Platz und Bäume statt AutosGrüne wollen einen "Griesplatz für Menschen" bauen

Grünen-Chefin Schwentner legt Zukunftskonzept für den benachteiligten fünften Grazer Bezirk vor: Sie fordert Platz für Menschen statt für Autos ein.

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Der Griesplatz als grüne Vision "Gries Mitte"
Der Griesplatz als grüne Vision "Gries Mitte" © pixlab studios
 

Die Ausgangslage: Gries ist mit rund 30.000 Einwohnern drittstärkster Grazer Bezirk nach Lend und Jakomini. Er ist der bunteste, mit Menschen aus 131 Nationen, der jüngste (Durchschnittsalter: 37 Jahren), leidet unter Grünraummangel, hat kaum Plätze mit Aufenthaltsqualität, wird von einer Verkehrslawine überrollt und rasant verbaut. Gab es 2012 noch 16.835 Wohnungen, sind es 2021 schon 22.554. In den nächsten Jahren werden hier noch viel mehr Bauten in die Höhe gezogen, Investoren scharen schon in den Startlöchern - es herrscht Goldgräberstimmung.

Kommentare (21)
LaoQui
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Ist das Auto heute wirklich das goldene Kalb von einst,

der Götze, um den wir beglückt tanzen wollen? Niemand stellt die großen Annehmlichkeiten in Frage, die ein Auto bieten kann. Aber jeder weiß inzwischen, welchen Preis wir dafür zahlen müssen: unsere Städte werden unbewohnbar werden, wenn wir nicht jetzt umdenken. Und auch wenn die Fahrzeuge umweltfreundlich würden, es bleibt der schreckliche Anblick einer mit Blech vollgemüllten Straße. Ohne ein Zurückdrängen des Autos aus den Städten wird es nicht gehen, manche meinen sogar, es müsse radikal geschehen. Die Mehrheit hat das auch längst begriffen, wenn sie im Kreis fährt, um endlich den Glückstreffer zu landen: etwa einen freien Parkplatz in der Kaiserfeldgasse. Die dort ausziehen wollen, weil sie ihr Blech nicht vor der Haustüre stehen lassen können, werden schnell Nachfolger finden, die dann hoffentlich nicht fliehen müssen, wenn jede Nacht eine Massenparty steigt. Es ist die Aufgabe der Stadtpolitik, den Steuer zahlenden Bürgern ein akzeptables Lebensumfeld zu schaffen. Was der Gemeinschaft nützt, muss Priorität haben, nicht das, was Einzelnen gut tut. Mit dem Kampf um lukrative Mandate und die damit verbundene Macht lässt sich das offenbar schwer in Einklang bringen. Warum größere Städte als Graz es dennoch geschafft haben, eine lebenswerte Umwelt mit einer starken Reduktion des Autoverkehrs zu schaffen? Da müsste man halt nachfragen ....

sanantonio
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Welche Städte habe da was geschafft ?

Graz hat eine sehr große Fußgängerzone. Da fährt weit und breit kein Auto. Vermutlich übertrifft die Grazer autofreie Zone prozentuell so ziemlich die meisten europäischen Städte.. Aber ob es da so toll zum Wohnen ist, bleibt dahingestellt. Früher einmal war es so. Ja es waren nachgerade die schönsten Wohnmöglichkeiten in angenehmer Umgebung. Viele Ärzte, Beamte, Bankangestellte und Geschäftsleute lebten mit ihren Familien in der Innenstadt, selbst in der Gegend um den Glockenspielplatz. Als Parkmöglichkeit für die Anrainer bot sich über Jahre der Mehlplatz an. Dazu bestand in jahrzehnte- ja jahrhundertealter Entwicklung eine Infrastruktur, die die meisten Besorgungen per pedes ermöglichte. Aber okay, es war in Ordnung aus dieser Gegend ein Ausgehzentrum mit vielen Gastgärten zu schaffen - was diese „bürgerlichen" Stadtbewohner jedoch in die Vorstädte vertrieb. Mittlerweile soll, entsprechend den Vorstellungen zumeist eher in jüngerer Zeit aus kleinen Orten Zugewanderten die gesamte Innenstadt einer solchen Transformation unterzogen werden, was letztlich zu einer Mischung von Touristenpfaden, Ghetto und außerhalb der Bürozeiten trostlos leeren Gebäuden führt.
In einer größeren Stadt finde ich eher größere Areale, die zur autofreien Zone erklärt werden können. Es geht hier um Hauptverkehrsadern, die zu kappen massive Auswirkungen auf alle übrigen Bezirke hätte.

