GrünanlageWarum die Stadt am Hauptbahnhof auf Schotterbeete setzt

Traurig anzusehende Grünanlagen am Grazer Hauptbahnhof werden derzeit saniert. Der großflächige Einsatz von Kies wirft dabei Fragen auf.

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Pflanzenbeete vor dem Bahnhof werden saniert. Der großflächige Einsatz von Kies sorgt bei Passanten für Irritationen
Die Pflanzenbeete vor dem Bahnhof werden saniert. Der großflächige Einsatz von Kies sorgt bei Passanten für Irritationen © Andrea Rieger
 

Schütter bewachsene Beete, vertrocknete Pflanzen, kahler Boden, auf dem sich unansehnliche Bewässerungsschläuche schlängeln - so sehen die Pflanzenbeete vor dem Grazer Hauptbahnhof seit langem aus. Auch als Frühling und Sommer (und die Grazer Stadtgärtner und -gärtnerinnen) für farbenprächtige Blumenpracht in Parks und auf Plätzen sorgten, machten die Beete am Bahnhof teils einen ungepflegten Eindruck. Nun werden die Flächen saniert. Dass man dabei großflächig auf Kies setzt, lässt viele Passanten den Kopf schütteln.

Aktuell wirken die Beete kahl. Langfristig soll aber gerade der Kies dafür sorgen, dass die Grünflächen  ihren Namen auch verdienen, wie Christine Rabl von der Abteilung Grünraum und Gewässer der Stadt Graz versichert. "Wir haben am Bahnhof ein großes Vandalismusproblem. Die Beete wurden vermüllt, Zigarettenstummel haben den Pflanzenmulch verbrannt, Ratten die Bewässerungsschläuche angeknabbert. Die Pflanzen sind in der Folge teilweise vertrocknet“, schildert die Expertin, die für die Planung der Neugestaltung zuständig ist. Nun werden die Schläuche durch eine Kiesschicht geschützt, die als mineralischer Mulch dient. Verdorrte Pflanzen sollen damit trotz erschwerter Bedingungen der Vergangenheit angehören.

Staudenpflanzen und Frühlingsblüher

Beet beim Bahnhof im Sommer
Das Beet beim Bahnhof im Sommer Foto © Andrea Rieger

Mit einem "Steingarten" müssen sich Passanten trotzdem nicht anfreunden. Der Kies dient als mineralischer Mulch - eine Lösung, wie sie mittlerweile im Stadtgebiet öfter zum Einsatz kommt. "Die großen Flächen fallen natürlich auf, wenn die neuen Pflanzen in ein zwei Jahren richtig angewachsen sind, wird man aber von dem Boden dazwischen kaum mehr etwas sehen", versichert Rabl. Unterschiedliche Staudenpflanzen, aber auch Frühlingsblüher wie Narzissen sollen zukünftig für einen ansprechenden Eindruck sorgen. Besonderen Augenmerk legt man außerdem auf das Areal rund um einen frei stehenden Baum in den Beeten. Das Eck, das derzeit als Toilette missbraucht wird, wird neu bepflanzt.

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Danke für Ihr Verständnis.

homerjsimpson
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Dass kaum irgendwo Grün in der Stadt ist auf solchen Flächen...

...liegt aber nicht am Vandalismus, sondern weil die Stadt Graz in den letzten 20 Jahren unter Nagl konsequent alle öffentlichen Flächen zubetoniert (oder gepflastert) hat, um sich Geld zu sparen für Grünraumpflege. Womit sich Bereiche wie Hauptplatz etc. enorm aufheizen im Sommer, welch Überraschung....

kropfrob
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Verkehrsinseln

Was passiert eigentlich mit jenen Verkehrsinseln, die nach wie vor mit grünem Kunststaoff abgedeckt sind (zB Wienerstraße, Plabutscherstraße)? Da wurde vor etwa einem Jahr versprochen, dass "im Frühjahr" (2021) bepflanzt wird, aber meines Wissens ist nach wie vor nichts geschehen.

silence15
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Verkehrsinsel wieder mit echtem Rase

Zur Info: Die Verkehrsinsel in der Wienerstr. bei der Bushaltestelle Zeillergasse ist mittlerweile wieder mit echtem Rasen begrünt worden (siehe Artikel im "der Grazer" vom 26.09.2021 auf Seite 14).

gickigacki
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frau kahr

hat da sicher eine gute idee, die ist nämlich zuständig.

stefstef
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Vandalismus

Das Problem gibt es leider fast überall in den belebteren Teilen der Stadt. Ab 1 Promille schaltet anscheinend das Hirn bei einigen Leuten auf Notbetrieb.