S 37 und A9-Ausbau abgeblasen"Katastrophe": Heftige Reaktionen auf Entscheidung von Ministerin Gewessler

Verkehrs- und Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne) hat entschieden: Der Weiterbau der Klagenfurter Schnellstraße (S 37) wird abgeblasen, der Lückenschluss der Murtal Schnellstraße (S 36) darf mit 100-km/h-Tempolimit gebaut werden. Kritik hagelt es unter anderem von der FPÖ.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Der letzte Abschnitt der S 36 darf gebaut werden (im Bild die Baustelle bei Unzmarkt im Jahr 2019) © Raphael Ofner
 

Mehrere Monate lang ist der Evaluierungsprozess gelaufen, jetzt ist das Ergebnis da: Verkehrs- und Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne) bläst den Weiterbau der Klagenfurter Schnellstraße S 37 zwischen St. Veit in Kärnten und Scheifling in der Steiermark ab. Grünes Licht gibt es dafür für den Lückenschluss der steirischen Murtal Schnellstraße S 36 zwischen Judenburg und St. Georgen: Der zwölf Kilometer lange Abschnitt darf unter Auflagen gebaut werden. Außerdem erteilte Gewessler den Wünschen nach dem Ausbau der Pyhrnautobahn (A 9) südlich von Graz eine Absage. Drei Fahrspuren wird es dort also nicht geben.

Kommentare (99+)
duMont
3
3
Lesenswert?

Baufirmen sollen billige und nachhaltige und ökologische Häuser und Wohnungen errichten, die sich die Menschen leisten können.

Heutezutage kann sich eh keiner mehr ein Haus bauen weil die Baufirmen so hohe Preise verlangen. Und nicht dritte Spuren und Schnellstraßen bauen , die keiner braucht., weil alle auf der dritten Spur überholen wollen und das mit staatlicher Unterdstützung.

Ich korrigiere
0
8
Lesenswert?

die murauer politiker

övp khom und spö lercher sieht man dann bestimmt in der ersten reihe beim spatenstich, falls es einmal zu einer verlängerung der S36 bis scheifling kommt. ansonsten nur worthülsen ohne ergebnisse für den bezirk murau.

Lamax2
7
25
Lesenswert?

Es ist leicht, etwas zu streichen aber....

... es ist oft nicht leicht auf Öffis umzusteigen. Sehr oft fehlen die PR Plätze, um sein Auto abzustellen. Es sind zwar Plätze da, aber viel zu wenige und auch die nötige Infrastruktur (Automaten, Klos..) fehlt oft vollständig. Da könnte sie zeigen, wie entschlusskräftig sie ist; das kostet allerdings und da ist ihre Kompetenz und Kreativität am Ende.

isteinschoenerName
23
20
Lesenswert?

Um den öffentlichen Verkehr massiv auszubauen

und auch die Geldmittel dafür bereit zu halten, muss man eben auch mal mit dem ständigen Ausbau des Individualverkehrs aufhören. Jeder Verkehrsplaner weiß, dass Österreich bisher verkehrspolitisch in den 1970ern stecken geblieben ist!
Endlich eine Politikerin, die es wagt, diese Sackgasse zu durchbrechen.

zweigerl
12
8
Lesenswert?

Na klar!

Ösgterreich hat die meisten Straßen und betoniert sich sukzessive als sogenannter "Europameister im Versiegeln" zu. Daher ist zu der Maßnahme der Ministerin kein weiteres Wort mehr zu verlieren. Das klimaschädliche Autofahren ist an sich ein Anachronismus, der jetzt in die letzte, die E-Phase eingetreten ist. Da noch Autobahnen in die Landschaft zu wuchten, ist der Unsinn zum Quadrat. Endlich zeigt sich ein klarer Sinn für die Regierungsbeteiligung der Grünen. Ein schwarzer Umweltminister, p.e. der großindustrielle Altkanzler Bartenstein hätte alle Straßenprojekte mit Handkuss genommen.

Lamax2
8
9
Lesenswert?

