Mobilität

Neue "Knotenpunkte" für ein autofreies Graz

Alles in einem: Grazer "Knotenpunkte" sollen künftig Öffi-Haltestellen, aber auch Standorte für Carsharing, E-Taxis und Fahrräder sein.

"Knotenpunkte im öffentlichen Verkehr"
© E-Point/Holding Graz
 

Immer geradeaus, die Umwelt und das Geldbörsel schonend: In diese Richtung wollen Stadt und Holding Graz düsen, wenn es um den Verkehr der Zukunft in der Murmetropole geht. Mit an Bord sind unter anderen die Wirtschaftskammer und die Energie Graz sowie "wissenschaftliche Partner". Das Ziel dieses per Gemeinderatsbeschluss befeuerten Unterfangens: Jeder Grazer soll kommod von A nach B kommen - auch ohne Auto.

Nun schalten die Beteiligten einen Gang höher, dank einer frischen und 2,5 Millionen Euro schweren Förderung durch den Bund: Das insgesamt 6,4 Millionen teure Projekt "Kombinierte Modalität II" (KombiMo II) erhält grünes Licht. Dieses sieht in einem ersten Schritt vor, dass fünf Grazer Plätze gleichsam als Wunderwuzzis agieren: Sie sollen ab dem zweiten Quartal 2016 neben einer Öffi-Haltestelle zugleich auch Standort für Carsharing-Modelle (vorerst mit Elektroautos), für E-Taxis, für Ladestationen und für Radabstellplätze sein. Alles in einem sozusagen - und noch mehr: An den Ladestationen für Taxis sind auch Toiletten und Imbisse/Kaffeeautomaten geplant.

Zu den auserkorenen "Pionieren" sollen eben ab 2016 die Messe, der Hasnerplatz, der Schillerplatz, der Bereich List-Halle/Smart City sowie der "Central Park" bei den Reininghausgründen gehören. Langfristig orten die Beteiligten jedoch das Potenzial für 18 solcher Knotenpunkte, quer über das Stadtgebiet verteilt. Zudem wird im Rahmen des Projekts auch die Infrastruktur für 25 E-Taxis geschaffen.

"Damit können wir vor allem den Grazerinnen und Grazern künftig den Verzicht auf den eigenen Pkw noch leichter machen als bisher", betont Barbara Muhr, Vorständin bei der Holding Graz. "Die Zukunft der Mobilität im urbanen Raum" liege einfach in der Vernetzung all dieser Angebote - möglicherweise sogar plus Fahrradverleih, so Muhr.

MICHAEL SARIA

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Efried
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ungläubiges Staunen

Eine Wirtschaftskammer die jeden Meter Radweg verhindert sucht und gnadenlos um Parkplätze kämpft sowie eine Energieberatung an Tankstellen verhindert hat, eine Stadtverwaltung die neue Gürtelstraßen baut, 1 m breite Radstreifen markiert und 1,5 m breite Mischverkehrsflächen, die RadfahrerInnen minutenlang vor leeren Straßen warten lässt das Umweltparken abschafft und die Eroberung der Stadt durch SUVs ignoriert.
Aber es keimt Hoffnung, vielleicht geht das Verkehrsressort nach der Wahl im Land an einen Aufwecker, der Eustacchio durch Druck hilft seine Radneigung auch politisch zu leben...
Es wäre auch zu hinterfragen wie die Knotenpunkte eruiert wurden, welche Verkehrsgraphen neueren Datums besitzt die Stadt?

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eleasar
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Ich finde es lustig...

... wenn bei einem Artikel über autofreien Lebensraum ein Werbe-Video für eine Auto-Marke aufploppt. :)

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unterhundert
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Wie, passt das zusammen?

Autofreies Graz, mit einigen E-Autos und E-Fahrrädern, wo doch jedes 'Muskel Fahrrad umweltfreundlicher ist als ein E-Rad, und Autostadt Graz, mit Magna und dem Autocluster sowie div. Zulieferfirmen aus Graz oder Graz Umgebung. Wer bezahlt das ganze,...der Autofahrer..der Bim Fahrgast..oder...

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BenHemmens
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Zu den auserkorenen "Pionieren" sollen eben ab 2016 die Messe, der Hasnerplatz, der Schillerplatz, der Bereich List-Halle/Smart City sowie der "Central Park" bei den Reininghausgründen gehören.

Bin gespannt, was sie an diesen Plätzen neu hinstellen und welcher anderen Nutzung sie Flächen wegnehmen.

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BenHemmens
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Ein wichtiger Knotenpunkt wäre zB Dob Bosco.

Wartet halt auf die Straßenbahn. 5 Jahre Eustacchio-Nagl-Kurzmann: nix geht weiter.

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MrsHaberdasher
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Steht ja nirgends, dass Don Bosco bei den 18 nicht dabei ist. Nur halt zu den ersten Plätzen gehört es nicht. Aber Hauptsache sudern...

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BenHemmens
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Wie Sie wollen.

Ich halte es nicht für Suderei zu wiederholen, dass e-Autos keine Läsung für irgendwas sind. Jadenfalls nicht, solange man die wirklichen Baustellen ignoriert.

Wie wäre es mit sauberen Bussen, Straßenbahnausbau oder einfach weniger Autos.

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