Linie 1Wirbel um Schienenausbau in Graz

Anrainer orten durch die neuen Tramgleise eine höhere Lärmbelästigung. Die Holding hat bereits reagiert und die Schienen geschliffen.

Insgesamt werden in den Ausbau der Linie 1 in den nächsten Jahren 15 Millionen Euro investiert © Simon Möstl
 

Der zweigleisige Ausbau der Tramlinie 1 entlang des Leechwalds ist seit dem Vorjahr im Gange. Der erste Teil der Bauarbeiten ist bereits abgeschlossen, der zweite folgt heuer, der dritte dann 2019. Was die einen freut, ärgert die anderen. Denn viele Anrainer, die direkt an den Gleisen der um 6,4 Millionen Euro bereits fertiggestellten Bereiche zwischen Mariagrün und Teichhof sowie Kroisbach und Mariatrost wohnen, orten eine stärkere Lärmbelästigung als vor dem Umbau.

Ein Problem, dass auch der Mariatroster Bezirksvorsteher, Erwin Wurzinger (ÖVP), kennt: „Weil die alten Schienen bereits museumsreif waren, mussten sie aber ausgetauscht werden.“, erklärt er. Der neue Gleiskörper sei auf dem aktuellen Stand der Technik und werde auf Holzschwellen mit Schotteroberbau wie Eisenbahngleise geführt. Das habe zur Folge, dass die Taktung erhöht werden und die Straßenbahn schneller fahren kann. „Viele Anwohner nehmen allerdings eine offenbar andere Lärmbelastung wahr als bisher“, sagt Wurzinger. Die Holding Graz habe auf die Bedenken aber schon reagiert.

Schleifarbeiten durchgeführt

Das unterstreicht man auch bei den Linien: „Wir bemühen uns auch im Rahmen unserer Möglichkeiten Verbesserungen wie etwa bereits durchgeführte Schleifarbeiten anzubieten“, sagt Sprecher Gerald Zaczek-Pichler. Die Erschütterungen seien auch zurückgegangen. Die Holding betont dabei die Vorteile des neuen Gleisabschnitts: So gäbe es dadurch weniger Ruckeln für die Fahrgäste, keine Betriebseinschränkung bei Schneefall und geringere Instandhaltungskosten. Und: „Festzuhalten ist, dass die Immissionsgrenzwerte gemäß der gesetzlichen Grundlagen durch die auftretenden Schallimmissionen infolge des Straßenbahnverkehrs eindeutig nicht überschritten werden.“

Die Sorge der Anrainer soll auch bei einer Informationsveranstaltung rund um Ostern thematisiert werden, verspricht Wurzinger. Bis dahin hofft die zuständige Verkehrsstadträtin Elke Kahr (KPÖ) auch auf die Ergebnisse einiger Analysen: „Erst dann können wir etwaige weitere Schritte beraten“, sagt sie.

Kommentare (2)

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marcherj
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Linie 1 - neu aber lauter

Während die Sanierung der Gleise eine Verbesserung im Bereich der Vibration brachte, hat sich die Entwicklung im Bereich des Lärms verschlechtert. Leider ist es bis dato nicht möglich die Messdaten vom Dezember 2017 zu veröffentlichen. Es wurden die neuen Gleise geschliffen, weil es zu laut war - und noch ist. Aber die Faktoren, welche zur Lärmsteigerung beitragen, wurden bis jetzt nicht veröffentlicht. Transparenz sieht anders aus. Vielmehr kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier etwas verheimlicht werden soll. Eine angekündigte BürgerInnenversammlung im April findet dann statt, wenn die neue Bauphase wieder in Gang ist und es keine Straßenbahn und damit Lärm gibt. Liebe Holding - steigen vom hohen Ross und informieren Sie offen und ehrlich und sofort!

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stadtkater
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Gegen die lauten Strassenbahnen

Haben schon andere Grazer vergeblich gekämpft (Stichwort Donnerwalze). Die HGL hat da lange herumgepfuscht und dann gesagt "irgendwann muss Schluss sein". Ausserdem wird gegen keine Vorschrift verstossen und somit sind die Betroffenen machtlos.

Daher mein Rat an die genervten Anrainer: schnell verkaufen solange der Preis noch passt - wenn sich das herumspricht, ist es zu spät. Aber ein paar Immobilienspekulanten warten immer aufs "Nachverdichten".

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