BigC
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Haben sich die Grünen

Gerade von der Straßenbahnlinie über den Griesplatz verabschiedet? Beide möglichen Antworten gefallen mir nicht, entweder sind die Grünen gegen den Ausbau des ÖVs am Griesplatz, oder sie wollen den BIM Ausbau, verkaufen aber die Grazer mit hübschen Bilder ein falsche Zukunft. Wäre schön gewesen, wenn die Kleine Zeitung bei den Bildern zumindest einmal kritisch nachfragt.

Mein Graz
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@BigC

Geh hier bei der Kleinen auf den Artikel "Diskutieren Sie mit! Soll Graz die Autos im Gries an den Rand drängen?"
Dort sind auf einem Bild die Geleise für die Bim deutlich zu erkennen.
Also bitte nicht gleich mit dem Stellwagen ins G'sicht fahren sondern informieren.

sanantonio
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Damit wird Graz für den Individualverkehr und Gewerbetreibende

sukzessive zur zweigeteilten Stadt. Die Zu- und Abfahrt zum Citypark Graz und viele Gebiete mit ihren Erholungsmöglichkeiten (Auster, Schloss Eggenberg ... u.v.a.) wird für alle am linken Murufer Lebenden nur mehr umständlich möglich. Dienstleister oder Handwerker vom anderen Murufer in Anspruch zu nehmen, wird wegen der immer länger und damit teureren Anfahrtzeiten bald nicht mehr möglich sein.
Es gibt eben Verkehrsströme und -knoten. Damit muss man in einer Stadt leben. Und das mit Kraftfahrzeugen schon seit über 100 Jahren. Wobei man die Zeit vorher nicht unbedingt wieder herstellen sollte. Wer dennoch solche autofreien Städte erleben will hat immer noch dazu gute Möglichkeiten sich das in sehr vielen afrikanischen, süd- und mittelamerikansichen als auch asiatischen Städten der dritten Welt und sogar von Schwellenländer zu tun.
Auch grenzt die Gegenüberstellung dieser Griesplatzbilder an plumper Manipulation. Ich könnte genauso gut den Hauptbahnhof mit Verschubbahnhof fotografieren und daneben einen lieblichen Wald mit einem künstlich angelegten Gewässer mit spielenden und badenden Menschen zeigen und fragen wo die Menschen sich lieber aufhalten würden, wo se lieber wohnen würden.

Mein Graz
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@sanantonio

Es gibt genügend Beispiele in Europa, wo es Städten gelungen ist ganze Viertel fast Auto-verkehrsfrei zu machen (oft dürfen nur mehr Lieferanten zu bestimmten Zeiten und Anrainer einfahren). Überall wurde erst heftig protestiert, da es für "eingefleischte" Autofahrer und Anrainer selbstverständlich gravierende Änderungen gab. Nach Probephasen sprachen sich die Menschen m.W. äußerst selten gegen eine Verlängerung bzw. eine Übernahme als Dauerlösung aus!

