3000 Fahrgäste die StundeGrazer Stadtseilbahn könnte 218 Millionen Euro kosten

Überschattet von Olympia, erging letzte Woche an die Stadtverantwortlichen ein frisches Murgondel-Papier.

Grafik einer Stadtseilbahn in Graz © Holding
 

Untersucht worden ist das Potenzial einer Stadtseilbahn entlang der Grazer Mur zwischen Andritz/Gösting und Puntigam/Webling.

Basis dafür war eine Befragung entlang der Strecke aus 2015: Zwei Prozent würden die Seilbahn täglich und 21 Prozent mehrmals die Woche benutzen. "Nie benutzen", meinten 14 Prozent. Befragte Touristen wären zu rund 75 % interessiert.

Kosten? Eine lange Variante mit hohem Öffi-Charakter und Anschlüsse an Park& Ride-Plätze (Webling, Puntigam etc.) könnte etwa 218 Millionen Euro kosten. Grundstückseinlösen im einstelligen Millionenbereich nicht eingeschlossen. Pro Stunde wären 3000 Fahrgäste zu befördern. Elf Stationen seien zu errichten. Zum Vergleich: Der gut 1,2 Kilometer lange Südgürtel hat 167 Millionen Euro gekostet, inklusive Grundeinlösen.

Im regulären Stadtverkehr könnte sich die Murgondel mit Tramlinien wie dem 3er oder 4er durchaus messen. Finanziert werden könnte das Öffi-Vorhaben zu 30 % aus eigenen Mitteln. Eine hohe Förderung des Bundes vorausgesetzt. Die Betriebskosten sollen unter sechs Millionen Euro im Jahr liegen, die  Werbe-Einnahmen bei rund zwei Millionen.

Wie geht’s weiter? Die Fachleute der Stadt, der Holding Graz und Externe wenden sich weiteren Detailfragen zu. Druck hat man keinen, die Tramverlängerungen haben politisch Vorrang.

 

Kommentare (13)

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invisible
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Straßenbahn billiger

Ein Kilometer Straßenbahn kostet - je nach Ausstattung - 8-12 Mio.
D.h. um 218 Mio könnte man gut 20km Straßenbahn errichten - also *sämtliche* in den letzten 30 Jahren vorgeschlagenen Netzerweiterungen (Nordwestlinie, Smart City, Reinighaus, Südwestlinie, zweite Nord-Süd-Achse Lendplatz-Griesplatz-Karlau, Wiedererrichtung der Linie 2, Uni-1er)!
Das bringt wohl *deutlich* mehr als eine Gondelbahn.

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Mein Graz
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Was bedeutet: einstelliger Millionenbereich?

Eine Million oder neun Millionen? Solche Angaben sind ein Witz!

Auch finde ich nicht, dass eine Gondelbahn über der Mur zur Behübschung beiträgt, und auch die Stationen werden nicht sonderlich zu einem schöneren Stadtbild beitragen.

Steckt das Geld lieber in den Straßenbahnausbau, die km-Kosten dürften in etwa gleich sein.

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invisible
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km-Kosten

Um 218 Millionen bekommt man 20-25km Straßenbahn, je nach Ausstattung.

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Mein Graz
1
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@invisible

Naja, ich hab nur kurz gegoogelt und die Vorhaben gefunden, die in nächster Zeit umgesetzt werden sollen.
"Die Strecke von der Haltestelle „Alte Poststraße“ bis zur neuen Endstation „Reininghaus“ wird eine 1,8 Kilometer lange Trasse inklusive Geh- und Radwege haben und über die neuen Haltestellen „Reininghausstraße“, „Reininghauspark“ und „Wetzelsdorferplatz“ führen. Baustart der rund 44,1 Mio. Euro teuren Verbindung..."
"Mit dem Bau der Smart City in der Waagner-Biro-Straße wurde auch hier eine Anbindung an das Straßenbahnnetz nötig: Diese soll als Verlängerung von der Asperngasse Richtung Norden bis zur Peter-Tunner-Gasse führen und rund 1,1 Kilometer lang sein. Die Stadt rechnet mit etwa 22,4 Mio. Euro an Kosten."

Es ist aber eigentlich egal, ob der km jetzt 10 oder 20 Millionen kostet. Ein Ausbau der Bim ist auf jeden Fall sinnvoller als irgend eine Gondel, wurscht, ob entlang der Mur oder von West nach Ost.
Dazu kommt auch noch, dass ich solche Gondeln in einem Stadtgebiet wie Graz auch noch als hässlich empfinde.

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Think_simple
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Kosten

Der Ausbau der Hilteichstraße auf 2-Fleißig (da facto Neubau) ist mit 9,4 Mio/km veranschlagt, also durchaus realistisch. Warum ausgerechnet Reinighaus fast das 3-fache kosten soll, wo doch quasi "auf die grüne Wiese" gebaut wird, also keine Leitungsumlegungen, Änderungen der Verkehrswege etc anfallen, weiß wohl nur unser findiger Bürgermeister selbst. Entweder geht es hier darum, das Projekt möglichst unsinnig darzustellen, oder es sollen um das Baubudget nich viele andere Interessen bedient werden.