@Zweigerl

Die Grünen wollen also zusammengepfercht in Großstädten leben und mit dem Fahrrad um die Ecke zur Arbeit fahren. Wie weltfremd ist denn sowas. Ich habe mich schon fast mit e Autos abgefunden, aber auch die brauchen Straßen. Ich habe noch keines gesehn, das fliegen kann oder über dem Acker schwebend in die Stadt gleitet.

zweigerl
3
4
Lesenswert?

Es geht auch anders

Dem nachfolgenden Post ist 100% zuzustimmen. In Burgenland hat, glaube ich, schon jeder zweite ein Auto, und der Trend ist in diesem Bundesland ungebremst. Die dringend notwendige Verkehrswende zwecks Erhalt der letzten Naturräume, Pflanzen und Tiere besteht aus Nahverkehrsmitteln. Auch verlagert sich die Berufswelt, vorerst noch pandemiebedingt, in den häuslichen Bereich, überschaubare Wirtschaftsräume fahren die Mobilität zurück, usw. Diese Entwicklung ist alternativlos. Nur das Autoverkaufspersonal im feinen Zwirn in den marmorverkleideten Autosalons sieht das anders.

isteinschoenerName
11
17
Lesenswert?

Österreich ist ja als besonderes wissenschaftsfeindlich bekannt.

Und auch an den Reaktionen auf dieses Thema sieht man es wieder. Leider, ein Trauerspiel. Wir brauchen ein Umdenken in allen Bereichen, und so brauchen wir auch eine umfassende Verkehrswende. Weitermachen wie bisher heißt, wir bringen unsere Kinder um. Vergegenwärtigen Sie sich das mal und erkennen Sie es an!

krautundrüben
19
31
Lesenswert?

Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten

An dieses Motto hält sich die Verkehrsministerin offenbar sehr strikt und das wurde auch mehrfach von Verkehrsplanern bestätigt. Gott sei Dank versucht sie neue Verkehrslösungen und bietet dem unkontrollierten Ausbau Einhalt. Mal ehrlich - wer will schon eine stark befahrene Straße vor seiner Haustüre?

Im Falle des Ausbaustopps der A9 südlich von Graz irrt sich die Ministerin aber gewaltig, kommen dort der Nahverkehr mehrerer stark besiedelter und zersiedelter Regionen und der Fern- und Reiseverkehr auf 4 Spuren zusammen. Wie User @Geom38 sehr treffend bemerkte, ist "die Strecke Teil einer mitteleuropäischen Hauptverkehrsroute". Den Fern- und Reiseverkehr wird man dort nicht wegbringen und der wird auch in Zeiten der Klimakrise, wo man ja auch bewusst auf das Flugzeug verzichten soll, sicher nicht weniger. Wie mehrere User bereits festhielten, ist der Nicht-Ausbau auch ein Sicherheitsrisiko , was sich in Folge der gehäuften Unfälle dort schon bestätigt hat. Schade!

melahide
36
19
Lesenswert?

A9

Gerade in den Süden ist die Zugverbindung mehr als perfekt. Die meisten die mit dem Auto fahren tun dies aus Bequemlichkeit. Die mögen dann bequem im Stau stehen! Die A2 Richtung Gleisdorf hat auch drei Spuren. Fahrt da mal. Geht auch nicht schneller. Wenn Menschen nicht einmal bei guter Öffi-Anbindung und billiger Karte öffentlich fahren, braucht man die nicht auch noch mit mehr Platz belohnen! Danke!

Kobold76
25
59
Lesenswert?

Die spinnen, die G… (nein, nicht die Gallier)!

Wenn man die Autobahn aufgrund eindeutiger Verkehrsnotwendigkeit nicht verbreitern möchte, um Bodenversiegelung zu vermeiden, gleichzeitig aber in Kauf nimmt, dass jeden Tag weiterhin Zehntausende Autos im Stau stundenlang die Luft verpesten, hat man den Trostpreis „Grüne Palme“ für den größten Öko-Schmäh redlich verdient.

