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Nach Gondel-IdeePläne für Grazer U-Bahn sausen wieder durchs Rathaus

Schon seit Jahren forciert der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl den Bau einer "Murgondel". Nun gibt es im Rathaus Pläne für eine U-Bahn von Ost nach West. SPÖ-Verkehrslandesrat zeigt sich nicht abgeneigt.

Stadtreportage Graz
Schon jetzt "taucht" die Grazer Straßenbahn im Bereich Hauptbahnhof in den Untergrund ab © GEPA pictures
 

Ganz neu sind die Pläne für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs in Graz über Bus und Bim hinaus ja nicht, aber sie werden mit den neuen Anforderungen - laut kürzlich präsentierter Klimastrategie soll der gesamte Verkehr bis 2050 ja CO2-frei erfolgen - nun in Graz konkreter verfolgt. Sprich: Im Grazer Rathaus werden auch Pläne für eine U-Bahn-Strecke, die den Grazer Osten mit dem Westen verbindet, gewälzt.

Erst am Dienstag wurde im steirischen Landtag der 117 Millionen Euro schwere Ausbau des Grazer Straßenbahnnetzes beschlossen, bei dem das Land 43,8 Millionen Euro beisteuert. Doch wie der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) in der "Kronen Zeitung" sagt, würden Straßenbahn und Busse zusammen mit dem Individualverkehr künftig dennoch an die Kapazitätsgrenzen stoßen. "Wir müssen daher die Ebenen darüber und darunter nutzen", so Nagl in der "Krone". Vizebürgermeister Mario Eustacchio (FPÖ) ist offenbar an Bord. SPÖ-Verkehrslandesrat Anton Lang zeigt sich ebenfalls nicht abgeneigt (siehe weiter unten).

Für die Ost-West-Achse werden demnach verschiedene Möglichkeiten von U-Bahn bis Mini-Metro geprüft. Von Nord nach Süd forciert Nagl ja schon seit vielen Jahren seine Pläne für eine Murgondel, die von Puntigam bis Andritz führen soll.

Die Pläne sind zur Stunde noch nicht sehr konkret, auch zu den Kosten gibt es noch keine Details. Fest stehen indes die Argumentationslinien: Der Bund sei gefordert, mitzuzahlen. Immerhin habe der Bund ja auch den U-Bahn-Bau in Wien mitfinanziert.

Verkehrslandesrat: "Jetzt ist beim Ausbau der Süden dran!"

Zu den Plänen zeigt sich auch SPÖ-Verkehrslandesrat Anton Lang nicht abgeneigt: "Die zweitgrößte Stadt Österreichs hat es sich verdient, dass auch hier visionäre Projekte angedacht und in weiterer Folge auch umgesetzt werden. Jetzt ist einmal der österreichische Süden dran“, so Lang in Anspielung auf den millionenschweren Ausbau der Wiener U-Bahn. Fakt sei, dass "der Ballungsraum Graz wächst und wächst. Das stellt uns alle natürlich auch vor enorme verkehrspolitische Herausforderungen. Es ist daher ein Gebot der Stunde, dass wir auf sämtlichen politischen Ebenen - Stadt, Land und Bund - intensiv darüber nachdenken, wie wir gemeinsam im Interesse der Bürger diese gewaltigen Aufgaben bewältigen können."

Auch die Idee einer Mini-Metro für Graz ist nicht ganz neu: Schon im Wahlkampf 1998 wurde sie vom damaligen Grazer ÖVP-Mann Helmut Strobl forciert.

Auch in der Stadt Salzburg wird derzeit intensiv über eine Mini-U-Bahn zwischen Hauptbahnhof und Mirabellplatz diskutiert.

Stimmen Sie mit ab: Was halten Sie von den U-Bahn-Plänen?

Kommentare (99+)
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Sollte Regenwasser

nicht überhaupt in der Stadt versickern, um verdunsten zu können, die Stadt zu kühlen und damit das Leben in der Stadt in künftig klimawandelbedingt immer heißeren Sommern überhaupt erträglich zu gestalten? Dazu müssten freilich Böden von Vetsiehelung freigehalten bzw sogar entsiegelt werden, um ein Versicketn zu ermöglichen. In Graz aber geht man offenbar einen anderen Weg: Man baut jede Grünfläche zu und führt Regenwasser aus der Stadt ab. In einigen Jahren wird Graz im Sommer menschenleer sein angesichts der drückenden Hitze.

aberEigentlich
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Wie?

