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Eggersdorf mischt die Karten neu

In Eggersdorf bekommt es die ÖVP-Mehrheit mit einer Front aus Bürgerinitiativen, Fusions-Gegnern und neuen Hoffnungsträgern zu tun / Fernitz-Mellach ehrt den einstigen Widersacher.Von Robert Preis

Heiß umkämpftes Eggersdorf
Heiß umkämpftes Eggersdorf © Jürgen Fuchs
 

Vorgestern lief die Nennfrist für die Listen zur Gemeinderatswahl aus. Der Wahlkampf hat aber mancherorts schon davor begonnen.
Beispiel Eggersdorf: Hier wurde Florian Taucher vom „Team Taucher“ zuletzt vorgeworfen, mit dem Heizwerk, das er als Höf-Präbacher Bürgermeister noch im Herbst eröffnet hatte, der Eggersdorfer Großgemeinde ein „Millionengrab“ beschert zu haben. Taucher wehrt sich: „Das wird mir angelastet, dabei ist alles ausfinanziert und wir bringen den Eggersdorfern sogar 195.000 Euro Überschuss als Hochzeitsgeschenk mit. Ich bin gern bereit, alles zu beweisen.“

Taucher, Mayer, Schiffer

Seit spätestens Freitag dem 13. steht auch fest, dass neben dem Team Taucher auch Eva Mayer mit der „Liste Mayer“ – bekannt aus „Wir für Brodingberg“ – an den Start geht. „Damals in Brodingberg hatten wir zwar nur die ÖVP als Gegner, aber unser Team ist jetzt gewachsen, wir versuchen weiter für die Leute da zu sein.“
Eggersdorfs SPÖ-Spitzenkandidat Hans Ulrich Zöhrer erwartet sich nun eine „Veränderung des Kräfteverhältnisses und eine Förderung der Demokratie“. Er hofft auf 25 Prozent für seine Fraktion und eine Minimierung der ÖVP-Stärke auf unter 50 Prozent.
Tatsächlich ins Rennen geht auch Waltraud Schiffer, die Ex-VP-Politikerin stellt sich nun als FPÖ-Spitzenkandidatin der Wahl. Hinter sich hat sie 22 Leute auf der Liste, „nur aus Höf-Präbach haben wir leider niemanden dabei“.

Frontwechsel

Der Frontwechsel scheint in Eggersdorf groß in Mode zu sein. Allen voran Regierungskommissär Reinhard Pichler, der monatelang gegen die ÖVP und die Gemeindefusion zu Felde zog, und nun für die ÖVP sogar als Bürgermeisterkandidat ins Rennen geht. Waltraud Schiffers Wechsel zur FPÖ löste ebenso Aufsehen aus. Dem nicht genug wechselt nun auch ihr Neffe, Christoph Neuwirth – ehemals ÖVP-Gemeinderat in Brodingberg – die Fronten . Er läuft zum „Team Taucher“ über. Wie übrigens auch die ehemalige SPÖ-Kassierin Gabriele Lind.
Der ehemalige HTL-Lehrer Franz-Josef Friedl von den Grünen sieht das Hick-Hack in der Gemeinde gelassen. „Alle Konfrontationen werden sich bald entschärfen.“ Friedl tritt mit einer vierköpfigen Liste an und stellt den Dialog in den Mittelpunkt seiner Strategie.

Späte Ehrung

Die Wunden von einst verkrusten mancherorts auch auf andere Weise. In Mellach hatte sich Ex-VP-Bürgermeister Johann Wagner ja lange Zeit durchaus wortgewaltig gegen die Zusammenlegung mit Fernitz gewehrt. Zur Stärkung der Identität initiierte er im Vorjahr etwa noch die Neu-Gründung des Fußballvereins FC Mellach. Jetzt ist er in Pension – und erhielt beim letzten Ortsparteitag das Goldene Ehrenzeichen der ÖVP. War das etwa der Preis dafür, dass er mit Mellach letztlich doch nicht vor den Verwaltungsgerichtshof zog?
„Nein“, betont Wagner, „das war der Preis dafür, dass ich 20 Jahre lang ordentlich gearbeitet habe.“

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