Ärger mit NeubauAnrainer gegen "Betonburg" in St. Peter

Schwere Geschütze fahren die Anrainer in der schmucken Peterstalstraße gegen eine geplante Wohnanlage samt Tiefgarage auf.

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Bauprojektierung (Sujetfoto)
Bauprojektierung (Sujetfoto) © (c) Eisenhans - stock.adobe.com
 

Errichtung eines Wohngebäudes mit 6 Wohneinheiten samt einer Tiefgarage mit 12 PKW- Abstellplätzen in der Peterstalstraße 92.

Der nüchterne Titel zu dieser Bauverhandlung passt so gar nicht zur Stimmungslage. Ursache: Ins örtliche Orchester aus Einfamilienhäusern passe so eine Anlage gar nicht, betonen Anrainer.
Angeblich würde die zulässige Dichte überschritten, indem "man Flächen derart in den Hang hineinbaut, dass sie nicht zur Bruttogeschoßfläche, die für die Dichteberechnung herangezogen wird, gezählt werden", schreiben die Anrainer.

Diese hätten mit der Dichte selbst ihre liebe Not gehabt: Selbst "kleine Umbauarbeiten an bereits bestehenden Einfamilienhäusern" wären kaum machbar gewesen.

Dazu kommen die in der Hang- und Grünlage üblichen Bedenken: Bei Starkregen könnte jede neue Verbauung für Überschwemmungen sorgen. Und der Verkehr erst: "Die Peterstalstraße ist eine schmale Zufahrtsstraße ohne Gehsteige" - 12 Autos mehr bedeuten mehr Verkehr, Lärm usw.

Kritik gibt es zuletzt am Erscheinungsbild: Man möchte kein "stufiges Betonprojekt" und hätte sich "niemals vorstellen können, dass Wohnprojekte dieser Art in einer Wohngegend mit so geringer Dichte, verwirklicht werden könnten".

Bauverhandlung am Mittwoch
Bauverhandlung am Mittwoch Foto © kk

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Danke für Ihr Verständnis.

ali71
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Baubehörde & Gesetzt

Unbegreifliche Frechheit was hier alles möglich ist!
Als Einzelperson fast keine Chance bei einem Einfamilienhaus nur ein paar m² zu erweitern. Argumente, passt nicht in das Gesamtbild, Versiegelung, Abwasser, Abstände obwohl es hier keine Veränderung diesbezüglich gäbe. Aber solche Projekte die eindeutig alle Grenzen überschreiten werden erlaubt.

Hier sollte bei der nächsten Wahl wirklich ein Zeichen gesetzt werde!

Helmut1961
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Alles möglich!

Siehe GWS Baustelle am Burgfriedweg!
Heute wird alles genehmigt. Alte Villa wurde abgerissen und trotz aller Einwände wird hier derzeit eine Wohnanlage mit 24 Einheiten in den Hang gebaut ohne Rücksicht auf die Anrainer. Schmale Straße, kein Gehsteig und seit eineinhalb Jahr Lkw s mit bis zu 100 Tonnen von früh bis spät. Oft müssen diese Fahrzeuge sogar im Retourgang bis zur Plüdemanngasse fahren da ein umkehren gar nicht möglich ist. Soviel zu unserer Politik und Behörden.

SeCCi
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wow

100 tonnen lkws? was es nicht alles gibt .oO

Hausverstand
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Vernichtung statt Verdichtung

Eine Auswertung von Wohnungen in der Pipeline zeigt das ganze Ausmaß der Verdichtung: Wo vorher 150 Häuser waren, sind jetzt an die 3.000 Wohneinheiten in Bau oder Planung. Aus 150 mach 3.000 – der Verdichtungsfaktor bei diesen neuen Vorhaben beträgt also 1:20! Im Durchschnitt – d.h. in machen Lagen kann es noch viel dichter werden. Die gesamte Auswertung gibt es hier: http://www.unverwechselbaresgraz.at/wp-content/uploads/2021/08/Wohnprojekte-Vorgänger-EFH-in-der-pipeline-30-Juli-2021.pdf 

Eine derart maßlose Verdichtung geht nur, wenn von der Baubehörde die in Raumordnungsplänen festgelegten Grenzen missachtet und (teils mehrfach) überschritten werden. Und weil Gutachten der Stadtplanung gegen jede Evidenz bestätigen, dass die neuen Bauklötze dem Siedlungs- und Landschaftsbild entsprechen! Investoren wird damit eine Maximierung ihrer Renditen ermöglicht – auf Kosten einer drastischen Vernichtung von Grünraum und Baumbestand sowie der Wohn und Lebensqualität der Anrainer*innen.

Stephan123
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perfekt auf den Punkt gebracht !

Schicken Sie das in einem offenen Brief an Eustacchio und Nagl, die zuständige Betonkoalition !

Hausverstand
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Das ist bereits erfolgt!

