Einer "bisher einzigartigen politischen Konstellation in Österreich", wie es in der Ankündigung hieß, widmete sich der ORF-Report in der Sendung vom Dienstagabend, dem 14. Juni: Seit knapp sieben Monaten ist die Stadtregierung aus KPÖ, Grüne und SPÖ im Amt, Anlass genug für das Report-Team, Graz einen Besuch abzustatten, mit Kahr und ihrer Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) zu sprechen, aber auch mit der Opposition (ÖVP-Chef Kurt Hohensinner) und Beobachtern wie Experte Heinz Wassermann und Kleine-Zeitung-Chefredakteur Hubert Patterer. 

Kahr wünscht sich eine Vermögenssteuer

Zentrales Thema im Beitrag ist die Teuerung. "Ich kann die Menschen nicht auf eine bessere Welt vertrösten, sondern man muss dort, wo man lebt und arbeitet, oder politisch eine Verantwortung hat, schauen, dass man mithilft", sagt die Bürgermeisterin im Interview, das rund um den KPÖ-Flohmarkt im Volkshaus gedreht wurde. Man müsse wenigstens versuchen, die Gewitterwolken, die rundherum aufziehen, zu vertreiben. Auf die Frage am Ende des Beitrags, ob sie für eine Vermögenssteuer sei, ist Kahrs Antwort klar: "Selbstverständlich."

Hier der Beitrag zum Nachschauen (verfügbar bis 21. Juni):

Aufhorchen lässt im Beitrag aber auch ein Zitat von ÖVP-Chef Kurt Hohensinner. Der langjährige frühere Sozialstadtrat, der selbst aus der Behindertenbetreuung kommt, spricht vom Sparen an den falschen Stellen. Aus seiner Sicht müsse nämlich die Kommunistin Elke Kahr auf die Wirtschaft setzen: "Für mich sind Unternehmer die nachhaltigsten Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter der Stadt." Sie würden Arbeitsplätze schaffen und zugleich mit der Kommunalsteuer Geld in die Kassen der Stadt spülen, das man wieder für soziale Zwecke ausgeben könne. Es sei also ein großes Versäumnis, dass es keine wirtschaftsfreundliche Politik gebe.

Ganz andere Worte kommen naturgemäß von Vizebürgermeisterin Schwentner: Sie bemerke kein Entsetzen darüber, dass die Grazer Grünen mit den Kommunisten koalieren – ganz im Gegenteil. "Die Frau Bürgermeisterin" sei eine sehr beliebte Person. "Das war der Wählerinnenwunsch – es war offensichtlich ein großer Wunsch da, die Verhältnisse zu ändern."