Sein Auto aus Versehen mit dem falschen Kraftstoff zu betanken, kann in der Hektik schon einmal passieren. Dann ist guter Rat teuer - vor allem, wenn man das Missgeschick nicht vor der Weiterfahrt bemerkt. Stottert bereits der Motor, ist es oft auch mit fachgerechtem Abpumpen des falschen Treibstoffs nicht getan - dann kann eine teure Reparatur ins Haus stehen.

Im obersteirischen Gröbming haben gleich mehrere Kunden einer Diskonttankstelle direkt an der Ennstalbundesstraße B 320 falsch getankt. Das Kuriose dabei: Sie haben alles richtig gemacht. Die Verwechslung passierte bereits beim Befüllen der großen, unterirdischen Tanks - eine Fauxpas mit Seltenheitswert. Zuerst hat Antenne Steiermark über diesen Zwischenfall berichtet.

Verwechslung beim Befüllen

Bei der OMV bestätigt eine Sprecherin den Zwischenfall: Ein Frächter hatte die Spritsorten beim Befüllen verwechselt - anstelle von Superbenzin wurden Tausende Liter Diesel in den Tank gepumpt.

Daraufhin trudelten beim Mineralölkonzern Beschwerden von betroffenen Autofahrern ein. Sie waren in ihren Werkstätten darauf hingewiesen worden, dass sie ihr Auto mit dem falschen Treibstoff befüllt hätten. Die Verwunderung und auch der Ärger waren groß - schließlich hatten sie ja "richtig" getankt.

Erst in der Werkstatt bemerkten die Autofahrer die Verwechslung
© Christian Nerat

Versicherung deckt Schäden an Autos

Bei der OMV weist man darauf hin, dass man sofort reagiert habe. "Aufgrund einer Laboruntersuchung wurden sämtliche betroffenen Zapfpunkte des Produktes Superbenzin gesperrt", heißt es in einer Antwort der Presseabteilung.

Die Zapfsäulen seien schließlich ausgepumpt und gereinigt worden. Immerhin: Die entstandenen Schäden an den betroffenen Fahrzeugen sind durch die Versicherung gedeckt, erklärt die OMV-Sprecherin. Genaue Auskünfte darüber, wie viele Autos von der Falschbefüllung betroffen waren, wollte man nicht geben.

Wie merkt man, dass falsch getankt wurde?

Der ÖAMTC weist im Internet übrigens darauf hin, wie man eine Falschbetankung bemerkt: Hat man etwa Benzin statt Diesel getankt, kündigt heftiges "Nageln" einen drohenden Motorschaden an. "In diesem Fall darf man nicht weiterfahren und muss das Fahrzeug schleppen lassen", warnt Club-Techniker Steffan Kerbl.

Die Pannenhilfe der Autofahrerclubs (ÖAMTC 120, ARBÖ 123) ist auf solche Fälle vorbereitet. Wenn technisch möglich wird das Benzin-Diesel-Gemisch abgesaugt und fachgerecht entsorgt.

Diesel statt Benzin

Wurde der Benzinmotor mit Diesel abgefüllt, beginnt der Motor zu stottern und zu qualmen. Dieser Fall kommt seltener vor. Der Grund: Der Diesel-Einfüllstutzen ist größer als die Benzin-Tanköffnung. An eine Weiterfahrt ist auch hier nicht zu denken - es sollten dieselben Maßnahmen wie bei ersterem Fall ergriffen werden.