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Österreich-Premiere

Elisabethinen und VinziWerke eröffnen erstes Hospiz für Obdachlose

Eine ganz besondere Österreich-Premiere: Elisabethinen und Vinziwerke errichten das erste Hospiz für Menschen ohne Zuhause. Man hofft, noch heuer starten zu können. Von Nina Müller

Für andere da sein – bis zum Ende: Die Obdachlosen sollen in ihrer vertrauten Umgebung sterben können © APA
 

Es war eine gelungene Überraschung, die Mutter Bonaventura Holzmann, Generaloberin der Elisabethinen Graz, ganz zum Schluss der Veranstaltung „Am Ende. Leben“ in der Grazer Helmut-List-Halle verriet: „Wir errichten ein Hospiz St. Elisabeth im Vinzidorf.“ Damit werden sich die Grazer Elisabethinen erstmals neben der Palliativarbeit, die seit 1998 mit einer eigenen Station im Krankenhaus geleistet wird, auch der pflegeorientierten Hospizarbeit außerhalb der Klinik widmen. Und nicht nur das: „Das wird in Österreich das erste Hospiz für Obdachlose, solche Einrichtungen gibt es bislang erst etwa in Deutschland oder Belgien“, berichtet Geschäftsführer Christian Lagger. „Die Menschen im Vinzidorf haben einen Horror vor dem Krankenhaus, sie wollen und können sich nicht mehr umstellen. Auch haben sie große Angst davor, dass sie ihre Freunde dort nicht besuchen kommen. Wir haben uns gefragt, was wir tun können – und schaffen jetzt einen Ort, an dem sie unter sich bleiben können und dabei so gut wie möglich betreut werden.


Umsetzung noch 2015


Noch ist man in der Projektphase, doch laut Lagger soll das Hospiz St. Elisabeth schon heuer umgesetzt werden – noch dazu im 325. Jubiläumsjahr des Ordens. Für die Vinzenzgemeinschaft eine ideale Kooperation: „Die Elisabethinen verkörpern die gleichen Werte. Das Projekt freut uns sehr, weil es uns neue Chancen ermöglicht“, sagt Nora Musenbichler, Koordinatorin der Vinziwerke. Unter dem Titel „Gemma ham“ betreibt das Vinzidorf am Leonhardfriedhof schließlich auch eine letzte Ruhestätte für Menschen ohne Zuhause.
Mit Frau Landeshauptmann a. D. Waltraud Klasnic, Vorsitzende des Dachverbandes Hospiz Österreich, wurde schon eine prominente Patin für das Hospiz St. Elisabeth gefunden – sie hat bereits zugesagt, das Hospiz zu unterstützen. Auch die Styria Media Group will das Projekt gemeinsam mit anderen Unterstützern begleiten. Vorstandsvorsitzender Markus Mair: „Wir werden schauen, wie wir gemeinsam wirksam werden können.“

Kommentare (1)

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Eigentlich eine Schande.

Zu Lebzeiten hat man sie ignoriert und bespuckt und jetzt bekommen sie plötzlich Aufmerksamkeit? Hätte das nicht schon früher stattfinden können? Ach ja, ich vergesse immer wieder, mit obdachlosen Inländern kann man nicht auf die Tränendrüsen drücken und politisches Kleingeld machen.

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