Der Streit zwischen Bürgermeister Harald Mulle (SPÖ) und Gemeinderat Christian Strobl (UGS) geht in Gratwein-Straßengel in die nächste Runde. Bekanntlich setzte Mulle einen Detektiv auf Strobl an, da dieser seinen Hauptwohnsitz angeblich nicht in Straßengel habe. Die Folge war nicht nur mediale Aufmerksamkeit, sondern Klagen und Verfahren da wie dort. Das Meldeverfahren hat Mulle nun verloren. „Ich könnte in die nächste Instanz gehen, aber für mich ist die Sache damit erledigt.“
Aber nicht für seinen Polit-Kontrahenten, denn der fordert seine Anwaltskosten zurück. „Doch das Schreiben meines Anwalts will Mulle dem Gemeinderat (obwohl an diesen adressiert) anscheinend nicht weiterleiten.“ Deshalb kündigt Strobl an: „Bei Verstreichen der Frist wird die Gemeinde und der Bürgermeister persönlich geklagt bzw. eine Amtshaftungsklage (gegen die Republik Österreich) eingebracht.“ Strobl erwartet außerdem, „eine persönliche Entschuldigung in der Gemeindezeitung“.
Mulle versteht die Attacke nicht. „Der Gemeindevorstand hat beschlossen, dass Strobl Rechnungen über seine Kosten schicken soll, dann könnte die Versicherung diese übernehmen. Diese Rechnungen blieben aber bis dato aus.“ Und: „Wofür soll ich mich jetzt entschuldigen?“
Erst vergangenen Juni wurde im Gratwein-Straßengler Gemeinderat einstimmig beschlossen, künftig einen respektvollen Umgang miteinander zu pflegen. Es gab auch eine Besprechung mit einem Mediator. „Zwischenmenschlich ist aber schon viel zerbrochen“, gibt Mulle zu. Robert Preis