Warum also nicht ausprobieren? In Graz scheint so viel Geld vorhanden zu sein, dass sogar eine Mini-Metro und völlig unnütze Gondelbahnen geplant werden können - da ist sicher auch noch das Geld für den Umbau eines Platzes vorhanden - damit das Leben dort lebenswerter wird.

sanantonio
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Es erhebt sich halt die Frage, warum man vielen Menschen,

letztlich allen Bewohnerinnen einer Stadt durch das Zurückdrängen des Individualverkehrs das Leben erschweren muss, um dann einen autofreien Platz zu schaffen ? Reine autofreie Plätze bringen auch alles andere als Ruhe für allfällige Anwohner. Die Familien, die bis in die 60er, 70er Jahre in der Innenstadt wohnten und oft auch arbeiteten (etwa Glockenspiel- bis Färberplatz) wurden alle in die Vorstädte vertrieben. Jetzt passiert das im Umfeld des Kaiser-Josef-Platzes, bald werden die Bewohner der Kaiserfeldgasse, die z.T. seit Generationen dort wohnten das Feld räumen.
Genauso gut könnte ich ja ein Schwimmbad auf der Autobahn planen oder noch besser auf einer Start- Landebahn eines Flughafens. Alles schön und gut, aber wir landen dann ganz wo anders und die urbane Lebensqualität mit ihren Möglichkeiten durch Erwerbsarbeit zu Wohlstand zu kommen würde tatsächlich zunehmend sinken.

Mein Graz
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@sanantonio

Du meinst also es sei eine Abwertung der Wohnqualität und würde die Menschen dazu veranlassen, wenn die Straßen nicht mehr mit Autos verstopft sind und die Luft dadurch besser wird?

Ich hab immer gedacht die Leute verlassen die Städte weil die Luft zu schlecht, der Verkehr zu viel, der Lärmpegel zu hoch ist und weil die Menschen mehr Grün vor der Türe haben wollen.

Kann natürlich sein, dass die Anwohner die verkehrsarmen oder verkehrsberuhigten Viertel verlassen, weil es dort angenehmer zu wohnen wäre...

sanantonio
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Was zur Freude der eine geworden sein mag,

wurde zur Belastung für die meisten, die dort wohnten. Das Leben und Wohnen in diesen innerstädtischen Fuzos wurde einfach für arbeitende, Familien und Ältere nicht mehr möglich.
Aktuelles Beispiel: Mit dem Ende des Parkplatzes am Kaiser-Josef-Platz (also autofrei) ist es mit der abendlichen und sogar nächtlichen Ruhe vorbei.
Wer Autos nicht verträgt, hätte ja aufs Land ziehen können. In der inneren Stadt lebten und arbeiteten seit über 100 Jahren Menschen mit (ihren) Autos und erreichten (selbst dort aufgewachsen) überwiegend ein sehr hohes Alter bei guter Gesundheit.
Doch vorbei sind die Zeiten, wo in der inneren Stadt Menschen wohnten, arbeiteten und ihre Kinder die Schule ohne Bus oder Straßenbahn besuchen konnten, nachmittags mit ihren in der Nachbarschaft lebenden Großeltern in den Park oder Eissalon gingen und häufig ein familientaugliches Auto für Ausflüge, Besuche und Urlaubsreisen in der Nähe geparkt hatten.

Ichweissetwas
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Der Platz ist doch viel zu klein!

Für diese neuen Vorhaben reicht der Platz nicht! War immer ein Platz für die "Outlaws" von Graz und der wird es auch bleiben, da ändert sich nix, aber vll kommen die Dealer vom Stadtpark jetzt zurück...?!

Mein Graz
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@Ichweissetwas

Wo ein Wille ist ist auch ein Weg - in diesem Fall genügend Platz.
Es braucht mehr Raum für die Menschen. Das Problem wird nur sein, dass der Autoverkehr verlagert wird, und da tun mit dann die leid, die noch mehr belastet werden.

Gleichzeitig mit dem Verkleinern von Verkehrsflächen für Autos müsste unbedingt das Bestreben sein, die Autos aus der Stadt draußen zu halten. Dann kann auch der kleinste Platz, die engste Straße wieder lebenswert werden.

