Sachen gibt's...Kurios: Manchen Leuten gehört eine Straßenampel

Auf Grazer Straßen stehen tatsächlich Ampeln, die Anrainern oder auch Unternehmern gehören. In einem Fall bestand kürzlich „Gefahr in Verzug“ - was daraus geworden ist.

12 Grazer Ampeln stehen in Privatbesitz
12 Grazer Ampeln stehen in Privatbesitz © Jürgen Fuchs
 

Sie gehörte wohl zu den ungewöhnlichsten Meldungen der Kleinen Zeitung - und machte im Vorjahr aus einem Gerücht eine Tatsache: Manchen Grazer Privatpersonen gehört wirklich eine Straßenampel. Damit nicht genug: Insgesamt seien es gar zwölf Ampeln in Graz, die kurioserweise im Besitz eines Anrainers oder Unternehmers sind.

All das gehe für die Behörde mit unterschiedlichen Herausforderungen einher. Im schlimmsten Fall müsse man einschreiten. So wie im Juni 2017 am Rande des neuen Grazer Südgürtels – wegen „Gefahr in Verzug“.

Es ist Paragraf 32 der Straßenverkehrsordnung, der hier zum Tragen kommt. Absatz 3“, erklärte Bernd Cagran-Hohl, beim Straßenamt für die Verkehrssteuerung zuständig. Wenn also das Installieren eines Spiegels nicht reicht und es etwa „wegen des Betriebes eines Unternehmens aus Gründen der Verkehrssicherheit dauernd erforderlich“ sei, kann die Behörde ausnahmsweise eine Extraampel genehmigen. „Zur Regelung und Sicherung des Verkehrs.“ Die Kosten trägt in der Regel der private Antragsteller.

Stadt Graz/Fischer Bernd Cagran-Hohl vom Grazer Straßenamt
Bernd Cagran-Hohl vom Grazer Straßenamt © Stadt Graz/Fischer

Keine schlechte Sache, oder? Auf Wunsch stehen somit alle Zeichen vor der Haustür immer auf Grün, nicht? Cagran-Hohl schüttelt den Kopf. Die Steuerung jener zwölf Ampeln auf Grazer Straßen, die meist bei Ein- wie Ausfahrten stehen und Privaten gehören, müsse selbstverständlich dem übergeordneten Verkehrsfluss angepasst werden.

Was großteils auch funktioniere: So seien acht dieser zwölf Ampeln erst in jüngerer Vergangenheit installiert worden – also obliegt deren Steuerung und Wartung der Behörde. „Dazu gehört etwa die Ampel in der Wiener Straße, beim Hirtenkloster. Sie ist ein positives Beispiel für derartige Anlagen.“

Zum „Aber“, das in Cagran-Hohls Satz mitschwingt, kommt der Mitarbeiter des Straßenamtes gleich. Denn die restlichen vier Privatampeln würden auf wesentlich ältere Abmachungen zurückgehen, was es wesentlich schwieriger mache: Denn teils beinhalte dies auch ein eigenes Steuerungsprogramm.

Cagran-Hohl: „Das passiert natürlich ebenfalls in strenger Abstimmung mit uns. Wenn das Ganze aber nicht rund läuft und die vorgeschriebene Handhabe samt Wartung nicht eingehalten wird, ist ein Einschreiten mit einem erheblichen Aufwand verbunden.“

Genau das war eben im Juni 2017 wegen „Gefahr in Verzug“ notwendig gewesen – bei einer Ampel in Graz-Liebenau. Auf Nachfrage der Kleinen Zeitung heißt es heute: Alles in Butter, diese Ampel werde wieder wie gewünscht gehandhabt. Sie gehört aber weiterhin einer Privatperson.

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