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Stadtwinzer Hannes SabathiSauvignon Blanc & Muskateller: Der Grazer Stadtwein wurde eingelagert

Vor fünf Jahren entdeckte der Winzer Hannes Sabathi eine längst vergessene Tradition am Grazer Kehlberg wieder, den Weinanbau. Vor wenigen Tagen wurde zum zweiten Mal gelesen.

Hannes Sabathi am Kehlberg © Simon Moestl
 

Jetzt ist Erntezeit. Und trotzdem blüht Graz als Weinstadt gerade erst wieder so richtig auf. Verantwortlich dafür ist der südsteirische Winzer Hannes Sabathi, der vor fünf Jahren den Kehlberg bei Straßgang als Weinanbaugebiet wiederentdeckte und der Landeshauptstadt so zu ihrer eigenen Stadtrebe, dem "Falter Ego" verhalf.

Den Hang zum Wein hatte der Kehlberg aber eigentlich bereits im Mittelalter. Urkundlich erwähnt wurde der Anbau von Wein zum ersten Mal im Jahre 1140. Im 19. Jahrhundert wurde Graz von Weingärten umrankt. Rund 200 Hektar Land wurden in der Stadt bestellt. Allein 40 Hektar davon fielen auf den Kehlberg. Die Spuren des ehemaligen Weinbaus sind nach wie vor sichtbar. „Nicht selten stolpert man über kleine Kellereingänge, die einen an die Vergangenheit erinnern“, erzählt Sabathi.

Doch die starke Weinnote, die den Gaumen der Stadtbewohner einst belegte, wurde mit der Zeit schwächer. Anfang des 20. Jahrhunderts war der Kehlberg noch als „Kleingrinzing“ ein beliebter Fluchtpunkt der Städter, die der unübersichtlichen Stadt entfliehen wollten. Mit der Zeit verabschiedeten sich jedoch immer mehr Buschenschänken. 1967 schloss schließlich die letzte von ihnen. Die Stadt wurde auf Entzug geschickt.

Sabathi/Flora P.
Der Winzer Hannes Sabathi © Sabathi/Flora P.

Nun ritzen sich aber plötzlich wieder langgezogene grüne Streifen in die buckelige Landschaft, nun rekelt und schlängelt es wieder in alle Richtungen. Graz ist dank Hannes Sabathi wieder rückfällig geworden. Und das mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen. 

"Falter Ego" heißt der Grazer Stadtwein

Der „Sabathiwein“, dessen Trauben eigentlich ausschließlich rund um das südsteirische Gamlitz wachsen, hat seit einiger Zeit ein städtisches Alter Ego. Dieser Stadtwein nennt sich passend „Falter Ego“. Namensgeber ist der durch den Weinanbau wieder zurückgekehrte Osterluzei-Schmetterling.

Gerade wird der zweite Jahrgang eingelagert. In zwei Tagen wurden mit einem 16-köpfigen Team jeweils ein Hektar Sauvignon Blanc und ein Hektar Muskateller gelesen. Rund 10 000 Flaschen werden davon ab 1. Mai 2019 beim Grazer Restaurant „Steirer“ und bei „Wein & Co“ erhältlich sein. In überschaubarer Auflage sollen sich im kommenden Frühjahr auch einige wenige Flaschen Grauburgunder in die Regale verirren. 

Als ich vom Kehlberg auf Graz blickte, war es für mich sofort klar, dass es einen Grazer Stadtwein geben muss.

Hannes Sabathi, Winzer

Die Idee zum urbanen Wein kam Hannes Sabathi ganz zufällig, wie er erzählt. Ein Freund hatte ihn in die Gegend entführt. „Als ich vom Kehlberg auf Graz blickte, dachte ich als erstes, ich bin in Wien und schau vom Weingarten in die Hauptstadt. Da war es für mich sofort klar, dass es einen Grazer Stadtwein geben muss.“

Über die steile Lage des Grazer Stadtweines

Der Unterschied zum herkömmlichen Sortiment der Südsteiermark ist größer als man denken würde. Die Lage am Kehlberg ist steiler, günstige Aufwinde sorgen für mehr Abtrocknung. Die Stadt selbst wärmt zusätzlich, erklärt der Winzer. „Alles in allem haben wir hier weniger Probleme mit Krankheiten“. - Dies zeigt sich auch an der diesjährigen Ernte, die laut Sabathi wie im Bilderbuch verlief. 

Der Zukunft blickt der Winzer gelassen entgegen. Der Plan einer am Weinberg angrenzenden Buschenschänke wird derzeit weder verfolgt, noch verworfen. "Ein Neubau ist nicht wirklich realisierbar. Ein derartiges Projekt wäre nur mit einem bereits bestehenden Gebäude durchführbar", erklärt Sabathi. 

Aber ob Buschenschank oder nicht, einen hervorragenden Tropfen hat uns der Stadtboden ohnehin bereits geschenkt.

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