Klärwasser und Regenwasser wird schon seit Ewigkeiten gemischt. Beides wird im Normalbetrieb in die Kläranlage geleitet und bei Starkregen gehen Teile davon in die Mur. Dies wird mit dem neuen zentralen Speicherkanal verbessert.
Also man löst das Problem quasi andersrum. Man trennt das Wasser nicht (ja, dazu müsste ein großer Teil der Kanalisation umgebaut werden) sondern man schafft Speicherkapazität um auch bei starkem Regen Regen- und Abwasser gemeinsam zu "speichern" und nach und nach zu reinigen.

Mein Graz
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@aberEigentlich

Wie du richtig schreibst, die Situation wird "verbessert", bei Weitem aber nicht gelöst.
In den zukünftigen Speicherkanal wird nur ein Teil des Wassers geleitet, der Grazbach z.B. nicht, weil der Speicherkanal dafür zu klein dimensioniert ist.
Also auf keinen Fall eine Lösung des Problems!

paulrandig
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Mein Graz

Der Grazbach ist auch kein Abwasser. Ja, wenn es sehr stark regnet, wird er zum Mischwasser und transportiert einen kleinen Teil Abwasser mit, weil das Regen- und Abwasser aus den seitlich zum Grazbach laufenden Rinnen überläuft. Dabei bleiben aber die schwereren Bestandteile fast vollständig in den Abwasserrinnen und gehen in die Kläranlage, während bei Regen, der tatsächlich so stark ist, dass das passiert, alleine schon durch die sehr starke Verdünnung und den höheren Sauerstoffgehalt eine gewisse Klärung passiert.

Mein Graz
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@paulrandig

Stimmt, der Grazbach ist offiziell kein Abwasser.
Er hat allerdings ein großes Einzugsystem, in dem noch immer nicht alle Haushalte an das Kanalnetz angeschlossen sind. Dass da die "Gruben" regelmäßig entleert werden, kann ich mir nicht vorstellen!

Außerdem hat Nagl mit Wasser aus dem Grazbach, dessen Brühe er in einem Glas auf seinem Pult hatte, für den Speicherkanal geworben und das ist schlicht Täuschung.

Think_simple
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April

Ist eigentlich schon wieder 1. April?

betbruder
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andere baustelle

speicherkanal: seit 1-2 wochen ist ein teil der baustelle immer wieder überschwemmt, baufahrzeuge stehen im wasser. wieso wird hier nicht darüber berichtet?

Mein Graz
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@betbruder

Da wurde im Vorfeld drüber berichtet, angeblich ist das alles schon vorher berücksichtigt worden und "in trockenen Tüchern"...

artjom85
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angeblich!

Dieser Stadtregierung kann man genau so weit trauen wie man sie anspucken kann!
Lügen, die zukünftige Abhängigkeit von den Chinesen bei der E-Mobilität, die Vernichtung des einzig wirksamen Feinstaubfilters bei Städten dieser Größe, die olympischen Naglspiele (neue Disziplinen: Korruption und Geschenkannahme
wären ihnen durchaus zuzutrauen), der Landraub in Puntigam, die aktive Ablehnung demokratischer Strukturen, etc. etc.
Jegliche Art der Eindämmung der von Nagl verursachten Zerstörungen ist legitim.

selbstdenker70
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...

Der Häupl aus Graz...die Stadt wird geführt als wäre es privater Eigentum... Politiker "mússen" nach zwei Perioden abtreten damit solche Auswüchse gar nicht möglich sind.

Think_simple
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Eh super...

