auf den Zug der Einkaufszentren am eigenen (!!) Stadtrand aufgesprungen, wird nun gejammert, dass niemand mehr ins Stadtzentrum will. Alt eingesessene Geschäfte schließen weil es an Nachfolgern mangelt, neue Geschäfte siedeln sich nicht an weil die Mieten teils horrend sind (besser leer stehen lassen als der Tatsache in die Augen zu schauen, dass man Mieten auch reduzieren könnte - ein ewig leer stehendes Geschäftslokal verkommt mit der Zeit und verliert an Wert).

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heku49
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U.a. durch Baustopp im Grünen! Unterstützung der Bio-läden in jedem Ort.

Landes- und Bundeswohnbauförderungen nur mehr für Sozialwohnbau bzw. Althaussanierungen. 365 Euro-Jahresticket in allen Bundesländern, einhergehend mit massiven Ausbau des öffentlichen Verkehrs! Pendlerpauschale komplett neu gestalten. Kilometerabhängige Autobahnmaut.

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Hieronymus01
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Das Problem liegt tiefer.

Wenn, dann muss an der Mobilität etwas geändert werden.
War es früher noch so wo die meisten in seinem Dorf oder Stadtteil gelebt, gearbeitet und gekauft haben.
Heute gehört es zum Lifestyle wenn jemand am Land wohnt, in der Stadt (>50km)arbeitet und in Seiersberg oder noch besser gleich nach Parndorf zum Schoppen fährt.

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ARadkohl
2
38
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Wie man es macht ist es verkehrt,

Früher regten sich alle auf, dass die Autos alle in den Ort fahren und alles so eng ist. Dann wurden die Geschäfte alle außerhalb gebaut, weil dort ja so schön Platz ist. Heute beschwert man sich darüber, dass die Ortskerne ausgestorben sind. Die Abwanderung aus dem Land in die Stadt tut ihr übriges. Anscheinend alles ein Trend, den man nicht steuern kann oder will. Zumindest vernünftig, sodass man im großen und ganzen am Umstand zufrieden sein kann. Die Menschen gehen dort hin, wo es Arbeit und wo es was zu kaufen gibt, also wird es nicht schwer sein heraus zu finden, wo die Hotspots entstehen und wo sie vergehen.

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