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Vertragspoker Steirische Öffi-Tarife sollen schwächer steigen

Ringen um neuen Vertrag: Künftig sollen Öffis-Tarife "nur" um das bis zu 1,5-Fache des Verbraucherpreisindex steigen dürfen. Derzeit ist das 1,75-Fache das Limit. Beschlossen sei aber nichts, betonen Riegler (VP) und Lang (SP).

© Jürgen Fuchs
 

Die steirischen Verkehrsunternehmen (nicht der Verbund) dürfen ihre Preise um das bis zu 1,75-Fache des Verbraucherpreisindex anpassen, um ihren jährlich steigenden Aufwand für Personal, Treibstoff etc. abzudecken.

Das war auch heuer der Fall, doch ab 2019 werden die Karten neu gemischt. Der Verkehrsverbund wird reformiert. Laut Grazer Verkehrsstadträtin Elke Kahr (KPÖ) wird es "weiterhin jedes Jahr Erhöhungen geben". Die Kleine Zeitung berichtete bereits im Mai.

Stand der Dinge laut Kahr: "Der bisherige Spielraum von bis zu 1,75 % des Verbraucherpreisindex wird auf 1,5 % abgesenkt", teilte Kahr am Donnerstag via Aussendung mit. Das hätten Stadt und Land so vereinbart, zumindest für den Zeitraum 2019-2021.

Kein Beschluss

Beschlossen sei noch gar nichts, sagte hingegen Günter Riegler (VP) im Beisein von Holding-Vorstand Wolfgang Malik zur Kleinen Zeitung.
Das deckte sich mit Aussagen aus dem Büro von Verkehrslandesrat Anton Lang (SP). Tenor im Landhaus: "Wir wollen von den 1,75 wegkommen." Wie weit, dies hängt freilich von den budgetären Möglichkeiten aller Seiten ab.

Finanzstadtrat Riegler erläuterte: "Die Stadt Graz ist Nachfrager und Dienstleister zugleich. Jeder Euro weniger für die Holding Graz ist einer mehr zu Lasten der Stadt."
Konkret bedeuten diese 1,5 statt 1,75: rund zehn Millionen Euro weniger an Einnahmen, auf drei Jahre also 30 Millionen.

Ergo will die Stadt (wie das Land) von der jährlichen "Anpassung" nicht abrücken. Aus Grazer Sicht rückt man nur vom Faktor 1,75 ab, wenn es eine Form der Gegenfinanzierung oder Ausgleichszahlung gibt.

Aus Landessicht sei der Tarif-Punkt "einer von vielen", die bei der Verkehrsverbundreform zu berücksichtigen seien. Es wird ohnehin noch Gespräche geben, um im Dezember die Beschlüsse treffen zu können.

Chance verpasst

Die KPÖ wiederum bedauert, dass auch "Benachteiligungen im Tarifsystem nicht geschlossen" werden. Stichworte: Seniorenermäßigung nur für ÖBB-Vorteils-Card-Inhaber; Anerkennung der SozialCard Mobilität für die Verbundzone usw.

 

  

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stprei
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Attraktivität

1,5% ist von Kahr ambitionslos.

Die Stadt Graz steht sich aber auch selbst im Weg. An einer Attraktivierung der Öffis führt kein Weg vorbei. Taktverdichtungen in Graz sind nicht mehr möglich und den Leuten laufen die Kosten für die Öffis davon.

Öffis sind für Städte ja ohnehin Sowieso-Kosten. Wenn sich Stadt-Graz, die umliegenden Bezirke/Gemeinden und das Land auf ein attraktives Angebot einigen, könnte auch das tägliche Pendlerchaos ein Ende haben.
Da am Ende der Steuerzahler ohnehin den Abgang decken muss, die vollkommen überzogenen Tarife müssen von den Gemeinden dann wieder mit Förderungen abgefangen werden. Die funktionieren aber nach dem Motto "Mir-san-mir", wie die Jahreskarte Graz das schon länger zelebriert. Die Umlandgemeinden können/wollen nicht mitziehen und Graz erstickt im Verkehr.

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