Na, ist eh super, oder? Anstatt ca. 15 Mio pro km Straßenbahn zu investieren und der Stadt endlich ein ÖV-Netz zu bauen, dass ihrer würdig (und nötig) wäre, denken wir daran 1,5 Mrd. pro km U-Bahn auszugeben, weil da der Saat einen Teil dazu zahlt?
Super Rechnung!
Und ja, Gütertransport per Seilbahn, insbesondere entlang der Mur, dararauf wartet die Wirtschaft ja schon seit Jahrzehnten! Das wird ein Tourismusmagnet sondergleichen... ;-)
Kann ihn eigentlich mal irgendwer aus diesem 15 jährigen Albtraum aufwecken und endlich zur echten Arbeit für diese Stadt und ihre Bürger schicken? Danke!

StyriaMobile
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Weckt ihn auf

Den 15 jährigen trotzigen Buben und seinen blauen Kumpel! :)

checker43
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Die

Ideen aus dem Kinderparlament werden 1:1 umgesetzt.

Ichweissetwas
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Nagl, Eustaccio & Co die nächste Schnappsideel,

das feinstaubbelastete Graz, endgültig zu zerstören !!

AIRAM123
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Vielleicht ...

.... finden sie ja Gold beim Graben...

Aber jetzt konzentrieren wir uns mal auf Olympia (Ironieoff***)

870NT1LECTNPP9GD
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Ab und zu frage ich mich

a) wer das finanziern soll
b) wer daran mitverdienen wird
und c) ist das nicht das Verkehrsressort vom FPÖ'ler Eustaccio in das er da eingreift; sollte das nicht die Aufgabe von Eustaccio sein, solche Ideen vorzuschlagen?

diesekatze
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ressorts

andererseits hat er frau kahr zwar das verkehrsressort übertragen, die agenden der straßenbahnen jedoch für sich behalten.

Mein Graz
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@ChihuahuaWelpe55

Das Verkehrsressort hat m. W. Fr. Kahr, wurde aber von Anfang an beschnitten, indem Nagl wichtige Agenden an sich riss.
Hätte es Eustaccio, würde in schöner Eintracht genau gleich agiert.
So aber glaubt der feine Herr zeigen zu können, dass ausschließlich ER das Sagen in Graz hat - und Kahr muss gute Mine zum bösen Spiel machen.

PS: Eustaccio als Verkehrsstadtrat hatten wir - und er hat NICHTS bewirkt.

diesekatze
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ähm, nein - eustacchio hat nun das wohnungsressort

fr. kahr müsste er diesbezüglich fragen - ist ihm aber offenkundig nicht so wichtig.

Mein Graz
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@diesekatze

Er braucht Kahr nicht zu fragen oder mit ihr überhaupt zu reden, Nagl hat die wichtigsten Teile des Verkehrsressorts an sich gerissen und zur "Chefsache" erklärt.

So spielt man Gegner, die gute Leistung erbringen, aus!

Church-Hill
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Es war ausschließlich an Frau Kahr gelegen,

Neuwahlen zu provozieren.

Think_simple
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Verantwortung

Es liegt aber auch in der Verantwortung, nicht zu allem Ja und Amen zu sagen, vor allem dann nicht, wenn es eine anders lautende Abmachung gibt (Stichwort Handschlagqualität) bzw. das Projekt stinkt wie ein Fisch nach 1 Woche im Sonnenschein. Das gehört zuerst sachlich ausgesprochen was ist pro, was contra.
Die Argumente waren ja recht dürftig, eine schliche Diskussion dazu nicht möglich, aber bedingungslos "Ja" sagen, das sollte man schon...?

diesekatze
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nein

frau kahr wurden als verkehrsstadträtin die agenden über die straßenbahn entzogen. das lässt vielleicht auch schlüsse über das verständnis einer zusammenarbeit nagls zu.

ich bin aber trotzdem dafür, manchmal eine, ablehnende, meinung zu äußern (was zB die unterführung richtung griesplatz - dieser platz gehörte dringend verkehrsberuhigt, nicht -verstärkt!).

auch wenn es nichts verändert, da schwarz-blau im gemeinderat die mehrheit haben.

diesekatze
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neuwahlen

diese wurden aber alleine schon durch den vertragsbruch (volksbefragung murkraftwerk) herbeigeführt. und ja, frau kahr hat handschlagqualität.

im übrigen hat sie nun auch noch einen zweiten stadtratssitz von den wählerinnen und wählern dazugewonnen. und das trotz negativer medienlawine der steirischen kleinformate.

diesekatze
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stimmt!

ich wäre an ihrer stelle aber nicht so brav und rücksichtsvoll. ecken und kanten bleiben langfristig in erinnerung. bei den grünen hat das abnicken seiner Ideen ganz böse geendet.

homerjsimpson
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Die ÖVP in Graz produziert eine Pleite-Idee nach der anderen...