Diese Information wurde bereits an sämtliche Gemeinderatsfraktionen und an die Stadtplanung gesandt, auch an die Kleine Zeitung und die Gratisblätter. Hoffentlich hilft das etwas im aktuellen Wahlkampf, denn viele dieser Bauverfahren laufen derzeit noch.

Stephan123
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... das ist der richtige Weg ...

gegen die Politik des Drüberfahrens, die alle satt haben!

Ichweissetwas
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Die beste "Antwort"

darauf für den Betonierer Nagl, ist die kommende Wahl, hier einen Schlussstrich zu ziehen!!

robert123456789
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Frechheit.

Man bekommt den Eindruck die baubehörde wird nur geschmiert.
Warum sonst sollen dauernd so schwachsinnige Aktionen zugelassen werden?

rouge
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Wieder ein Grund mehr

Nagl und seinem Vize am Wahltag die Rechnung zu präsentieren.

ThomasB
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Jetzt hat der Betonsiegi seine Denkzettel!

Abwahl bei der Bürgermeisterwahl! Endlich ist hoffentlich Schluss mit der Zerstörung des Grüngürtels😁

Hausverstand
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Vernichtung statt Verdichtung

Eine jüngste Auswertung von Wohnungen in der Pipeline zeigt ein düsteres Bild. Wo vorher 150 Einfamilienhäuser, Villen und Vorstadt gestanden sind oder Gärten, Innenhöfe und Grünflächen waren, sind jetzt an die 3.000 Wohneinheiten in Bau oder Planung. Aus 150 mach 3.000 – der Verdichtungsfaktor bei diesen neuen Vorhaben beträgt also 1:20! Im Durchschnitt – d.h. in machen Lagen kann es noch viel dichter werden. Die gesamte Auswertung gibt es hier: http://www.unverwechselbaresgraz.at/wp-content/uploads/2021/08/Wohnprojekte-Vorgänger-EFH-in-der-pipeline-30-Juli-2021.pdf 

Eine derart überzogene Verdichtung kann nur erreicht werden, wenn von der Baubehörde die in Raumordnungsplänen festgelegten Grenzen missachtet und (teils mehrfach) überschritten werden. Und weil Gutachten der Stadtplanung gegen jede Evidenz bestätigen, dass die neuen Bauklötze dem Siedlungs- und Landschaftsbild entsprechen! Investoren wird damit eine Maximierung ihrer Renditen ermöglicht – auf Kosten einer drastischen Vernichtung von Grünraum und Baumbestand sowie der Wohn und Lebensqualität der Anrainer*innen.

hcandussi
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Laut dem gültigen Stadtentwicklungskonzept müssen Neubauten dem Gebietscharakter entsprechen.

Außerdem gilt das "Räumliche Leitbild", das im Grüngürtel "kleinteilige Bebauung" vorschreibt. Dies hindert die Bau- und Anlagenbehörde aber leider oft nicht, solche Projekte dennoch durchzuwinken. Die Rechte der Anrainer*innen beschränken sich auf die Einhaltung der Mindestabstände zu den Nachbargrundstücken. Eustacchio - am Papier dafür zuständig - gibt sich ahnungslos.
Dass der Bürgermeister als oberster Stadtplaner "Graz als Klimaschutzhauptstadt Europas" ankündigt, während solche Grundstücke versiegelt werden, ist eine andere Geschichte.

checker43
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Die

Rechte beinhalten auch eine Verbringung der Niederschlagswässe auf eigenem Grund. Wenn alles zugebaut ist, wird das nicht mehr gehen. Da sollten die Nachbarn genau hinschauen und alle Unterlagen hinterfragen, damit sie nicht übervorteilt werden.

ThomasB
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Spitzen Input danke

Kleinteilige Verbauung mit geringen Baukörperhöhen, hohem Durchgrünungs- und geringem Versiegelungsgrad…
Das geplante Projekt versiegelt ca 90%, da bleibt als Restfläche für die Durchgrünung gerade mal Platz für ein Bonsaibäumchen.

Stephan123
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und als Anrainer ist man machtlos

völlig zutreffend Ihr Kommentar. Es ist völlig offensichtlich, dass diese komplette Versiegelung völlig dem räumlichen Leitbild widerspricht. Aber die Baubehörde winkt völlig unkritisch durch, schaut nicht mal gewissenhaft auf die Dichteberechnung, kapiert nicht, dass die Bauausführung oft gar nicht den eingereichten Plänen entspricht. Völlig überfordert und ahnungslos zum Leidwesen derer, die ob der Betonburgen beim nächsten Regen Wasser und Schlamm aus ihren Kellern schöpfen können. Von den optischen Schandflecken ganz zu schweigen. Es gibt immer noch (viel zu viele) völlig unkritische Bürger, die bei der nächsten GR-Wahl dafür wieder den beiden verantwortlichen Parteien blind ihre verschwendete Stimme geben. Das macht traurig und zornig.

seigin
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Wer im Glashaus sitzt…

Wir wohnen in einem solchen “optischen Schandfleck”. Fakt ist, dass bei Starkregen das Wasser vom Einfamilienhaus über uns hinunterschießt, da dort der gesamte Einfahrtsbereich, der sehr steil ist, versiegelt ist. Zum Glück versickert dieses Wasser bei uns sehr gut. Für die Herrschaften, die “über uns” wohnen, war unser Projekt jedenfalls gut genug, um auf unsere Kosten einen Kanalanschluss zu bekommen, damit sie ihr Abwasser etc. nicht mehr hinaufpumpen müssen. Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.

