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Pokerface

Steirisch ist an diesem TV-Film nur die Kulisse

ORF 2 zeigt um 20.15 Uhr die 2014 in Graz gedrehte Tragikomödie "Pokerface – Oma zockt sie alle ab". Dank Koproduzent ARD wirken die "Steirer" eher unnatürlich. Von Christoph Steiner

Rosa (Cornelia Froboess) und Charly (Karl Fischer) vor dem Casino © ORF
 

Sabine Waibel, Georg Friedrich, Karl Fischer und Simon Hatzl als Schauspieler vor der Kamera, Erhard Riedlsperger (Regie) und Uli Brée (Drehbuch) dahinter, gedreht in Graz – das klingt alles nach einer zutiefst österreichischen Produktion. Dass dem nicht so ist, könnte einem schon beim Titel "Pokerface – Oma zockt sie alle ab", spätestens aber nach den ersten Minuten am Mittwochabend (ORF 2, 20.15 Uhr) auffallen. Dialekt spricht hier niemand, vielmehr ein weitgehend unnatürliches Österreichisch. Bis auf die Hauptdarstellerin: Cornelia Froboess (72), gebürtig aus Brandenburg palavert Hochdeutsch. Der Grund für das fehlende Lokalkolorit liegt im Koproduzenten, der ARD. Das deutsche ORF-Pendant trug nicht nur einen beträchtlichen Teil der Produktionskosten, die ARD wird "Pokerface - Oma zockt sie alle ab" natürlich auch ausstrahlen (am 6. Mai), und österreichisches Dialektgewirr scheint dem deutschen Publikum nicht zumutbar.

Charly lernt Rosa das Pokern Foto © ORF

Zugeschnitten ist die rührige Geschichte über Pensionistin Rosa auf das ORF-2-Publikum: Die vife Dame verfügt über eine besondere Gabe: Sie merkt sofort, ob jemand lügt. Daher verfolgt sie eines Nachts auch Schwiegersohn Udo (Simon Hatzl) und stellt fest, er ruiniert mit seiner Spielsucht nicht nur das eigene Leben, sondern auch das von Rosas Familie. Um die Existenzen zu retten, fasst sie einen verwegenen Plan.

Simon Hatzl (links) gibt den spielsüchtigen Schwiegersohn Udo Foto © ORF

Als Kulisse dienten während der Dreharbeiten im Oktober und November 2014 hauptsächlich die wenig glamourösen Ecken von Graz. So etwa Hauptbahnhof, Griesplatz und Jakominiplatz. Für ein wenig Schick sorgten kurze Ausflüge ins Casino und auf den Schloßberg. Für Simon Hatzl ein Heimspiel: "Ich trenne das nicht so streng – für mich ist es in der ganzen Steiermark ein Heimspiel. Egal, ob ich in Eibiswald, meinem Geburtsort, oder in Wies, wo ich aufgewachsen bin, drehe", sagt der 42-Jährige. Die Rolle des verlogenen und verschuldeten Pokerspielers machte Hatzl Riesenspaß: "Solche Charaktere bieten die Möglichkeit, vielschichtiger zu spielen, und die Abgründe von Menschen sind auch spannender, als ,nur' sympathisch zu sein."

Charly knöpft sich Spieler Udo (Simon Hatzl) vor Foto © ORF

Hatzl selbst, demnächst für einen ORF-"Tatort" vor der Kamera, lief während des Drehs nicht Gefahr, Poker mehr lieben zu lernen, als es zuträglich ist: "Zur Vorbereitung spielte ich Online-Poker, und ich würde mich als mittelmäßigen Anfänger bezeichnen. Aber seit damals habe ich nicht mehr gespielt."

Zur Produktion

Pokerface – Oma zockt sie alle ab läuft heute um 20.15 Uhr in ORF 2 und am 6. Mai in der ARD.

Gedreht wurde im Oktober und November 2014 in und um Graz, so etwa am Jakominiplatz, im Casino, auf dem Schloßberg, in der Klosterwiesgasse und auf dem Hauptbahnhof.

Der Film ist eine Koproduktion des ORF und der ARD/Degeto, hergestellt von MR-Film, mit Unterstützung von Cinestyria und Stadt Graz.

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