Debatte um Frauenbeauftragte"Wortbruch": Grazer Frauenrat ruft zu Protestaktion auf

"Fassungslos" zeigt sich der Grazer Frauenrat über die Kritik durch Schwarz-Blau.

Sind sich derzeit gar nicht grün: Tina Wirnsberger (Grüne) und Siegfried Nagl (ÖVP) © Jürgen Fuchs
 

Das Nein der ÖVP von Bürgermeister Siegfried Nagl zum Comeback einer Frauenbeauftragte schlägt weiter hohe Wellen. Die Kritik, die ÖVP-Klubchefin Daniela Gmeinbauer und FPÖ-Frauensprecherin Claudia Schönbacher am Grazer Frauenrat geübt haben, war massiv: „Nicht in der Jetztzeit angekommen“, „zu links“, „kommunale Themen“ werden ausgeblendet.

Damit argumentieren Gmeinbauer und Schönbacher auch das Hineinregieren in das Ressort von Frauenstadträtin Tina Wirnsberger (Grüne). Denn Schwarz-Blau verlängert gegen den Willen Wirnsbergers die Frauenombudsstelle von Gabriele Metz. „Wirnsberger möchte am Führungsteam des Frauenrates nichts ändern, da hilft es auch nicht, den Frauenrat breiter aufzustellen“, so Gmeinbauer.

Beim Frauenrat zeigt man sich „fassungslos“ und sieht einen „Wortbruch“, wie Irene Windisch, Teil des fünfköpfigen Vorstandes, sagt. Und tatsächlich gab es eine Einigung zwischen Frauenrat und allen Frauensprecherinnen – auch jener der ÖVP, Gemeinderätin Anna Hopper. Die wurde aber von ihrer Klubchefin überstimmt. „Ja, hier liegt der Ball bei mir“, sagt Gmeinbauer offen.

"Geht die Frauenpolitik die Mur runter?"

Irene Windisch vom Frauenrat versteht es nicht: „Wir hatten eine konkrete Liste an Organisationen, auf die wir gemeinsam zugehen wollten, um den Frauenrat breiter zu machen. Die Ombudsstelle war in unserem Konzept integriert, selbst beim Namen sind wir ÖVP und FPÖ entgegengekommen.“ Das Wort „Unabhängig“ hätte man weggelassen. „Es geht einfach darum, dass es jemanden gibt, der die Grazer Frauenszene koordiniert, zusammenhält und den roten Faden bildet.“

Deshalb ruft der Frauenrat am Freitag, den 16. Februar, zur Kundgebung. Um 14 Uhr wird am Kapistran-Piellar-Platz bei der Erzherzog-Johann-Brücke unter dem Titel „Geht die Grazer Frauenpolitik die Mur runter?“ protestiert.

Wirnsberger will die von ÖVP und FPÖ entschiedene Verlängerung der Frauenombudsstelle nicht aus ihrem Budget zu finanzieren. „Der Frauenrat braucht Geld für Strukturen, um handlungsfähig zu sein.“ Wie es konkret weitergeht, ist derzeit offen.

Kommentare (1)

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stadtkater
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Treffpunkt vor der Franziskanerkirche

statt Kapistran-PiellE(!)r-Platz hätte man/frau wohl besser verstanden.

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