Kleine Zeitung
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Sg User

Uns hat zur Ihrem Posting eine Mail erreicht:
"Festhalten möchte ich zu dem Kommentar von Seigin ,,Wer im Glashaus sitzt..“ und ,, wir wohnen in einem optischen Schandfleck“, daß das Aufstellen falscher Behauptungen niveaulos ist und dies gehört richtig gestellt!
Zum Kommentar: Der Einfahrtsbereich wurde mit Drainagesteinen verlegt wie vom Bauamt vorgeschrieben . Die Kanalanschlußkosten werden üblicherweise vor Einzug ins eigene Wohnheim bezahlt und das war in unserem Fall im Jahr 2008. Für alle entstandenen Kosten gibt es Belege. Keine Kosten wurden von Nachbarn bezahlt. "

Naturfreund1
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Seigin: den Mund wohl zu voll genommen!

Und dann noch "wer im Glas-Haus sitzt" ... schreiben.
Das braucht viel Mut!
Auch Anstand will gelernt sein.

ThomasB
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Betonbau mit Dichteüberschreitung

Wenn man den Betonbau, der um vieles die Bebauungsdichte (0,2-0,3) in St. Peter überschreitet, selbst als „Schandfleck“ bezeichnet, dann muss schon was Wahres dran sein.
Schande vor allem ist, dass das Gründach, das damals Grundlage der Baubewilligung war, nie verwirklicht wurde.
Mit diesen vorgetäuschten Gründächern wird der Versiegelungsgrad beschönigt und damit die Baubewilligung erschlichen.
Soviel zu: Wer im Glashaus sitzt……

ThomasB
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Profitgier schlägt wieder zu!

Jetzt wird der Grüngürtel der Stadt gnadenlos zubetoniert, kleine Grundstücke mit 6 Wohneinheiten mit hohem Versiegelungsgrad! Die Politik schweigt und die Anrainer gehen bei den immer häufiger auftretenden Unwettern im Wasser unter.
Es lebe die Profitgier! Über die vielen leerstehenden Wohnungen in Graz spricht keiner, nein, wir betonieren stattdessen weiteres Grün zu und zerstören die „ Lunge“ der Stadt. 6 Wohneinheiten mit 12 Tiefgaragenplätzen haben in einer Einfamilienhausgegend schlichtweg nicht verloren!!

LacknerH
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Unsitte Nachverdichten

Heute ist man nicht mal in einer verbauten Einfamilienhausgegend sicher! Irgend ein Haus wird verkauft, meist von den Erben, flugs wird nachverdichtet, und der Klotz steht da! Auf diese Art wurden auch die Villenviertel wie Leonhard oder Waltendorf verschandelt! Aber nicht nur dort, in ganz Graz kann diese Unsitte beobachtet werden! Ja, der Bürgermeister ist quasi auch oberster Baupolizist!

ThomasB
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Der oberste Baupolizist schreitet leider nicht ein!

Ja, man würde erwarten, dass unser Bürgermeister dem Bauwahn Einhalt gebietet aber stattdessen wird geschwiegen, denn die Baulobby ist dem obersten Chef vielleicht doch näher? Oder er ist so sehr mit der sinnlosen U-Bahn oder mit der Plabutschgondel beschäftigt, wofür wieder hunderte Bäume geopfert werden müssen. Aber das alles für die Grazer Bürger oder vielleicht doch wieder für die Touristenlobby, denn jeder Tourist bringt neben viel Dreck ja viel Geld für die Stadt

hcandussi
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Der oberste Baupolizist ist nicht der Bürgermeister...

... sondern (noch) sein Vize Eustacchio; er ist für die Bau-und Anlagenbehörde zuständig, die solche Projekte oft gegen den Willen der Anrainer widerspruchslos genehmigt.

battlefronter007
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Der Bürgermeister ist in der Steiermark

Die höchste Instanz in allen Bauverfahren seiner Gemeinde. Seine Unterschrift sitzt auf absolut jedem Neubauprojekt in Graz.
Und dank der Baureform vor 2 Jahren von Schützenhöfer zur Bauverfahrensbeschleunigung hat der Gemeinderat absolut kein Mitspracherecht mehr bei großen Bauprojekten

ThomasB
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Stimme zu 100% zu, aber

der Chef ist der Bürgermeister und als solcher kann er auf den Koalitionspartner nicht immer den schwarzen Peter schieben.

 
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