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NachwuchsfußballBullen-Sturm auf die Grazer Jungkicker

Der Großraum Graz träumt ein Fußballmärchen. Doch die Talentesuche ist heiß umkämpft, Agenten wollen Vorverträge, Salzburg buhlt um Kicker. Ein Spielbericht abseits des Spielfeldes.

Rassige Duelle – hier etwa zwischen JAZ GU-Süd und den GAK Juniors sind in Nachwuchsligen keine Seltenheit
Rassige Duelle – hier etwa zwischen JAZ GU-Süd und den GAK Juniors sind in Nachwuchsligen keine Seltenheit © KK
 

Es ist ein Match, dem sich auch die Jüngsten stellen. Salzburg gegen Sturm hat längst den Großraum Graz erobert – und wirft seine Schatten auf den gesamten Nachwuchsfußball in der Region.

Das Vereinskürzel JAZ GU-Süd sorgt derzeit für besondere Aufmerksamkeit. Dahinter verbirgt sich der Satellitenklub von Red Bull Salzburg, der von Pirka aus um Talente buhlt. „Bullen“-Talente-Scout Gernot Sick, selbst ein ehemaliger GAK- und Nationalteamkicker aus Graz, gibt zu: „Wir haben den Anspruch, die Besten zu finden und bieten den Kindern beim JAZ eine perfekte Ausbildung – und alle drei Monate gibt es Turniere in Salzburg.“

Das ambitionierte Projekt bringt den Grazer Bundesligisten ins Schwitzen, wenngleich Sturm-Jugendchef Gilbert Prilasnig Gelassenheit demonstriert: „Wir haben das Glück, dass unsere Teams quasi steirische Auswahlen sind. Zu uns kommen Kinder sogar aus Kärnten zum Training angefahren. Wir bieten ja auch mit der Akademie eine hervorragende weitere Ausbildung.“ Keine Frage aber, dass der Druck steigt, „vor allem die Suche nach Nachwuchstrainern wird immer intensiver. Das Problem haben aber alle Vereine“.

Kompetenzzentren

Der Druck von Salzburg, die Präsenz von Sturm, das führt zu einer neuen Tendenz im Klubfußball unterer Ligen. „Beeindruckend“ findet Prilasnig etwa, wie sich die GAK Juniors gehalten haben. „Nach wie vor sind es Sturm und GAK, die den Nachwuchs im Land dominieren.“ Die GAK Juniors mit ihrem Sportlichen Leiter Reinhard Holzschuster erfreuen sich nach wie vor enormen Zustroms an Talenten – nicht zuletzt dank der Titeljagd der Kampfmannschaft.

Ein neues Projekt hat auch Christian Lang, jahrelanger Sturm-Nachwuchsbetreuer, aus dem Boden gestampft. Beim Rasenball-KompetenzzentrumJustiz Kids“ arbeitet er vor allem in Kleingruppen. „Pro sechs Spieler gibt es einen Trainer und wir geben allen Kindern eine Chance. Dadurch erwarten wir uns langfristig eine breitere Spielerpalette“.

Wenn alles professioneller wird - und das wird es – dann auch der Umgang mit den Kindern.

Gilbert Prilasnig

Auch das JAZ Gössendorf, seit Jahren verlässlicher Lieferant von Nachwuchsdribblanskis, setzt auf seine „Sprungbrett-Funktion“ und die Top-Ausbildung. Als Beispiel dafür wird der Werdegang von Hannes Wolf erwähnt, der es vom JAZ Gössendorf, Vasoldsberg und JAZ GU-Süd bis in die Red Bull Arena schaffte. Im Norden sieht Gerd Weingrill, Jugendleiter beim SV Gratwein-Straßengel, das ähnlich. „Wir bieten eine solide Ausbildung. Und wenn es die Spieler wegzieht und sie eines Tages wieder kommen, freut uns das auch.“

Die langfristigen Pläne mit den Talenten, die etwa auch Fußballschule Raffl, Team-Five in Frohnleiten oder JSV Ries-Kainbach massiv pflegen, sollen einer weiteren Entwicklung entgegen wirken: Spieleragenten sind derzeit auf Sportplätzen unterwegs – und locken mit Vorverträgen, hoffen auf das große Geld in naher Zukunft.

Dem setzen die Vereine den Professionalisierungsschub entgegen. Doch profitieren davon auch die Kinder? Oder steigt dadurch nur der Druck auf sie? Prilasnig glaubt: „Wenn alles professioneller wird - und das wird es – dann auch der Umgang mit den Kindern.“ Aber eines sprechen alle Beteiligten auch an: Es geht immer nur darum, welcher Spieler entdeckt wird. Die Mehrheit dieser Entdeckungen kehrt aber bald wieder zurück. Diese Geschichte wird dann aber nie erzählt.

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