AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Nachgefragt

Das wurde aus dem „Ballsportzentrum“ in Weinzödl

Die Stadt hat mit viel Geld das Trainingszentrum Weinzödl gekauft und saniert – aber die versprochene Spielwiese für Rugby, Baseball und Co. lässt auf sich warten. Von Gerald Winter-Pölsler

In Weinzödl wird auch heute fast nur Fußball gespielt. Rugby, Cricket, Lacrosse, Football müssen warten © KK
 

Die Geschichte rund um das Trainingszentrum Weinzödl wird um ein Kapitel reicher. Nach dem ewigen Tauziehen zwischen der Stadt und der Investorengruppe und dem Kauf 2013 um 1,45 Millionen Euro durch die Stadt stellte sich ja heraus, dass die Anlage in einem „erbärmlichen Zustand“ war. So steht es in einem aktuellen Bericht, der dem Gemeinderatsausschuss vorgelegt wurde. Die Folge: Investitionskosten von 403.000 Euro, damit das Zentrum überhaupt wieder bespielt werden konnte. Und bis zu 200.000 Euro werden noch fällig, wenn der beschädigte Kunstrasenplatz saniert werden soll.

Nun zeichnet sich ab, dass das politische Versprechen, dort ein „Zentrum für anglo-amerikanische Ballsportarten“ zu errichten, nicht eingelöst werden kann. Zumindest nicht auf die kommenden Jahre gesehen. Denn wenn man Sportstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) fragt, wann in Weinzödl jetzt im großen Stil Rugby, Baseball, Football und Co. gespielt werden wird, muss er abwinken. „Das kann ich seriöserweise nicht sagen. Es ist eine Frage des Geldes.“

Derzeit dominiert in Weinzödl der GAK, auch die Baseballer von Dirty Socks haben ein paar Trainingseinheiten absolviert. Aber Football, Lacrosse, Cricket oder Rugby wurde in Weinzödl noch nie gespielt. Hohensinner hat mit den Vereinen Gespräche über ihre Anforderungen geführt und daraus drei Varianten erstellen lassen. Bei der billigsten müsste die Stadt 800.000 Euro investieren, wobei der Fußballplatz „extrem hoch“ durch die Zusatznutzung belastet werden würde. Bei der teuersten Variante mit einem völlig neuen Kunstrasenplatz wird mit 1,5 Millionen Euro kalkuliert.

„Konzept geht nicht auf“

Geld, das derzeit nicht da ist. Das weiß auch SPÖ-Gemeinderat Gerald Haßler, der damals schon den hohen Kaufpreis kritisiert hat. „Das Konzept geht bisher einfach nicht auf. Wenn man die Businesspläne von damals mit der Realität von heute vergleicht, haben wir nur 50 Prozent der angestrebten Kontakte.“ Sein Ziel: „Auf der Anlage möglichst schnell eine breitere Nutzung zu schaffen.“

Die Personen hinter dem Projekt

  • Detlev Eisel-Eiselsberg, bis 2014 Sportstadtrat, ÖVP.
    Im Gemeinderat im Juni 2013 hat er die Vorgangsweise rund um den Kauf von Weinzödl verteidigt. Und: „Wir können diese Sportanlage endlich öffnen, wir können dort andere Sportarten beheimaten, wir haben uns das schon ziemlich genau angeschaut. Rugby, Football, Flagfootball, Baseball, Cricket [...]. Das sind alles Dinge, die dort Platz haben werden.“

  • Gerhard Wohlfahrt, Grüner Klubchef.
    Scharfer Kritiker des Kaufs, vor allem der Preis war ihm zu hoch. Im Juni 2013 sagte er: „Wenn wir es um 1,45 Millionen kaufen, ist die Gefahr groß, dass die Sportvereine dafür sehr hohe Mieten zahlen müssen, die sie sich kaum leisten können. Sinnvoller ist, wir kaufen es billiger, nehmen das Eingesparte für die Mietunterstützung und sorgen dafür, dass es bespielt wird.“

  • Gerald Haßler, SPÖ-Gemeinderat.
    Hat dem Kauf zwar zugestimmt, ist aber über die notwendigen Sanierungskosten von 403.000 Euro verärgert. „Da hätte die Anlage laut Vertrag ja kostenlos an die Stadt übergehen müssen“, sagt er. Und: „Der Businessplan sah vor, dass die Plätze 2500 Stunden im Jahr bespielt werden. In der Realität sind es nicht einmal die Hälfte – und das zu 75 Prozent durch den GAK.“

  • Kurt Hohensinner, aktueller Sportstadtrat, ÖVP.
    Rugby, Football und Co in Weinzödl? Hohensinner kann heute „seriöserweise“ nicht sagen, wann das gespielt wird. Dazu sind weitere Investitionen von bis zu 1,5 Millionen Euro notwendig. Aber er betont, „dass ich auf die ganze Stadt schauen muss. Und da geht im Sport viel weiter.“ Stichworte: Eishallen-Umbau, Ballsporthalle Hüttenbrennergasse, ASKÖ-Stadion.

Kommentare (2)

Kommentieren
Efried
1
1
Lesenswert?

Was wird aus?

Die mangelhafte Planung führt anderswo ebenso zu suboptimalen Lösungen. Der Augartenpark wird duch Megaevents zerstört und anderswo wie auf den Reininghausgründen gibt es ungenutzte Äcker. Weil es wahrscheinlich ist dass die Spekulanten sich über die Auflagen hinwegsetzen, sollte die Stadt eingreifen und eigene Ziele umsetzten.

Antworten
flachzange
2
1
Lesenswert?

Sorry Bro, das hat jetzt aber nichts mit der Unfähigkeiten der GAK Verantwortlichen zu tun...

Antworten