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invisible
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@Mein Graz

8-12 Mio sind reale Zahlen von den letzten größeren Straßenbahnverlängerungen in Graz.

Langer 6er: 1,86km, 21,6 Mio -> 11,6 Mio/km
Langer 4er: 1,54km, 12,23 Mio -> 7,9 Mio/km

Das deckt sich auch mit den Baukosten in Wien und Linz.

Die 7er-Verlängerung beim LKH war aufgrund der Schleifenführung und der vergleichsweisen Kürze etwas teurer (ca. 12,5 Mio/km, leider gibts öffentlich keine genaue Aufschlüsselung der Kosten; in den Gesamtkosten von 27Mio waren ja auch sämtliche Bauwerke für den MIV enthalten).

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Carlo62
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Ob eine Million...

...oder 9 Millionen Kosten für Grundstückablösen ist bei einem Investitionsvolumen von ca. 220 Mio egal! Bei allen Projekten gibt es halt immer wieder Nörgler. Eine öffentliche Verkehrseinrichtung, die stündlich 3000 Menschen staufrei und ampelfrei transportiert ist in etwa vergleichbar mit einer U-Bahn. Nur halt um einen Bruchteil der Kosten!

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Think_simple
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Seilbahn

Eine Seilbahn, die zB den Knotenpunkt Jakominiplatz nur per Umstieg oder 10 Minuten Fußweg anbindet, wird wohl kaum praktischen Nutzen haben, wo ich die selbe Relation (Andritz-Puntigam) auch bequem mit der Straßenbahn fahren kann.
Seilbahn wie U-Bahn haben ja auch das Problem mit den langen Zugangswegen zu den Stationen (Treppen, Rolltreppen und Aufzüge(, die dann zusammen mit dem nicht anpassbaren Personalaufwand (jede Station muss besetzt sein, wann immer Betrieb stattfindet) die Betriebskosten ganz rasch in die Höhe treiben.
Wenn Anschluss von P&R Webling via Puntigam so wichtig ist, dann bitte per Straßenbahn, da gibt es schon fast die gesamte Strecke, und die Trasse durch das Center West ist ebenso schon definiert.
Wenn man dann zB ab Puntigam Schnellkurse führt (halten nur am Zentralfriedhof und dann ab Kalauergürtel, ließe sich mit einer 2. Linie ab Puntigam leicht realisieren), dann hätte man eine leistungsfähige und unschlagbar rasche Verbindung ins Zentrum, für weit weniger Geld.

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Mein Graz
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@Carlo62

Ist egal, ob eine oder 9 Millionen, ist ja nur ein Klacks, den wir Steuerzahler aus der Portokassa bezahlen?
Find ich nicht.

Du musst auch unterscheiden zwischen der Möglichkeit zu transportieren und der Auslastung. Die Möglichkeit, 3000 Personen zu befördern bedeutet nicht, dass tatsächlich so viele befördert werden.

Als "Nörgler" empfinde ich mich nicht, sondern als kritischer Grazer, dem eine Gondel über der Mur nicht gefällt, der die Sinnhaftigkeit dieses Nagl-Denkmals bezweifelt und der die finanziellen Mittel anderswo besser eingesetzt sähe.

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Buero
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Ja, meine ich auch

wie super könnte man um dieses Geld die Straßenbahn ausbauen. Kommt die Gondel, leidet die Bim. Ganz klar. Bitte setzt Nagl im Stadtpark ein schönes Denkmal, damit er endlich einen Frieden gibt. Bienenstockgarage, Olympiade, Gondelprojekt ... alles Projekte, bei denen vor allem wenige INVESTOREN, also Leute mit Geld, auf Kosten von vielen STEUERZAHLERN, also Leute mit weniger oder wenig Geld, profitieren.

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josrai
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Absoluter Irrsinn

Wenn jetzt der schöne Grünraum Mur auch noch verbaut wird, ziehe ich weg aus Graz. Dann habt ihr "Visionäre" mit euren "Projekten" diese Stadt endgültig zugemüllt und ruiniert.

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Buero
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josrai

ich ziehe 2020 weg aus Graz in die Oststeiermark. Schaut euch einmal diese suaberen, grünen Städte wie Feldbach, Fürstenfeld, Gleisdorf, Weiz oder Hartberg an. Wahnsinnsprojekte werden in Graz mit glänzenden Augen präsentiert, aber am Sonntag früh ist die Stadt eine einzige Müllhalde, Gläser, Flaschen, Papier, Müll, Speibe auf den Gehsteigen und in den Rinnsalen, in den Parks und Müllkübel quellen über, die den ganzen Sonntag nicht weggeräumt werden.
Was mich daran ganz besonders stört: Du kannst das alles ohne Strafe machen, Sonntag für Sonntag und die ganze Woche. Nur beim Parken ist die Stadtverwaltung perfekt, weil da gibt es Kohle zu verdienen.
Ich bin für eine Gesetzesänderung, wonach Lokalbesitzer im Umkreis von 100 Meter um ihr Lokal den Müll gleich nach Sperrstunde wegräumen müssen.

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Knut2009
6
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