Für viel Aufsehen und große Erwartungen hat beim Aufsperren 2020 die Arravané Kantina, das Lokal im Merkur Headquarter gesorgt: War doch der aus Graz stammende Starkoch Konstantin Filippou der Kopf hinter dem Küchen-Konzept und von Anfang an auch federführend an Bord. Die großen Erwartungen wurden durchaus auch erfüllt, es gab eine "Restaurant der Woche"-Kritik und zwei Gabeln im Falstaff und zwei Hauben im Gault & Millau.

Ein Jahr darauf hatte Filippou das Arravané auch – wie schon immer geplant – aber wieder verlassen und zunächst dem Team übergeben, Filippous langjährige Mitarbeiterin und Arravané-Restaurantleiterin Nora Pein übernahm den Betrieb als neue Geschäftsführerin. Nun kehrte Pein aber nach Wien zurück, mit September steht das Arravané erneut unter neuer Führung: Der 37-jährige Steirer Thomas Galler, zuletzt Küchenchef im Sudhaus, davor im Carl, im Loisium und im Aiola Upstairs mit Auszeichnung unterwegs, ist nun der neue Geschäftsführer im Arravané, Kevin Kaloud ist sein neuer Küchenchef.

Fast vegetarisch? Beef Tatar mit viel Gemüse und Blumen obendrauf; Flank Steak mit Gemüse und Kürbis-Ravioli als vegetarischer Hauptgang
Fast vegetarisch? Beef Tatar mit viel Gemüse und Blumen obendrauf; Flank Steak mit Gemüse und Kürbis-Ravioli als vegetarischer Hauptgang
© NM

Ein Wiederbesuch

Zeit also für einen Wiederbesuch im Lokal, das uns dank der Nachbarschaft zur Styria-Zentrale freilich gut vertraut ist. Siehe da: Auf der Speisekarte hat sich kaum etwas verändert, die beliebten Pinsen (die griechische Art der Pizza) sind noch immer da, die Küchenlinie bleibt weiter steirisch-mediterran. Es sind bislang eher kleine Akzente, die man setzt, die aber sehr positiv auffallen. Das geht etwa mit einem Gruß aus der Küche los, knusprige Tapiokaperlen mit Algen und einer Muschel als Einlage sind nach dem Brot, das mit aufgeschäumter Butter und Olivenöl serviert wird, ein feiner Start.

Die Fischsuppe mit Räucherfischnockerln ist fein abgeschmeckt, das Beef Tatar kommt in einer cremig-köstlichen Variante und garniert mit allerlei feinem Gemüse plus Blüten (man glaubt fast, ein vegetarisches Gericht zu essen!). Mit 7 bzw. 15 Euro ist beides Preis-Leistungs-mäßig auch sehr im Rahmen. 

Aus den Hauptgerichten überzeugt ein schön medium-rare gebratenes Flanksteak mit selbst gemachten Gnocchi, Paprika und einer köstlichen Sauce (32 Euro – für ein Flanksteak doch recht teuer), als Veggie-Hauptgericht wählen wir ebenfalls selbst gemachte Ravioli mit Kürbisfüllung (21 Euro), die recht kürbis-süßlich daherkommen, dem aber ein eingelegtes Gemüse etwas Säure entgegenzusetzen weiß.

Nachspeisen? Schon wieder nicht geschafft, umso größer ist die Freude aber über die kostenlosen Pralinen mit Maracuja-Füllung, die wir zur Rechnung bekommen. 

Der Service ist früher wie jetzt einfach top, es geht alles schnell, das Personal ist witzig wie freundlich, hoch professionell sowieso. Jeden Dienstag heißt es "Happy Hours": dann soll das Arravané zum Afterwork-Hotspot mit Live-DJ werden. 

Arravané in Graz: Öffnungszeiten und Kontakt

Arravané Kantina, 
Conrad-von-Hötzendorf-Straße 84, 8010 Graz.
Geöffnet Montag bis Dienstag 11.30-14.30 Uhr,
Mittwoch bis Freitag 11.30-22 Uhr.

Tel. (0316) 81 82 81
reservation@arravane.at
https://arravane.at/kantina