.... Gondel im Flachland, Olympia, U-Bahn.
Und alles ohne Plan und Geld. Aber man kann ja ruhig Schulden machen, hat ja bislang schon super funktioniert.
Nur ja nicht den Individualverkehr ein bisserl einschränken, durch teurere Parkgebühren (auch im Umfeld sprich Shopping Center Gebühren) Kostenwahrheit schaffen und damit ÖV ausbauen. Nein: Mit Schulden eine U-Bahn oder eine komplett sinnlose Gondel und neue Parkgaragen in der Innenstadt. Leider wird diese Un-Politik nicht abgewählt, die Verkehrspolitik von Schwarz-Blau ist destaströs.

SirCampos
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Weiter nachdenken.

Ich bin sicher uns fällt noch etwas kostenintensiveres ein.
Nicht aufgeben.

Miraculix11
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Hafen in Puntigam

fehlt auch noch dringend

Think_simple
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Kanäle

Nicht vergessen - Kanäle für die Vaporettos der Holding anzulegen! Die verursachen keine Erschütterung, wirbeln keinen Staub auf, und außerdem gibt es mit Venedig ein gutes Beispiel dafür, dass innerstädtische Linienschiffahrt eh super funktioniert! Der Vergleich ist ohnehin gleich seriös wie jener mit La Paz und den Seilbahnen...

homerjsimpson
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@Miraculix... Super Idee

Adria-Anschluss für Graz, das is es. So werden wir zur Weltmacht. Und ein Weltraumflughafen für Start und Landung von Außerirdischen muss auch her.

diesekatze
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d'accord

dafür zieh ich aber lieber nach triest (hatten wir schon mal), oder zwecks des klimas gleich nach ragusa ( da zieht's nicht so).

Miraculix11
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Pefekt

Absage wegen Geldmangels nächstes Jahr.

R00AMWUR9CEPEP1M
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Der Zug ist vor 20 - 30 Jahren abgefahren.

Eine neue U- bahn heute ist unleistbar!

nasowasaberauch
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Haben sie Zahlen dazu?

War baggern und betonieren vor 30 Jahren günstiger?

Oder war früher alles besser?

Mein Graz
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@nasowasaberauch

Denk doch ein einziges Mal ein bisschen nach bitte!
Schon allein auf Grund der höheren Verbauung muss es heute teurer sein als vor 20 oder 30 Jahren!
Dazu höhere Auflagen in Sicherheit usw.

Oder willst du einfach nur provozieren, bist also ein Troll?

1UPWWCT89UYQ2CJ5
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Höhere Verbauung in der Innenstadt?

Könnten Sie das erklären?

Mein Graz
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@morimutzi

Korrigiere: Verbauungsdichte.

Und es geht nicht nur um die Innenstadt, Graz erstreckt sich von Eggenberg/Wetzelsdorf im Westen bis Ries (Stifting), Waltendorf (Ragnitz) und St. Peter (Hohenrain) im Osten.

1UPWWCT89UYQ2CJ5
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Wenn es um die Mini-U-Bahn geht, dann wird immer von der Innenstadt gesprochen.

In Eggenberg/Wetzelsdorf, Ries, Waltendorf und St. Peter ist die Verbauung bzw. Baudichte eben noch nicht so hoch, dass man in den sauteuren Untergrund müsste! 2001 hat es schon eine Studie über eine Mini-U-Bahn in Graz gegeben, Ergebnis:
"Die Züricher Experten der IBV-Hüstler-AG stellten dabei fest, dass eine U-Bahn für Graz viel zu kostspielig und unrentabel und der Bau neuer Straßenbahnstrecken zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrs zu favorisieren sei."

homerjsimpson
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Nö aber vor 30 Jahren hatte Graz noch halbwegs ein Geld...

.. heute nur mehr Schulden und lustige Politiker.

der alte M.
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Jetzt

Dreht er komplett durch.

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