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Gerhard Liebmann

Der Star von der Alm

Gerhard Liebmann traute sich nie auf eine Schauspielschule und zählt heute zu den gefragtesten Mimen. Derzeit ist er in "Blutgletscher" zu sehen und demnächst in "Bad Fucking".

©  KLZ/MARIJA KANIZAJ
 

Er dreht und dreht und dreht. Gerhard Liebmann aus Mellach bei Graz ist seit geraumer Zeit einer der meistbeschäftigten Schauspieler Österreichs. Im Fernsehen verkörpert er meist markante Nebenrollen, im Kino (seit Freitag) spielt der 43-Jährige in "Blutgletscher" seine erste Hauptrolle.

Liebmann ist der Star, der von der Alm kommt. Schon als kleiner Bub, als er am heimischen Bauernhof noch beim Melken half und den Sommer auf der Alm verbrachte, war der Wunsch da: "Ich muss Schauspieler werden! Vielleicht weil ich zu viel ins Fernsehkastl g'schaut hab', aber jedenfalls war es so. Erstes Highlight war in diesem Sinn für mich die Mitwirkung in einem Krippenspiel in der Volksschule. Da verkörperte ich den zweiten Hirten von links, komplett unwichtig, doch für mich eine starke Triebfeder", erinnert er sich.

Vor Erreichen des Traums mussten aber Matura und Studium (Germanistik, Philosophie) sein: "An eine Schauspielschule traute ich mich nicht, weil ich Angst vor dem Kommentar ?Wir brauchen hier keinen Bauernbuben aus Mellach' hatte. Als Ersatz reiste ich einigen namhaften Schauspiellehrern hinterher. Von ihnen war Rae Allen in Berlin o.k. Dafür erwies sich Walter Lott von der berühmten Strasberg-Schule bei einem Seminar in Griechenland als herbe Enttäuschung. Mit seiner unguten Guruhaftigkeit. Der wollte immer Abhängigkeiten schaffen."

Schließlich: Erstes Bühnenengagement im Ensemble des Linzer Landestheaters, Debüt als Bote in "Maria Stuart". Da, erzählt er, musste er nur steif herumstehen: "Bald erkannte ich: Ensemble war eine desillusionierende Knochenmühle. Wenn das ein Job sein soll, dann auf Wiedersehen. Ich kündigte und ging zurück auf die Alm, aber lang habe ich es nicht ausgehalten, bald kam wieder das Kribbeln. Somit noch einmal, drei Jahre, in ein Ensemble, im Grazer Jugendtheater Next Liberty, danach aber, am dortigen Schauspielhaus, nur noch Stückverträge." Momentan mimt er, für die RTL-Produktion "Die Seelen im Feuer" einen Bürgerrat im Bamberg des 17. Jahrhunderts, der bei einem Hexenprozess Frau und Kind verliert.

Unheimlich dramatisch

Im Kino fiel Liebmann erstmals in "Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott" als Autohändler Gerry auf. Jetzt, in "Blutgletscher", ist er der Hausmeister in einer Forschungsstation am Fuß des Ortler, wo sich ein Wissenschafter-Team mit dem Abschmelzen des Gletschers beschäftigt: "Eines Tages färbt sich dieser Gletscher rot - blutrot. Und es wird unheimlich."

Im TV geht es mit der internationalen Reihe "Das Team" weiter, im Kino mit der Bestseller-Verfilmung "Bad Fucking". Liebmann: "Da spiel' ich einen Zahnarzt, der sich in seine Putzfrau verliebt. Man ahnt: das kann nicht gut gehen. Geht auch nicht gut - und endet sehr dramatisch."

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