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Im RückblickHeute vor einem Jahr: Am Murufer wurden die ersten Bäume gerodet

Heute vor einem Jahr wurden die ersten Bäume für das geplante Murkraftwerk in Graz gerodet. Aktivisten versuchten, die Baustelle zu besetzen.

Mehrere Aktivisten befinden sich auf der Baustelle © Schwarz
 

Genau vor einem Jahr, am 6. Februar 2017 starteten die Rodungen für den Bau von Murkraftwerk und Zentralem Speicherkanal in Graz. Zwischen Puntigamer Brücke und Seifenfabrik blieb direkt am Murufer kein Baum stehen. Aktivisten machten ihrer Empörung Luft und versuchten  die Baurbeiten aufzuhalten.

Im Rückblick: Das berichtete die Kleine Zeitung damals über diesen Tag:

Der offizielle Baustart war bereits im Jänner erfolgt, am Tag nach der Wahl werden nun offensichtlich endgültig Fakten geschaffen. Das Projekt "Staustufe Puntigam" ist umstritten und war eines der zentralen Themen des Grazer Gemeinderatswahlkampfes.

Seit sechs Uhr in der Früh waren 150 Mann im Auftrag der Energie Steiermark im Einsatz, um die Bäume am Ufer zu roden. Der Sprecher der Energie Steiermark, Urs Harnik-Lauris, will den Zusammenhang der Wahl mit dem Zeitpunkt der Rodung nicht kommentieren. Die Rodung ist bis 15. März angesetzt. Bis dahin sollen die Uferbereiche, die für den Bau des Kraftwerks relevant sind, komplett gerodet sein.

Murkraftwerk: Jetzt fallen die Bäume am Murufer

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Der Hintergrund für diesen Termin soll der Umweltverträglichkeitsbescheid sein, weil diese Rodungen nur bis 15. März genehmigt sind. Diese Arbeiten dürfen im Frühjahr, wenn die Vegetation zu sprießen beginnt, nicht mehr durchgeführt werden. Harnik betont, dass der Zeitpunkt für den Rodungsbeginn in den Bauzeitplänen von Anfang an so gewählt war.

Am Montagnachmittag gelangten zeitweise Aktivisten auf die Baustelle. Werner Kogler von den Grünen konnte erfolgreich vermitteln.

Radfahrer, die den Murradweg benutzen wollen, werden seit Montagfrüh umgeleitet. Bald muss auch die Mur selbst umgeleitet werden und zwar über die Olympiawiese, damit die Bauarbeiten am Kraftwerk in einem trockenen Bachbett erfolgen können. Vermutlich bis kurz vor der Fertigstellung - geplant ist sie für Sommer 2019 - wird die Mur durch ihr Ersatz-Bachbett fließen.

 

Hinter der Absperrung hat sich bereits eine Menschentraube gebildet - auch die Polizei ist vor Ort Foto © Schwarz

Laut der Plattform "Rettet die Mur" haben die Rodungen an der Olympiawiese begonnen. Wenig später starteten die Baumfällungen auch an beiden Seiten der Mur zwischen Puntigamer Brücke und Puchsteg. Die Kraftwerks-Gegner kritisierten, dass die Rodungen gestartet wurden, obwohl die Finanzierung für das Murkraftwerk nicht gesichert sei: "Nach wie vor gibt es kein Grazer Budget für den Kanal, der untrennbar mit dem Projekt verbunden ist", hieß es in einer Aussendung am Montag.

Insgesamt ist es eine Fläche von 4,7 Hektar, die gerodet werden soll. Die Energie Steiermark weist daraufhin, dass die Wiederaufforstungen auf 6,8 Hektar erfolgen werden. Je nach Einschätzung müssen für den Kraftwerksbau zwischen 8000 und 16.000 Bäume entfernt werden.

Das Projekt kostet insgesamt 80 Millionen Euro.

Kommentare (78)

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artjom85
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Re: Sir Gisbert

Nach allem, was sie in diesem Artikel geschrieben haben, wundert es mich stark, dass sie den Zusammenhang zwischen einem Kraftwerksbau und seiner Notwendigkeit nicht verstehen.

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Sir Gisbert
11
3
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Engpass

Ich befürchte, ich kenne den Zusammenhang ziemlich genau. Wenn sie eine Ahnung hätten wie oft wir in den letzten Jahren an einem Blackout vorbei geschlittert sind. Aber nie hatte es was mit einem Murkraftwerk zu tun. Die Aufgabe eines Wasserkraftwerkes ist es Ökostrom zu erzeugen und das war`s.
Natürlich macht es die Versorgung von Graz besser, aber es hat absolut nichts mit der Versorgungssicherheit zu tun. Dafür sind andere Faktoren Zuständigkeit. Und eines ist klar jedes Megawatt das grün erzeugt werden kann brauche ich nicht von Atomkraftwerken beziehen.

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Aristokritos
21
19
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Frisch ans Werk!

Die Grazer dürfen sich auf das neue Murkraftwerk und eine Aufwertung der Mur freuen.

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