Nach Eklat in PremstättenVize-Bürgermeister will heute nicht kampflos gehen

Der Bürgermeister mache bei Bauaufträgen und Bewilligungen Alleingänge, dafür werde dort seine Installationsfirma beauftragt - mit diesen Vorwürfen setzt der eigene Vize Anton Schmölzer Ortschef Anton Scherbinek unter Druck. Heute kommt es zum Showdown.

Emotionen sind bei der Gemeinderatssitzung in Premstätten heute garantiert
Emotionen sind bei der Gemeinderatssitzung in Premstätten heute garantiert © Juergen Fuchs
 

Alleingänge bei Bauaufträgen der Gemeinde und bei viel zu groß bewilligten Wohnsiedlungen hält Premstättens Vizebürgermeister Anton Schmölzer (ÖVP) seinem Ortschef und Parteikollegen Anton Scherbinek vor. Im Gegenzug käme dann das Installationsunternehmen des Bürgermeisters bei diesen Bauprojekten zum Zug. Weil er Kritik übt solle er mundtot gemacht werden, wehrt sich Schmölzer gegen die von der eigenen Partei geplanten Abwahl als Vizebürgermeister. Wie berichtet hat der Vize sogar die Korruptionsstaatsanwaltschaft eingeschaltet.

Neue Attacken gegen den Ortschef angekündigt

Nachdem es in der letzten Gemeinderatssitung nach den Attacken gegen Scherbinek zum Abbruch kam (die SPÖ zog aus, damit war die Beschlussfähigkeit nicht mehr gegeben), soll es in der Gemeinderatssitzung heute am Abend ab 19.30 Uhr zum Showdown kommen. Scherbinek hat zur Sitzung eingeladen, für die Beschlussfähigkeit muss nun nur noch die Hälfte der Mandatare anwesend sein. Als Tagesordnungspunkt Nummer zwei ist die Neuwahl des Ersten Vizebürgermeisters sein. Schmölzer soll abgewählt werden, als Nachfolger hat Scherbinek den Arzt Matthias Pokorn nominiert, der die Premstättener ÖVP verjüngen und mittelfristig auch als Bürgermeister übernehmen soll. Scherbinek weist alle Vorwürfe gegen ihn als substanz- und haltlos zurück und betont, es sei ihm immer nur um den Generationswechsel gegangen. Der angezählte Vize will in der heutigen Sitzung jedenfalls die Attacken gegen den Bürgermeister weiterführen und hat die Premstättener in einem Bürgerbrief gebeten, zahlreich zu Erscheinen.

Rathausbau: Sitzung des Gemeindevorstandes abgesagt

Für Montagabend war eigentlich eine Gemeindevorstandssitzung eingeladen, die sich mit dem - jetzt umstrittenen - Neubau des Rathauses befassen sollte. Dieses soll ja um 6,8 Millionen Euro errichtet werden. Es gibt einen Grundsatz- aber noch keinen Projektbeschluss des Gemeinderates. SPÖ-Gemeinderat und Gemeindekassier Alfred Kopfer will aber vom neuen Rathaus jetzt einmal nichts wissen, bis die Vorwürfe nicht alle geprüft seien. Und: "Für dieses Millionenprojekt brauchen wir unbedingt eine Bürgerbefragung." Am Nachmittag wurde die erst eilig eingeladene Sitzung wegen Terminkollisionen abgesagt.

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Danke für Ihr Verständnis.

zyni
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Lesenswert?

Viele Sympathisanten hat der Vize nicht,

wenn man mit Premstättnern spricht.
Jedenfalls an Selbstvertrauen mangelt es dem amtierenden Bürgermeister nicht. Das Gemeindeamt heißt in diesem Ort Rathaus und wird im Regierungsviertel gebaut. 😅😅

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