Der Griesplatz ist übrigens schon lange kein Platz mehr für "Outlaws", da würden schon die dort Ansässigen dagegen einschreiten und diese müssten weichen! Er war früher mal der "Strich" von Graz, das ist aber Jahrzehnte her!

LaoQui
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500 Wohnungen entstehen gerade

In der Karlauer Straße, 1000 Menschen werden zusätzlich Platz brauchen, und ihre Autos hoffentlich in der Tiefgarage stehen lassen, dann könnte das klappen!

stprei
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Luftschloss

Der Griesplatz bekommt Bim-Linien und hat jetzt schon sechs Buslinien. Das alles auf eine Richtungsfahrbahn zu quetschen (es gibt ja am Rendering keine Nord-Richtungsfahrbahn, das wird an der Synagoge vorbei abgeleitet), wird sich nicht ausgehen. Dieses Renderin scheitert schon an den notwendigen Kurven-Radien für die Straßenbahn und bremst Bus und Co aus.

Am Ägydiplatz ist am Rendering einfach der alte Parkplatz/Gastgarten von den Kugeln übernommen worden, aber das kann eh enteignen.

Toll, dass alle zu diesen utopischen Bildern erfreut klatschen, schön gemacht sind sie ja wirklich.

Nur das sind Luftschlösser, die niemals auch nur in die Nähe der Planung kommen können.

battlefronter007
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Den Ägydiplatz

Ist mal eine richtig geile Idee.
Das würde dem hässlich A1 Tower auch vielleicht etwas Schönheit verleihen.
So wie jetzt ist dieser Vorplatz sowieso nur das Poga Outdoor Klo.

BigC
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Bitte keine Planung

Von den Grünen. Die „große“ Unterirdische S-Bahn Studie von den Grünen hat gerade einmal 3 Seiten. Die Dame ist seit 2 Jahren im Amt und hat in ihren eigenen Ressorts nichts vorzuweisen. Oder kann mir wer ihre großen Projekte im Umweltbereich nennen?

LaoQui
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Unqualifizierte Äußerungen, wie diese

sollten eigentlich auf dieser Seite keinen Platz haben. Wenn Sie das Ergebnis der Schnellumfrage anschauen, wissen Sie, wie sehr daneben Sie mit Ihrer Beschimpfung liegen.

stprei
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Schnell

Meinen Sie die Umfrage hier auf der Seite, die zwei Pro-Antwortmöglichkeiten und eine wirklich blöd formulierte Negativantwort bereit hält?

Die "Verkehrswende" Umfragen auf der Homepage der Kleinen sind leider immer hoch tendenziös formuliert und werden 3 Tage später als Bestätigung im Meinungs-Teil verwendet...

Die Bilanz von Schwentner im Umweltressort ist leider nicht vorhanden. Sogar ihre Fans müssen das zugestehen.

rb0319
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Wie

man die Lebensqualität nachdrücklich verschlechtert, hat Nagl ja eindrucksvoll bewiesen, jetzt ist es eit das endlich mal was für die Grazer Bevölkerung getan wird, und nicht für Spekulanten und Baufirmen.

BigC
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Auch interessant

Man verteidigt die Politikerin Schwentner, indem man auf einen politischen Mitbewerber schimpft. Das spricht nicht für den Ideenreichtum und Umsetzungswillen von Schwenter innerhalb der letzten zwei Jahre.

rb0319
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Sorry,

wollte mich eigentlich nicht auf dieses Niveau begeben. Habe mich durch Ihren Kommentar oben dazu hinreißen lassen. ;-)

rb0319
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Ach ja,

und ich gehöre keiner Partei an. Wie kommen Sie bitte darauf? Gehören Sie denn zur ÖVP? Dann posten Sie doch bitte mit Klarnamen, wenn Sie schon politische Statements als Parteifunktionär abgeben.