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Michaelerberg-Pruggern

Wenn ein Wilderer in "sein" Revier zurückkehrt

24 Jahre nach der Uraufführung des Wildererspiels „Der Gamshuber“ von Peter Gruber gibt es heuer eine Neuauflage des Stücks.

Geprobt wird derzeit noch ohne Kostüme © Dorit Burgsteiner
 

Schauplatz Klemmerhütte im Bereich Kulm-Freienstein bei Pruggern. Es ist 19 Uhr am Donnerstagabend, die Sonne schickt ihre letzten Strahlen durch die Bäume, die westlich der Hütte emporragen. Nicht alle Akteure sind gekommen, nur jene, die (unter anderem) in den ersten zwei Akten des Wildererspiels „Der Gamshuber“ ihren Auftritt haben. Genau diese beiden Akte werden an jenem Abend auf dem Platz vor der Hütte geprobt, der in wenigen Wochen auch den Spielort markiert. Instruktionen von Spielleiter Peter Gruber, dessen Feder das Stück entstammt, braucht es nicht viele. Auch Barbara Hödl, die bei der Probe als Souffleuse fungiert, hat nicht viel zu tun – die Textsicherheit bei den Laiendarstellern ist groß.

Kein Wunder, sind die Akteure – wie Peter Gruber im Vorfeld der Probe schon angemerkt hat – „hoch motiviert“. „Es geht mir auch nicht um das große Schauspiel. Ich will bei Laiendarstellern bleiben. Das Wort ,spielen’ ist für mich bedeutender als ,schauspielen‘“, sagt Gruber. So war es auch schon im Jahr 1992, als die Landjugend Pruggern-Michaelerberg das Stück uraufgeführt und für Begeisterungsstürme gesorgt hat.

Anpassungen

Das Skript von damals habe sich substanziell nicht geändert, es sei qualitativ angepasst worden, so habe man etwa den Spieltermin vom Herbst auf das Frühjahr verlegt, sagt Gruber. „Auch die Spielstätte ist gleich geblieben, das muss so sein. Natürlich hat sie sich im Lauf der Jahre auch verändert und wird nun Schritt für Schritt adaptiert.“ Der provisorisch aufgestellte Zaun etwa weicht einem originalen Girschtenzaun, die Klemmerhütte wird nach außen hin die Gestalt einer Almhütte annehmen und der Wald hinter der Spielstätte erfährt eine kurzfristige Aufforstung. Gestern wurde an der Stromversorgung gearbeitet und eine rund 650 Meter lange Leitung verlegt. Im Mai wird dann die Tribüne für das Publikum angeliefert und aufgebaut – rund 360 Zuschauer finden auf ihr Platz. „Wir haben es mit großen logistischen Herausforderungen zu tun, allerdings haben wir auch viele, die ihre Hilfe angeboten haben“, berichtet Gruber.

Wiederauferstehung

Und so kann er Ende Mai schließlich wiederauferstehen, der „Gamshuber“, der in den 1920er Jahren tatsächlich in der Gegend um den Freienstein oder im Kemetgebirge als Wilderer unterwegs war. Zahlreiche Geschichten ranken sich um den Wildschütz, sagt Gruber: „Es heißt etwa, er habe die Bevölkerung mit Fleisch versorgt, sei ein mutiger und schneidiger Bursch gewesen. Er war einer von vielen Wilderern, wohl aber auch einer der populärsten und berüchtigtsten.“ 1928 fand er als Mitte-20-Jähriger bei einer Schießerei den Tod. „Man kann sagen, dass er in seiner Zeit so etwas wie ein Idol war. Das Stück ist aber keine Sympathieerklärung für Wilderer, sondern eine seriöse Abhandlung.“

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