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Nach Saubermacher-Brand

Tote Fische: Löschwasser verseuchte Bach

Wenige Tage nach dem Saubermacher-Großbrand liefen in der Landeswarnzentrale die Telefone heiß: Gestank, meterhohen Schaum und tote Fische fanden Augenzeugen am nahen Gepringbach vor.

© KLZ / Hoffmann
 

In der Landeswarnzentrale - und bei der Kleinen Zeitung - liefen gestern die Telefone heiß. Die Augenzeugenberichte zahlreicher Bewohner der Gemeinden Zwaring-Pöls, Unterpremstätten und Dobl glichen einander: "Es sind dichte Schaumkronen zu sehen, das Wasser im Gepringbach ist dunkelbraun, es stinkt wie nach verbrannten Batterien. Und überall schwimmen tote Fische." Helga Kainz, Mitglied der Berg- und Naturwacht, hat bei allen Stellen Alarm geschlagen: "An manchen Stellen waren die Schaumkronen bis zu zwei Meter hoch."

Kurz darauf waren Experten der Landeswarnzentrale, der Feuerwehr und der Bezirkshauptmannschaft unterwegs, um das Ausmaß des Schadens festzustellen. Und dessen Ursache. Schließlich kam heraus, was die meisten schon vermutet hatten: Über den Gepringbach flossen in großen Mengen Wasser und Schaum ab, die in der Nacht auf Donnerstag zur Bekämpfung des Großbrandes im Saubermacher-Altstoffverwertungszentrum verwendet wurden. Die bei dem Brand entstandenen Dämpfe, so hatte man versichert, seien für Menschen ungefährlich. Und das Löschwasser? Herbert Bodlos vom Umweltreferat der BH Graz-Umgebung: "Soweit wir feststellen konnten, ist keine Batteriesäure oder Ähnliches in den Bach gelangt, es besteht mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Gefahr für das Grundwasser. Absaugen oder Ausbaggern hat jetzt aber keinen Sinn, das Wasser hat bereits die Kainach erreicht." Am Brandort selbst - die zerstörte Halle war neu und galt als hochmodern - gebe es drei Ölabscheideanlagen, aber der Großbrand sei ein katastrophaler Störfall gewesen: "Zum Löschen waren Millionen Liter Wasser nötig."

Im Namen der Firma Saubermacher bedauert Sprecherin Jutta Hackstock diese Auswirkungen: "Soweit wir wissen, kommt es nicht durch Vergiftungen zum Fischsterben, sondern wegen des Sauerstoffmangels. Wir sind natürlich über diese Auswirkungen zutiefst betroffen und werden versuchen, entstandene Schäden wiedergutzumachen." Beim Bau der Halle seien alle behördlichen Auflagen "übererfüllt" worden.

Saubermacher hat inzwischen für Betroffene eine Hotline (0 664/80 59 81 701) eingerichtet.

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