X22
25
14
Lesenswert?

Zehntausende Autos im Stau stundenlang die Luft verpesten,

ist mal erstunken und gelogen..... wieviele Stunden bzw. Fahrzeuge, zu welcher Zeit, und wo liegen die Ursachen, eine dritte Fahrspur löst die Staubildung nicht auf, sie können mir ja erklären warum diese den Stau auflösen sollte, wenn zu Spitzenzeiten aus allen Richtungen die Verkehrsteilnehmer auf die Autobahn strömen, spielen so viel Faktoren mit, die Staus produzieren.
Dazu gibts genug Studien (auch über bereits baulich ausgeführte "3. Spuren"), die belegen, dass es nicht so funktioniert wie sich es der Maxi so vorstellt.

aposch
3
3
Lesenswert?

2 Fahrspuren

Das soll sich die Ministerin einmal ansehen, wenn zwei Lkw einander bei 100 km/h zu Überholen versuchen, wie langen das dauert. Wenn aber nur zwei Fahrspuren vorhanden sind, dann ist es für PKW nichts mit dem Überholen und es gibt dann nur mehr Aggression pur. Aber der Ministerin ist das ja egal.

petera
22
20
Lesenswert?

Daher sollte jeder der kann auf die Öffentlichen wechseln.

Die Zugverbindung in den Süden ist eh super ausgebaut bzw. wird weiterhin stark ausgebaut.

Zusätzlich noch der Schwerverkehr auf die Schiene.

Die Österreicher nehmen sich gerne die Schweizer zum Vorbild. Hier wäre etwas Sinnvolles zum Nachmachen.

Geom38
15
50
Lesenswert?

Bin zwar kein Pendler

aber der Ausbau der A9 zwischen Graz und (zumindest) Werndorf wäre schon längst überfällig. Auf der ersten Spur Kolonnen von LKW's, die sich dann auch noch andauernd gegenseitig überholen. Und dann wundert man sich wieder, wenn sich's zu stauen beginnt. Das Gebiet dort ist nun mal Industriezone, und die wird auch in Zukunft wohl eher größer als kleiner. Und damit auch der Schwerverkehr mehr. Auch ein ideologisch bedingtes "nicht sehen oder akzeptieren wollen" wird daran nichts ändern. Und auch mit irgendwelchen regionalen "Öffis" wird man nix daran ändern, dass die Strecke eben Teil einer der mitteleuropäischen Hauptverkehrsrouten ist.

petera
7
17
Lesenswert?

Die Antwort kann nur sein

Auf die Bahn mit dem Schwerverkehr.

sam125
2
3
Lesenswert?

Petera,die "rollende Landstraße" gibt es ja schon viele Jahre, aber die hat sich

nur fort durchgestzt wo die Lkws wircklich ganz weite Strecken in einem Weg zurückgelegt werden muss,aber in den klein und klein Zulieferungsstrukturen bei uns, kann das allein schon durch den höheren Zeitaufwand der für die rollende Landstraße gebraucht wird einfach nicht funktionieren!

lionking
23
27
Lesenswert?

3 Spuren in den Stau?

Wenn die A9 auf 6spuren ausgebaut wird gibt es dann auch 6 Spuren am Knoten? Oder fahren die Pendler dann einfach schneller in den Stau? Und gibt es dann weniger Unfälle an diesen Stellen?

Die FPÖ war doch immer die Partei die gesagt hat Tempo 160, weil auf der Autobahn passiert e nix. Man dreht sich halt die Argumente wie man sie grad braucht….

Geom38
8
23
Lesenswert?

Was genau hat der Grazer Knoten

damit zu tun? Es dreht sich nicht alles immer nur um Graz und um diverse Pendler. Auch der Transit Richtung Wien/Linz/Salzburg/Klagenfurt oder Slowenien wird immer mehr. Und zwischen Graz und Werndorf kommt dann eben auch noch der Regionalverkehr dazu und macht aus dem Ganzen dann ein Nadelöhr. Das beseitigt man aber nicht durch "Öffis", nur durch bauliche Maßnahmen. Momentan reicht ja schon ein Unfall, damit in dem Bereich dort alles zusammenbricht.

sanantonio
8
14
Lesenswert?

