"Ich ersucht Sie, mir zu helfen ..." So beginnt Titan Honner sein Schreiben an unsere Redaktion. Der langjährige, legendäre Betreiber des Ragnitzbades, der nun im Ruhestand ist, sucht nach Weggefährten aus der wohl schwersten Zeit seines Lebens. Und er fragt:

"Wer war mit mir im März 1938 zwangsweise in der Hitlerjugend?" Und: "Wer hat am 14. Juni 1942 Matura als Ingenieur für Maschinenbau gemacht und musste zur Ausbildung nach Crailsheim (Baden-Württemberg) einrücken?"

Dann notiert Honner seine Erinnerungen. Er sei damals zum technischen Lehrgang für Bord- und Abwurfwaffen nach Lemberg befohlen worden: "Mein Einsatzort war ein Feldflughafen (Kobani) rund 30 Kilometer vor Nikolajew" - nahe der Halbinsel Krim. Beim Vorstoß der russischen Truppen konnte er von Simferopol mit einer letzten Ju 52 vom Flughafen abfliegen.

Dieser Flieger brachte verwundete Soldaten in deutsche Spitäler und musste in Constanza noch einmal volltanken. Honner konnte dann über Rumänien und Ungarn nach Österreich gelangen. In wenigen Tagen war er in Graz und aus den Schrecken des Krieges gesund zurückgekehrt. Heute sucht er nach Zeitzeugen, um seine Erinnerungen zu teilen.