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Giftmüll

Frohnleiten bringt sich ins Rennen um HCB-Deponie

Die Gemeinde prüft, ob sie sich für die Sanierung der Altlast bewirbt. 100.000 Tonnen gering belasteter Blaukalk aus Kärnten könnten in Frohnleiten deponiert werden.

Hier, auf der Deponie in Frohnleiten, könnte der Kalkschlamm deponiert werden © Gubisch
 

Giftig und trotzdem begehrt. Das ist die Blaukalk-Deponie der Donau Chemie in Brückl. 140.000 Tonnen Kalkschlamm, unter anderem verunreinigt mit dem zu trauriger Berühmtheit gelangten Hexachlorbenzol (HCB), lagern dort.

Kalkschlamm

140.000 Tonnen Kalkschlamm lagern auf in Brückl. Davon müssen 40.000 Tonnen verbrannt werden, 100.000 Tonnen sind geringer belastet und können daher deponiert werden.

Möglicherweise nicht mehr lange. Als eine Folge des HCB-Skandals im Kärntner Görtschitztal kündigte das Wietersdorfer & Peggauer Zementwerk den Entsorgungsvertrag mit der Donau Chemie. Die hat die Sanierung der Altlast K20, wie die Deponie heißt, am 20. November neu ausgeschrieben. Und jetzt sind wir beim Geschäft mit dem Giftmüll. Der Auftrag ist mehrere Millionen Euro schwer. Details nennt Armin Pufitsch keine: „Wir müssen den Ausgang der Ausschreibung abwarten“, sagt der Donau-Chemie-Sprecher.

Die Sanierung der Altlast K20 fällt auch in unser Geschäftsfeld.“ 

Johannes Wagner (ÖVP), Bürgermeister Frohnleiten

Das in Aussicht stehende gute Geschäft hat auch die Gemeinde Frohnleiten auf den Plan gerufen. Dort reagierte man auf Kleine Zeitung-Recherchen nervös. „Die Entscheidung, ob sich die Deponie Frohnleiten an der Ausschreibung beteiligt, ist noch nicht getroffen“, sagt Bürgermeister Johannes Wagner (ÖVP). Die Sanierung der Altlast K20 falle aber ins Geschäftsfeld der Deponie Frohnleiten und ihr Geschäftsführer „habe den Auftrag, den Betrieb wirtschaftlich erfolgreich zu führen“, sagt Wagner. Die Aussage und Details, die der Gemeindechef nennt, und die nur in der Langversion der Ausschreibung stehen (wie die Menge des hochbelasteten Kalkschlammes), deuten darauf hin, dass man sich in Frohnleiten schon intensiver mit dem Projekt beschäftigt hat.

Das Umweltgift HCB

Hexachlorbenzol (HCB) entsteht als Nebenprodukt thermischer Prozesse. Es wurde früher als Pestizid oder Kunststoffzusatz verwendet. Da die Chemikalie krebserregend ist, wurde sie 2001 weltweit verboten, in Österreich bereits seit 1992.

Im Görtschitztal. Vor 1992 wurde HCB in großen Mengen erzeugt, auch bei der Donau Chemie in Brückl. Dort lagert auf der Deponie K 20, einer der gefährlichsten Giftmülldeponien Österreichs, der mit HCB kontaminierte Blaukalk.

Zerstörung. Das Umweltgift kann nur durch Verbrennung bei sehr hohen Temperaturen jenseits der 1000 Grad Celsius zerstört werden.

Zudem wurde in der Sitzung des Frohnleitner Gemeinderates am 19. November ein Antrag der Liste „Wir Frohnleitner“ abgelehnt. Die forderte, dass sich die Deponie nicht um das Projekt bemüht. „ÖVP, SPÖ und FPÖ haben dem Antrag nicht zugestimmt“, sagt Stadtrat Hermann Talowski („Wir Frohnleitner“): „In Kärnten will man die Deponie räumen, weil sie so giftig ist, bei uns will man das Zeug deponieren. Das können wir nicht zulassen.“

Die Altlast K20 ist laut Umweltbundesamt eine der gefährlichsten in Österreich. Von den dort lagernden 140.000 Tonnen Kalkschlamm sind 40.000 Tonnen als nicht deponierfähig eingestuft. Das heißt, sie müssen wohl in einer Sondermüllverbrennungsanlage verbrannt werden. Bis 22. Dezember können sich Interessenten für die Deponiesanierung melden. Im Jänner fällt die Entscheidung.

Video3 (496373df)

JOCHEN HABICH

Kommentare (12)

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DSV
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Frohnleiten, die Stadt, die durch Müll eigentlich Geld haben müßte wie Heu? Wie steht es jetzt mit Frohnleiten? Was ist passiert, dass sich Frohleiten und seine Bevölkerung, sich sowas antun?

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Volksbefragung !!!!

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StJakober
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Leichenfledderer am Werk!

Und das soll nicht umweltbelastend sein wenn die Giftpampe 200 Km durch Österreich gekarrt wird??Da wärs doch gescheiter im Görtschitztal einen neutralen Boden(wo nichts ins Grundwasser sickern kann)zu schaffen und es dort zu lagern.Fast 100 Jahre liegts eh schon...

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Hohenwanger
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Frohnleiten der Mistkübel für alles!

Man kann doch alles verbrennen heute schon.

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Da freut sich Schrems und Frohnleiten.

Wer steht eigentlich hinter dieser Giftimportaktion?

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Unglaublich, was man für Geld bereit ist zu tun.

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@Schlingel1: Ja genau, ungesichert rumliegen lassen

und darauf warten dass es wieder großzügig in der Landschaft verteilt wird ist natürlich viiieeel besser, nicht wahr?

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@Schlingel1

Tja,die Stadt steht vor der (Roten) Pleite. Trieben,Frohnleiten,Hart bei Graz-Pleiten könnens ,die Genössen.Dem Bürgermeister bleibt nichts anderes übrig .

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@südbahnk..

und Kärnten steht vor einer ( ...) Pleite, ohne Genossen.

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Oh, eine informatinsfrei Frau Nachbarin. Offenbar eine rote Nachplapperin.

Plapper, Plapper ...

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Nachplappern tun wohl diejenigen, die jetzt bei jedem Skandal die Schuld den "Roten" zuordnen wollen.
Überall haben auch die anderen Fraktionen ihre Händchen gehoben, so auch in Kärnten. Aber diese jetzt zu den Hauptschuldigen machen zu wollen, ohne auch die anderen zu erwähnen, zeugt davon, dass man auf dem rechten Auge blind zu sein scheint.

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gzz9n97msj53sdpk7mt01c89e5kalk4c
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@frau nachbarin

Unschuldig waren die Roten auch in Kärnten nicht.Da hat jeder seinen Teil dazu beigetragen.Wissens:Politik und Geld/Verantwortung! Auweia,das kann nicht gut gehen.

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