Genau aus den oben beschriebenen

Umständen kam es vor 2 Tagen in diesem Bereich zu einem tödlichen Verkehrsunfall. Ein LKW fuhr auf einen im stockenden Verkehr stehenden PKW auf. ( Interessanterweise verschwand dieser Bericht knapp vor oder mit der Ankündigung der Verkehrsministerin.) Ist auf Mein Bezirk noch nachzulesen. Stichworte: Unfall , Premstätten, Autobahnabfahrt.

Moveit
16
27
Lesenswert?

Bottleneck

Auch wenn Wirtschaftskammer und Autolobbys gerne von "Entlastung" träumen - eine solche gibt es nicht. Spätestens am Stadtrand von Graz ist Schluss, in Graz ist der Verkehr schon jetzt eine Katastrophe. Zwei zusätzliche Fahrstreifen bringen nur noch mehr Verkehr nach Graz. Und dann? Eine 1-Liter-Flasche wird immer nur einen Liter aufnehmen können...der richtige Lösungsansatz wäre hier, die Pendler zum nächstgelegenen Bahnhof zu bringen (z.B. alle aus dem Bezirk Leibnitz nach Leibnitz) und von dort mit leistungsfähigen S-Bahnen und RegioTrams schnell in die Stadt zu führen. Auch der Güterverkehr gehört auf die Schiene und nicht auf die Autobahn.

rb0319
4
10
Lesenswert?

@Moveit

Genau so sehe ich das auch. Aber in der "Ich"-bezogenen Gesellschaft denkt leider jeder nur an sich. Täglich pendeln zehntausende Menschen mit dem eigenen Auto nach Graz ein und am Abend wieder aus. Das wird auch eine 10-spurige Autobahn nicht ändern, den wie ihr sagt ist in Graz Schluss mit den vielen Spuren. Die einzige Dauerlösung ist der Öffi-Ausbau und die Taktverdichtung.

GanzObjektivGesehen
10
36
Lesenswert?

Praktisch jeder sagt ja zu den "Klimazielen".

Aber bitte keine Windkraftanlagen. Wegen dem Kaiseradler.
Aber bitte keine Wasserkraft, wegen dem Huchen.
Aber bitte keine Solarfelder, wegen der hässlichen Optik.
Aber bitte keine Preiserhöhung bei fossilen Brennstoffen. Weil Heizen und Auto.
Aber bitte keine Straßenprojekte absagen. Weil schnell von A nach B. Und die STRABAG.
Aber bitte kein Umstieg auf die Schiene. Weil der LKW bringt was wir täglich brauchen.
Aber bitte keine höheren Flugpreise. Weil ich war noch niemals in New York.
Aber bitte nichts ändernt. Irgendwann löscht ohnehin ein Komet alles Leben aus.

Frohen Advent!

silent
50
30
Lesenswert?

Endlich eine Politikerin

die etwas entscheidet, ändert und Mut hat. Dafür bekommen die Grünen meine bisher schwarze Stimme.

Heike N.
39
34
Lesenswert?

Ich finde das gut

Ein Vollausbau würde das Verkehrsaufkommen nochmals drastisch erhöhen, darauf kann man verzichten.
Der LKW-Transitverkehr sollte dort verboten werden, die Route dient sowieso in erster Linie der Mautflucht.

Nein, mir passt das gut so

isteinschoenerName
42
30
Lesenswert?

Wer immer für Autobahnausbau ist, der verweigert schlichtweg

die Realität der auf uns zurollenden Klimakatastrophe. Jeder weitere km Autobahn ist Steuergeldvernichtung auf Kosten unserer Kinder. Straßenbau und vorallem der Erhalt verschlingen jedes Jahr noch mehr Geld, welches überall anders dringend benötigt werden würde.

 
Kommentare 1-26 von 203