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SchulwegSo funktioniert die erste "Elternhaltestelle" in Graz

Kampf gegen "Elterntaxis" und Blechsalat vor Schulen: Wie sich der Pilotversuch bewährt und wie es jetzt weitergeht.

"Elternhaltestelle" in der Stattegger Straße
"Elternhaltestelle" in der Stattegger Straße © Andrea Rieger
 

Dicht fließt der Verkehr durch die Stattegger Straße im Bezirk Andritz. Schülerlotsin Melitta Hammer sorgt dafür, dass Kinder und Erwachsene kurz vor acht sicher über die Straße zur Prochaskagasse kommen. Dort spazieren Kinder in Begleitung ihrer Eltern oder allein entspannt in Richtung Volksschule. Einzelne Autos kommen ihnen entgegen.

Noch im vorigen Schuljahr herrschte in derselben Straße morgens regelmäßig Chaos. „Wir appellieren schon lange an die Vernunft der Eltern, trotzdem wurde kreuz und quer am Schulhof reversiert, der Stau war untragbar, auch für die Bewohner der angrenzenden Siedlung“, erinnert sich die Direktorin der Volksschule Andritz, Evelyn Hubert-Hoffelner.


 

Kompromiss

Eine „Elternhaltestelle“ bei einer aufgelassenen Bushaltestelle in der Stattegger Straße soll nun dazu beitragen, dass diese Zustände der Vergangenheit angehören. Wer nicht darauf verzichten will, seine Kinder per „Elterntaxi“ zur Schule zu bringen, soll dort und nicht vor der Schule anhalten, um Kinder aussteigen zu lassen. Den Rest des Wegs legt der Nachwuchs dann selbstständig zurück.

Die Initiative dazu ging vom Elternverein aus, Verkehrsstadträtin Elke Kahr griff den Ball auf. Erstmals bekommt Graz damit eine „Schulstraße“, auch wenn man nicht zu ähnlich drastischen Lösungen greift wie etwa in Bozen. Kurz vor und nach Schulbeginn werden dort vor zehn Schulen die Straßen für den Verkehr gesperrt. Elterntaxis machen den Bereich vor der Schule so nicht länger zur Gefahrenzone, der Schulweg wird wieder sicherer.

 

Vernunft statt Verbot

Damit das Pilotprojekt in Andritz langfristig funktioniert, will sich der Elternverein auf jeden Fall weiter engagieren. Gesetzt wird dabei auf die Vernunft der Eltern, nicht auf Verbote. „Wir werden so oft wie möglich an der Kreuzung stehen und Eltern informieren“, unterstreicht Barbara Schwarz, Vorsitzende des Elternvereins.

Schulwegpläne

Experten sind sich einig: Kinder sollten ihren Schulweg möglichst selbstständig und nicht im Auto ihrer Eltern zurücklegen. „Kinder, die nur als Autopassagier am Straßenverkehr teilnehmen, lernen nicht, mit den Herausforderungen der Straße umzugehen“, unterstreicht etwa Peter Felber vom Kuratorium für Verkehrssicherheit.

Damit Grazer Kinder auf ihrem Schulweg auch möglichst sicher unterwegs sind, werden sogenannte „Schulwegspläne“ ausgearbeitet und verteilt. Ein Plan zeigt dabei Wege, die empfohlen werden, um zur Schule zu kommen. Auf Gefahrenstellen wird hingewiesen. Heuer wurden drei neue Pläne erarbeitet - für die Volksschulen Jägergrund, Peter Rosegger und Ferdinandeum. Ein Plan für die VS Andritz in der Prochaskagasse ist in Ausarbeitung. Dieses Infomaterial gibt es bereits für zwölf Grazer Schulen.

Ob die „Elternhaltestelle“ ein Mittel sein kann, um dem Phänomen Elterntaxi in Graz beizukommen, wird sich zeigen. Kahr will das Projekt auf jeden Fall auf andere Schulen ausweiten. „Es geht in Graz straßentechnisch nicht überall, aber dort, wo es Interesse von Lehrenden und dem Elternverband gibt, schauen wir uns das an“, versichert sie.

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KarlKapper
12
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Lesenswert?

Da haben sich einge "Experten" wieder abgemüht...

...wie aber wird es in den Öffis zugehen falls deutlich mehr Kinder zeitglich in der Schule ankommen wollen? Wie sicher oder unsicher waren die Eltern-Taxis im Vergleich zu den Öffis und Schulbussen? Wenn es einen Grund gibt für die geplanten Maßnahmen will ich mit Argumenten überzeugt werden.

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