GrazNeuer Wirbel um Grazer Neo-FPÖ-Mandatar Sickl

Fotos belegen, dass Heinrich Sickl bei der Besetzung der Grünen Parteizentrale 2016 durch die Identitären als Zaungast dabei war. Die FPÖ kontert mit Gegenvorwürfen.

Bei der Besetzung der Grünen Parteizentrale in Graz war Neo-FPÖ-Gemeinderat Sickl Zaungast - mitten unter Aktivisten der Identitären © Grüne Steiermark
 

Nein, er sei kein Aktivist der Identitären Bewegung. Das hat Heinrich Sickl, frisch angelobter FPÖ-Gemeinderat in Graz, wieder und wieder erklärt. Jetzt legen die Grünen aber Fotos vor, die daran zweifeln lassen.

Im Jahr 2016 haben die Identitären das Grüne Haus, die Parteizentrale in Graz am Fuße des Schloßberges, besetzt. "Während einige Mitglieder auf dem Dach Kunstblut verschütteten und ihr Transparent ausbreiteten, wurden diese von rund einem Dutzend anderer Identitärer, inklusive Sickl, vor dem Haus lautstark angefeuert", heißt es in einer Aussendung von Lambert Schönleitner, Klubchef der Grünen im Landtag.

Die Fotos, die die Grünen vorlegen, zeigen, wie er inmitten der Identitären Aktivisten steht und Fotos von der Aktion macht.

Hausbesetzung: Identitäre besetzten Parteizentrale der Grünen

Heinrich Sickl (mit schwarzer Jacke) war Zaungast bei der Besetzung der grünen Parteizentrale durch Identitäre im April 2016.

Grüne Steiermark

Aktivisten kletterten aufs Dach, um ein Transparent anzubringen, und verschütteten Kunstblut. Auf der Straße stand eine kleine Gruppe von Aktivisten, um ihre Kollegen zu unterstützen.

Grüne Steiermark

Heinrich Sickl (mit schwarzer Jacke) hielt die Szene - wie andere neben ihm - mit seinem Handy fest.

Grüne Steiermark

Am Donnerstag, den 8. Februar, wurde Heinrich Sickl von Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) als neuer Gemeinderat für die FPÖ angelobt.

Stadt Graz/Fischer
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"Da kann man wahrlich nicht mehr von einer Jugendsünde sprechen", sagt Schönleitner. Sickl, der als Jugendliche in der Neonazi-Szene aktiv war, betonte ja im Vorfeld seiner Angelobung, mit diesem "Wahnsinn" bereits als 17-Jähriger wieder gebrochen zu haben.

„Bis zu jenem Tag im April 2016 war es denkunmöglich, dass Gruppierungen ein politisches Gebäude attackiert haben – das war eine absolute Grenzüberschreitung", so Schönleitner. Er fordert die FPÖ auf, Sickl aus der Partei auszuschließen. Das habe man auch mit dem damaligen FPÖ-Chef des Bezirkes Lend getan - dieser war einer der Aktivisten, die auf das Dach geklettert waren.

FPÖ-Konter: "Grüne Interpretation einer Bildergeschichte"

Seitens der FPÖ nimmt der Grazer Klubchef Armin Sippel Stellung und weist die Vorwürfe zurück. "Richtig ist nur, dass Heinrich Sickl außerhalb des Geschehens anwesend war. Die Polizei hat gegen alle an der Aktion beteiligten Personen entsprechende Verfahren eingeleitet. Gegen Herrn Sickl liegt definitiv nichts vor." Das ganze sei eine "grüne Interpretation einer Bildergeschichte", die nicht dem Sachverhalt entspreche.

Und die FPÖ geht zum Gegenvorwurf über. Bei jener Identitären-Demo in Spielfeld, bei der Sickl als Ordner auftrat, gab es eine linke Gegendemonstration - angemeldet von Tristan Ammerer, heute Bezirksrat der Grünen. Diese Gegendemo sei rasch "vom Veranstalter selbst wieder aufgelöst" worden, im Anschluss seien "Gewaltexzesse", wie Sippel sagt, aber "nicht mehr zu verhindern gewesen". Mehr als 80 Autos wurden damals beschädigt.

Koalitionspartner: Nagl will sich nicht einmischen

Der Koalitionspartner der FPÖ, die ÖVP von Bürgermeister Siegfried Nagl, sieht jedenfalls keinen Grund, sich einzumischen. Das sei ein Match zwischen FPÖ und Grünen, heißt es aus dem Bürgermeisterbüro. Für die Koalition sei entscheidend, dass sich Sickl an die Abmachungen hält, die Nagl und FPÖ-Chef Mario Eustacchio mit der Agenda22 vereinbart haben.

Kommentare (10)

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helga.zuschrott
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dass nagl da kein veto eingelegt hat - dass von unseren schwarzen niemand rückgrat gezeigt hat?!

es ist echt zum genieren!

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Mein Graz
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Regt euch doch nicht auf!

Hr. Sippl war nur ganz zufällig vor Ort, vielleicht wollt er nur die Miete kassieren, und ist unerwartet und völlig ungewollt Zeuge dieser Aktion gewesen.
Wer was anderes behauptet, druckt natürlich nur Gschichtln und ist wieder einmal so schiach zu den Blauen, weil das ist ja alles nur erfunden, und die pöhse Lüg.gen.presse schreibt das gleich wieder! Die Blauen sind doch nur die armen Opfer!

Und die Erde ist eine Scheibe.

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stadtkater
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Herr Nagl:

Machen's doch endlich den Schulz!

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wellenreiter
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Pfui!

Herr Nagl, Pfui!!

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scionescio
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Dass Nagl noch in den Spiegel schauen kann ...

sagt viel über seinen Charakter - jeder anständige Bürger sollte die Straßenseite wechseln, wenn er ihm begegnet.

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thj123
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Bürgermeister Nagl als Steigbügelhalter für den rechten politischen Rand?"

"Bürgermeister Nagl als Steigbügelhalter für den rechten politischen Rand?"
Der Bürgermeister der Menschenrechtsstadt Graz interessiert sich also nicht dafür. Ist es ihm wurscht, oder ist die ehemals liberale Studentenstadt Graz bald wieder eine Stadt der Volkserhebung?

Wehret den Anfängen liebe Grazer Mitbürger?

Der Hr. Nagl ist der Bürgermeister aller Grazer. Niemand kann keine Meinung haben!

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tannenbaum
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Die

ÖVP macht es möglich, dass solche Typen hohe politische Ämter besetzen können! Das alles ist nur noch eine einzige Schande für Österreich

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juniors
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zum Foto: wo sind da aktivisten?

ich seh nur Nostalgiker, die den vermeintlich historischen Moment festhalten wollen, eine Dame in Rosa, die am Daumen lutscht und ein Dirndl, das sein Handy studiert. Sry, LOL! Ich glaub, das böse ist immer und überall (EAV, nur net dort wos hinghört - ins Bild nämlich!!!

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juniors
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zur Sache:

.

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gerbur
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Ein "Match" zwischen Blau und Grün???

Tiefer geht es nicht mehr! Wer hat neulich den Spruch getan "die Politik ist eine Hur"?

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